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Der israelitische Lehrer · 1865-02-16 · 7 (16.2.1865) · p. Seite 26

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
7 (16.2.1865)
Date
1865-02-16
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 iguoriren feien, das will uns durchaus nicht klar werden. Hätten wir dann doch noch lieber die These aufgestellt gesehen: »Die Mädchen sind , vom Unterrichte im Hebräischen ganz zu dispensiren!" Es wird, wie bereits bemerkt, dem hebe. Unterricht durch. Entsernnng der Grammatik die Quintessenz entzogen und wenn wir zwar, gleich dem Herrn Redacteur d. Bl. „einen wahren Horror vor jeder Blauftümpserei von jeher empfunden." so rechnen wir keinesweges dieses wichtige Fach als zur „Blaustrümpferei" gehörig. Wir möchten lieber sagen, daß Oberflächlichkeit und Halbbildung von jeher die Träger von weiblichem „Wissens- Dünkal' gewesen sind. (Schluß folgt.) I j Correspondenz. ^lus der bayerischen Rheinpfalz, im Febr. Sie wünschen, lieber Herr Redacteur, wieder etwas aus unsrem schönen und'— verhältnißmäßig — auch für die israelitischen Lehrer so glücklichen Ländchen zu hören. Merken Sie wohl, daß ich das Wort „die" untelstrichen habe; denn ist. unser Himmel und Boden den israelitischen Lehrern günstig, so scheint er es doch weit weniger dem israelitischen Lehrtr — Ihrer Zeitschrift — zu sein. Wir hatten einen so > gute« Anlauf genommen, das Blatt fand unter Lehrern l und! Privaten Ankläng, aber diese „schönen Tage" sind | längst vorüber und nur eiü kleines Häuflein — nicht wahr?; — hält getreulich mit Ihnen aus. Ja, hätten Sie im-! mer den Raum gehabt,' unsre kleinen specisisch pfälzischen j Augljlegenheiken des Brettern zu verhandeln, und hätten j wir Lehrer Muß e und'Muse genug, Ihnen allwöchent- > lich »ikantä Artikel darüber zu schreiben — ja, dann möchte j sich Has Interesse erhalten haben. Allein v^>n der Natur! in seiner paradisischen Gegend und' von der Geschichte, die > ihm Hüter in den Schoos warf, -um welche unsere deutschen! Brüder jenseits des Rheins meist lange und zum Theil noch . fortwährend harte Kämpfe bestehen müssen, begünstigt, ist ' der Pfälzer — ich spreche jetzt von her politischen Bevöl- > keruitg — verwöhnt; ihm ist seine Pfalz das „Reich der j Mitte", und was da hinten, weit hinten in der Türkei , oder! Ungarn vorgeht, das kümmert ihn sehr wenig. So- I viel [für den Mangel' der Theilnahme der Laien. Wie bethqiligen sich denn aber die Pfälzischen Lehrer an Jh- 1 rem Blatte und Ihrem Verein? Es scheint mir, daß Sie; auch da zu klagen haben Was das Blatt betrifft, so ist! eS entschieden unrecht, wenn unsre Lehrer durch ein so . kleines Opfer sich nicht ein Organ erhalten sollten, das zu ieber13eit ersprießlich ist und unter Umständen nothwendig werden kann. Wenn die Pfälzer Lehrer nicht in dem Maße dem Unterstützungsverein sich anschließen, als dieß! etwa zu hoffen und zu wünschen war, so liegt dieß in Ver-! hältnissen, welche ihnen eine ausnahmsweise günstige Stellung janweisen und für welche ihrer Seils verhältnißmäßig; bedeckende Opfer gebracht werden müssen. Der israeli- : tische Lehrer in der Pfalz hat nämlich ohne allen Unterschied der Confesfion an allen Unterftützungsvereinen für den Lehrerstand.Antheil. Da chesteht in erster Reihe ein Pensionsfonds aus-welchem der dereinst untaugliche Lehrer je nach dem Dienstalter fl. 350 bis fl. 400 jährlich empfängt; sodann die Wittwenkasie, wo Lehrer- Wittwen- und -Waisen eine bis jetzt freilich nur äußerst mäßige Unterstützung (Erstere von 60 bis fl. 70, Letztere fl. 12 bis fl. 18*) wenn wir nicht irren) empfangen und endlich besteht ein (Privat-) Sterbekasse-Verein, aus welchem den Hinterbliebenen eines Lehrers unmittelbar nach seinemXTode fl. 80 bis fl. 120 ausgezahlt wurden. Sie sehen, daß hier besonders, wenn man anderwärtige Verhältnisse damit vergleicht — des Guten ziemlich viel geboten ist, was jedoch Alles — neben der bedeutenden Staatsunterstützung — auch ziemliche Opfer von Seiten der Lehrer fordert, so daß Mancher es nicht für durchaus dringend hält, für weitere Vereine seine Ausgaben, die in unsrer Zeit allerwärts bei möglichster Sparsamkeit doch nur allzu bedeutend sind, zu vermehren. Dagegen und gerade darum, weil sich der israelitische Lehrerstand der Pfalz in solch günstiger Lage befindet, muß es als dringende Pflicht, als Ehrenschuld gegen die israelitischen Lehrer auswärts erkannt werden, die Zwecke des Vereins nach Kräften zu fördern, dieselben reichen Privaten nahe zu legen, die Werke des Vereins verbreiten zu helfen. Mit Vergnügen ersehen wir aus Ihrem Blatte, daß ne Lehrer der Pfalz diese Pflicht anerkennen und wir wünschen nur, daß dies immer allgemeiner geschehen möchte. — . Dieser Tage waren die Synagogenvorstände des einen unsrer 4 Rabbinatsbezirke, die des Bezirks Landau, versammelt, um, wie dieß alle 3 Jahre zu geschehen hat, unter Vorsitz des Kgl. Bezirksamtmanns, ihr Rabbinatsbudget fcstzusetzen, bei welcher Gelegenheit die Herrn wiederum ihre Sympathien für Schule und Lehrer bethätigten. Dadurch, daß jedes Jahr etwas mehr an Beiträgen umgelegt wird, als zum Gehalt des Rabbiners nothwendig ist, hat dieser Bezirk schon eine ziemliche Summe admassirt und auf den Antrag Ihres Comitsmitglieds (zumU.- V.), Hrn. Simon Levi, beschlossen die Versammelten einstimmig fl. 300 zur Unterstützung israelitischer Seminaristen im kgl. Seminare zu Kaiserslautern zu verwenden. Im Bezirk Frankenthal besteht seit Jahren ein aus gleichen Ueberschüssen gebildeter Fond, der zur Unterstützung von israelitischen Schulpräparanden verwendet wird und der -1->— •) Uitfn gcfbrtfr Freund gibt uns hier selbst den Beweis, wie sehr wichtig der Beitritt zu unscrm Vereine auch den ijr Volksiehrern der Pfalz ist. Wie kann eine Wittwe mit nur 60 — 70 fl., eine Waiie ml 12—18 fl jährlich leben?! Woher sollen die Mittel genommen werden, um z. B. einem Lehrcrsohne, der seinen Vater verloren hat, eine angea.essenc Erziehung und die Mittel der Borbrldung zu einem Beiufe zu geben? Zeigt ja das Bestreben bayrischer Lehrer, freie Lebrer- Wittwen- und W isen-Unterstützungsoer.ine und Anstalten zu errichten, daß nach dieser Richtung noch gerade nicht alles geschahen ist, so Manches roch zu wünschen übri» bleibe! Erinnern sich diese Herren, daß ein Ausschrciben des Vorstandes des bayerischen Lehrervereins von der G-ünduna eines Vereins „für katholische und protestantische Lehrerwaisen' sprach? Ist diese Lorge nicht ernst genug, um den im Ganzen koch so g.t gestellten pfälzischen Lebrern den Beittitt zu gebiete» der wobl von »ielen 'ereits vollzogen ist, so müßte noch die Erwägung P.otz greifen, laß di« Zukunft uns allen verhüllt bleibt, und daß gerade di« Uebernahme eines Tbeils der jüdischen Lebrergebalte in «etter Ferne die Eomn.unalsäule zeigt — und die Folgerungen, die sich hieraus e gebea, haben wir schon;u oft angedeutet, um sie hier noch wiedeiholen zu müssen. Kl.

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