Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1865-01-26 · 4 (26.1.1865) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
4 (26.1.1865)
Date
1865-01-26
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428734-5431458--0983-4897557
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

15 H. Klenke. ' Leipzig. Gliche Schrift: „Die physische den verschiedenen Funktionen Verlag von Eduard Kummer. 1864. (In 12—13 Leferungrn, jede Lieferung zu 7‘/2 Sgr. — 27 kr.) (' bereits 5 Hefte erschienen.) Der geehrte Verfasser i|t uns schon durch seine vorzüg- Lebenskunst" als Rathgeber in des Lebens bekannt. Auch in ^dieser Schrift belehrt er uns über das, was in den täglichen und besonderen Zuständen des Lebens der Gesundheit schädlich oder förderlich ist, und dies nicht in langweiligem, docirendem Tone, sondern in warmer, ansprechender, für jeden Gebildeten anziehender Weise^ Die vorliegenden Hefte de i belehren uns bereits isber sollte ein solches Buch in werden. Bon der Real-Encyclopäoie wcscns nach katholischest Rolfus und Adolph 1864) ist nunmehr der 2. Band erkenncnSmerthcr Weise so Wie die Verfasser inshcsonh als sehr tolerant gezeigt, Hai unseren Lesern gewiß noch hoben. viele Lagen des Lebens, und iedcr gebildeten Familie gefun- Erzichungs - -und Unterrichts- Prmcipien von Hermann Pfister. (Mainz, Kupferberg c) >üiplet. Das Werk fährt in ant, seine Aufgabe zu erfüllen, ere im Kapitel „Juden" sich n wir bereits in eineni früheren, erinnerlichen Artikel hervorge- K. F. Pahle, Geschichte des Orientalischen Alterthums von den ältesten Zeiten bis /aus die Perserkriege. Oldenburg 1si<!4. Gerhard Stallmg. Wir empfehlen dieses Buch gerne unseren Lehrern, weil mir voraussetzen, daß sic selbst sich gern ilber das Niveau; des gewöhnlichen Bedürfnisses erheben wollen. Schon die ' Beziehungen, welche dieses Buch zur Bibel und zu Israel } nimmt, bieten des Jntereffanten gar Manches. Der Hauptvorzug liegt aber darin, dgß das, was neuere Forschungen? durch die Entzifferung der Bilderschrift auf den Monumenten ' Aegyptens und der Keilschrift aus den Ausgrabungen Nini- ' ve's zu Tage gefördert, ihier kurz zusammengetragen ist. Zu den Quellen selbst kommt nicht Jeder. Aber um so j vorsichtiger muß man in Iber Hinnahme der Beweisesein, s wie aus Aberis (Stadt;tn Aegypten), daß die Hyksos ■ Ebräer gewesen, oder in der Zustimmung zu den ausgestellten Hypothesen, wie: daß die Bildung Japhcts und deren Einfluß durch desien Nachkommen (Hindus, Anna, Persa, Indo- Germanen) den Einfluß her Bildung Sem's und der Semiten längst überstiegen! oder üb rflügelt haben. Jndeß, auch abgesehen von diesen neuen Entdeckungen und Aus- > klärungen ist die Zusammenstellung der Geschichte der alten orientalischen Völker hier viel reichhaltiger und vollständiger, als in den gewöhnlichen Geschichtsbüchern. Auch durch die detaillirte geographische Beschreibung der Länder zeichnet sich-dieses Buch aus, wodurch gar Manches aus der Geschichte der betreffenden Völker erklärlicher wird. Besonderes Interesse werden die ausführlichen Mittheilungen über die Religion der Völker bieten, schon der Beziehungen wegen,, w siche diese zu den biblischen Nachrichten darüber haben. Selbst manches Mystische des Judenthums, (wie die Ideen von den 7 Himmeln und andere,) findet darin seine Erklärung. Wenn man erfährt, daß die Trümmer des Babylonischen Thurmbaues ausgefunden worden und heute noch sichtbar-sind und somit das, was man gewohnt war, für mythisch zu halten, auf reeller, geschichtlicher Wahrheit beruht, so gewinnt die Lektüre der Bibel und der Glaube an ihre durchgängige Wahrhaftigkeit dadurch noch Stärke. Und - so lese und studire man das Buch. R. Corrcsponden;. Aus Baden. Meinem Ihnen schon sehr lange gegebenen Versprechen, über Cultus und Schulverhaltniffe in unserm engeren Vaterlande Einiges mitzutheilen, komme ich endlich nach. Wer in unserem paradiesischen Baden seine. stille Beobachtung über das Streben und Wirken nnserer freisinnigen und loyalen Negierung augestellt, wird den schöpferischen Nus in allen Schichten der glücklichen Bevölkerung unseres Musterstaates gewiß nicht überhört und.dessen Folgen und Regungen, dessen lebenenveckendes Licht und dessen rvohlthuende Wärme, bemerkt und verspürt haben. Hat auch die Schulorganisation noch bedeutende Hindernisse zu überwinden, io läßt sich doch bei der vorherrschenden günstigen Stimmung und des vollen Vertrauens von Seiten der Bevölkerung, mit Sicherheit anuehmen, daß auch auf diesem. Felde die Regierung den Sieg davon trägt Nur in unserm jüdischen Lager will es nicht tagen; es sch int Alles in einen schlummernden Zustand verfallen zu sein. Unsere neue Kirchenoerfassung, die endgiltig vom Oberrath der Israeliten und andern Notablen .berathen wurde, erfreut sich gegenwärtig der süßen Ruhe unter den schirmenden Fittigen eines sehr frommen Mannes. Wie man vernimmt, soll diese neue und lang ersehnte Schöpfung erst noch sämmtlichcn Gemeinden Ba-, dens zur Begutachtung vorgelegt werden; demzufolge müßte dann nochmals eine Schlußberathung stattfinden. Von unserer jüdischen Behörde verspüren wir ganz wenig. Den Gottesdienst kann jede - Gemeinde nach ihrem eigenen und des ■ betreffenden Rabbiner, Gutdünken einrichten. Mannheim und Biihl sind mit' schönem Beispiele vorangegangen und hat.man in diesen Mustergemeinden die edlen Früchte reichlich ^'chorr zu genießen. Sonst wüßte ich keine weitere Gemeinde, die den alten Schlendrian zu verbannen gesucht hätte. Unsere meisten Rabbiner sind entweder zu indifferent oder zu ängstlich und thun lieber gar nichts und so nimmt das einreißende Verderben, die Geringschätzung i alles Hohen und Erhabenen, die Ändachtslosigkeit in unfern Synagogen mit jedem Tage immer mehr überhand: Unfern Lehrern, die zugleich auch das Vorbeteramt versehen, sind Hände und Füße gebunden, damit sie ja keine Hand aus Werk legen zu können, — Die iir Zöglinge des evang. Schul- 1 seminars in Earlsruhe müssen heute noch Hung^s leiden und „müssen, müssen wandern, von einem Tisch zum andern;" können und dürfen nicht einmal die Zinsen des von unserem würdigen Oberrathsmitgliede A. zu einem jüd. Lehrersenrinar gesammelten Eap:tals genießen und sind so gezwungen, die kostbare Zeit für Privalstunden zu verwenden, die sie für ihre eigene Ausbildung so sehr nöthig hätten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.