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Der israelitische Lehrer · 1865-02-16 · 7 (16.2.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
7 (16.2.1865)
Date
1865-02-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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' i Der A-iruelitincke Jelirer. Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes ^nd zugleich Organ für. dm Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Dmtschland. i IV0. 7. Mainz, den 16. Februar 1865. (Fünftel: Jahrgang.) t Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnem»ntt>preis 27 kr. — ty* Thlr. Bet frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr, Anzeigen zu 1 Egr. di« Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Die „Pentateuchfrage," oder: „Kossen die Mädchen am Unterrichte im Pentateuch in dem Wahr Weil nehmen, wie die Knaben"?*) Wir haben, indem wir Vorliegendes niederschreiben, die diesen Gegenstand behandelnden Arbeiten der Herren „Plaut in Fr." und „W. in W." vorliegen, und da wir der Ansicht des letztgenannten Herrn nicht beipflichten können, uns erlaubt, mit Benutzung, beziehungsweise Zugrundelegung einzelner Stellen derselben, unsere Ueberzeugung andurch : auszusprechen, von vornherein übrigens bestimmt versichernd, > daß wir „Persönlichkeiten" nicht kennen. * | Was des Herrn W. erste Ansicht: „Die Mädchen brauchen das Hebräische nicht grammatikalisch zu erlernen," anlangt, so erklären wir uns unter folgenden Modifikationen gegen dieselbe. Ausgehend von der anerkannten Wahrheit, daß aller Mechanismus in der Schule, alles maschinenmäßige Einexerciren (und das wird der Unterricht im Hebräischen, ohne Heremziehung des grammatischen Elements) darum jedes unbewußte und willenlose Nachäffen desjenigen, was uns Andere ohne Sinn und Verständniß vormachen, ein geistiger Todtschlag der Wissenschaft im Allgemeinen und für den Untericht im Besondern ist, so meinen wir, selbst wenn das Mädchen „nur die Haupt-Gebetstücke* übersetzen lernen soll, daß zum Unterrichte im Hebräischen ganz besonders, gerade der sprachlichen Schwierigkeiten halber, von Hereinziehung der hebr. Grammatik durchaus nicht abzusehen, ja daß dieselbe als •) Zu unserem Bedauern ist Herr 8. in E. im Augenblick nickt im Stande, die Fortsetzung seines, denselben Gegenstand betr., in Rr. 3, begonnenen Artikels zu bringen; wir füllen die Pause mit dieser Arbeit aus, in der Hoffnung, daß dann das Wort des Herrn <5. in 8. einen vorläufig abschließenden Charakter haben wird. So sehr wir die hohe Bedeutung des betreffenden Gegenstandes anerkennen müffcn, so glauben wir doch, daß, zur Zeit, die Gegensätze noch nicht ausgeglickerr werden können, und wollen darum unsere Freunde bitten, nachdem Herr 8. in 8. — in dem wir eine Lehrcrgröße und ein« vielersahrene Kraft hochschätzen und verel ren — gesprochen haben wird, ihre Muße und ihre Kräfte ander,n Arbeiten von mehr allgemein pädagogischer Bedeutung zuzuwenden. — Red. wesentlicher Factor unumgänglich nothwendig ist. Ueberall, wo derartige veraltete, für' die moderne Schule nicht mehr zeitgemäße Stabilitäten aus Schule und Lehrer stark influiren, da ist der intellectuellen Bildung und der religiösen Entwickelung ein eiserner Hemmschuh, rücksicbtlich des Fortschrittes, angelegt. Der Volksschullehrer darf am Stabilen, sobald daffelbe sich als schädlich und unzeitgemäß erweist, nur nicht mit eiserner Coniequenz haften und kleben, »eil von einem vernünftigen Fortschritt seinerseits der des Staates und Volkslebens überhaupt bedingt ist. Es ist darum als ein erfreuliches Zeichen unserer Zeit zu begrüßen, wenn selbst in die Fächer, welche bisher gerade als dst^mcchanijfdjen in der Volksschule zu betrachten waren, z. V. Pen- ■' tateuch , etwas mehr Geist und Methode gebracht wird und 1 auch hier, wie überall, eine rationelle und angemeffene Bej Handlung des so schwierigen Lehrobjects angestrebt und zu Wege gebracht wird. Wenn nach den berühmtesten Pädagogen „die entwickelnde Katechetik als die Meisterschaft der Lehrkunst" bezeichnet werden muß, so soll diese, wo möglich, auch am Unterricht im rc'n sich bethätigen, resp. die Bahnbrecherin einer' befferen Methode in diesem Fache werden und sollen wir demnach auch bei diesem Unterrichtsgegenstande möglichst entwickelnd, anregend und belebend auf Geist jund Gefühl deS Schülers zu wirken suchen. Denn diese „Meisterschaft in der Lehrkunst" kann selbstverständlich keine Abgrenzung und Eitizwävgung, keine Beschränkung auf gewiße Unterrichtsfächer dulden, weil ße ein Begriff in des Wortes weitester Bedeutung ist. Es müffen ihr ja gerade solche Gegenstände wie Grammatik willkommen sein, wenn schon dieselben anfangs mehr mitgetheilt werden muffen, da sie ja Geisteswecker und Durchbilder von Haus aus sind. Wer würde nun aber die kühne Behauptung aufstellen' wollen, daß man zum gründlichen Erlernen einer Sprache der Grammatik ohne bedeutenden Nachtheil entbehren könne? „Woher es genügend ist. daß die Mädchen, wie bisher (d. h. durch maschinenmäßiges Einbläuen, was nichts halbes ist, am allerwenigsten aber jemals was Ganzes werden wird) die Hauptstücke der Gebete übersetzen sollen" und daß Kenntniß der grammatischen Regeln gänzlich zu

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