Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 47 (24.11.1864)
- Date
- 1864-11-24
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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186 wählte hierauf weiter dev Unterzeichneten zu seinem Agenten und so wurde dann das Protocoll beschlossen und unterschrieben. Ein Mittagsmahl vereinigte die Anwesenden zu freundlichen, geistreichen Besprechungen in steter Beziehung auf die Hebung des Lehrrrstandes und der Schule; verschiedenartige Toaste erheiterten die Gesellschaft, und war es ganz besonders der ehrenhafte Greis und die Zierde des isr. nass. Lehrerstandes Herr Sllmann, welcher, zwar vorgerückt an Jahren, doch noch frisch an Geist den Lehrerstand durch .seine Gleichnisse zu erfreuen suchte.*) Das Werk hat somit begonnen und rch darf es im Minen desComitö's offen aussprechen, daß dasselbe sich der vollen Hoffnung hingibt, daß alle Collegen und Ireunde dieses edlen Werkes, die aus unabweisbaren Berufsgeschäften, oder aus andern unbekannten Rücksichten der Lersaimnlung in Limburg nicht beiwobnen konnten, ihren Beitritt alsbald-erklären werden, was nun auch durch Ani-e'dung an eine Persönlichkeit un-- seres Comite's geschehen kann. Gott, der Herr wolle Seinen Segen und Beistand den isr. Lebrern Deutschlands verleihen und uns Gunst und Wohlgefallen finden lassen in den ^Äugen - aller gütigen Menschen. Amen! Holzhausen, Amts Wehen,. t 1. Rov. 1864. _ Im Namen des Count«'s: Kohn. . - Die Beiträge mit ‘2 Thalern wollen Sie bis zum 15. Dec. an den Agenten Herrn Kohn einsenden. Herr Heß. den wrr früher designirten, wird -wohl im Interesse der Einheit vor diestm Herrn Agenten (wird derselbe für ganz Nassau ausreichend) zurück:reten. ' Für das nächste Jahr wird Herr Kohn recht gerne Kreit sein, den Herren Mit gliedern jedwede Erleichterung durch Ratenzahlung zu ermöglichen. Jahrbücher können durch denselben -bezogen, und nlüffen an denselben gezahlt werden. Ter Geschäflssührcr des Hauptcomite's: I. K l i n g ens) ei n. Ueber Lehrerbildung. Das Seminar, l Fortsetzung. ) Indem wir vom hebräischen Unterrichte im Seminar sprechen, können wir niwl umhinauf unsere methodische Anleitung" **) aufmerksam zu machen. Immer und immer wieder gilt der Grundsatz, daß der Unterricht im Seminare *1 Ter '.V-ann ijt l-l?j - 'J J j,v. j jtt. une nuiitc Morgens um T Ufcr, an eie -ju :..a.n Tag-, feben 1 •> Stlneen gtbrn. (ja .Kuß) bis ff an cic Gi'creain :om, irr.; war am ■! Uhr ha! O, da heißt es wirkU^ : rer einem 'cid-cn grainü Hauvre »,ußt du auffteben ~Z’Z' t. b. cifb an iv-^em i'rikpielc erlctbn.ju äanlicber flu;; cifiruta -m Jicnt« rer W. iammtbtit, iyi Mliffn Wirken für ttn Lebr.rirand. Su, t.wurf ff Jungen ' lle solchen Alten gleichen.- f-tach kinem I riDatfcriifi. fRtC. I '• . . . **! Der Ur.t.nitt im Hebräisck.n. Metbcdische Anle tung für >fr. Lehrer und die es-nereen Nolle», Cmmfim und Darmskart. Lerlag von Ernü lt.-rn. Tas-lbü ist auch eiickiea'en: Erstes Lese und Ucberse:-üngdbu,b im vebraiichen, von demselben. , conform fein muß dein Unterrichte in der Volksschule, und daß in beiden Anstalten die Rücksicht auf dis Entwicklung des Menschengeistes maßgebend sein und der I Unterricht in diesem wie in jedem anderen Fache die höchsteil Zwecke der Schule nicht äußer Acht lassen darf. Darum darf der hebräiiche Unterricht nicht etwa in ^Vorlesungen" oder in grammatischen Hebungen, die auf die Lektüre keinen Einfluß haben, bestehen, sondern es muß die analytische Zergliederung imrnjer nebenhergehen, der Unterricht ein durchgreifend genetischer dabei warm nnd lebensvoll sein. Der letzte^ Zweck aber, den aller Unterricht rm Hebräischen bat, die religiöse Erkenntniß, die Kräftigung des religiösen Bewußtseins, darf nie außer Acht gelassen werden. Welches sind die Hilfsmittel zu diesem Unterrichte? Sie find im Materiale ausgesprochen. Eine Bibel mit guter Uebersetzung (jüdische Bibelgesellschaft oder Zunz) ein Wörterbuch t Fürst), ein Pentateuch mit Raschi und Biur, J o st's übersetzte Mischna") u. drgl.> dürfen keinem Seminaristen fehlen, i Wir sind mit deni, was im Seminarunterrichte mit Rücksicht aus dm Religionsunterricht in der Schule behandelt werden muß, zu Ende. Wohl wird bei Manchen die Frage entstehen: wozu dies Alles? Wird der Lehrer an einer Volksschule unmittelbaren Gebrauch von diesem-Wissen machen könnend Wir antworten hierauf: Uns leitete der Gedanke,, daß her Lehrer Herr seines Stoffes sein, daß er mehr wissen muß, als er zum Unterrichte in der Schule oircct nüthig hat. Das ist eine so allgemeine anerkannte Wahrheit, daß sie keiner besonderen Bekräftigung unsrerseits bedarf. Hier leitete uns aber noch insbesondere ein berechtigtes Verlangen an den isr. Lehrer: daß er im Stunde sein muß, sich selbst ein Urtheil über Angelegenheiten des religiösen Lebens zu bilden, und einen freien, auf eigener Ueberzeugung bafircnden Standpunkt in den, die Gegenwart vielfach bewegenden und seine Stellung berührenden Fragen einzunehmen hat. Der Lehrer muß nicht allein dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach wissen, was er zu thun und was er zu unterlassen hat. Der sreigebildete Lehrer der Gegenwart wird unmöglich unberührt bleiben können von so manchen wichtigen und minder wichtigen Dingen, die das religiöse, Leben der Jetztzeit so tief aufregen und das Judenthum in Parteien spalten.. Da darf er uun nicht blindlings den Autoritäten folgen, nicht sich vom Ungefähr leiten lassen, sondern muß sich selbst seinen Standpunkt klar zu machen und, die Quellen zu studiren im Stande sein. Wir wollen ihn hier durchaus nicht zum Partejimanne und feine Schule nicht zur Parteianstalt von vornhejrcin machen. Geradie der dui chgebildete Lehrer wird am allerwenigsten am Parteienkampfe Gefallen finden. Aber nstssen muß er, um was es sich handelt, und mitreden und mitrathen muß er köymn. We cher religiösen Richtung er auch angehören mag durch Erzühung, Studium und'Ueberzeummg, das ist hier gleichgültig aber er muß vwisseiH und aus lleberzeugung lehren und handeln, er muß Gründe und Geglngründe für *)jEine Besprechung dieses insbesondere für das Selbststudium des nachbidbichen hebräi rbtn @d risttkumS n*fet genügt,:d gewürdigten Werkes dürfte vielleicht lGegennand dieser Zettschrib werden.