Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 45 (10.11.1864)
- Date
- 1864-11-10
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Bildern voxgeführt wissen. Gerade hier könnte der die Geschichte ausschließlich als Wissenschaft betrachtende Lehrer den Faden verlieren, der seinen Unterricht lebensvoll und bedeutsam macht für die Lehrer des Volkes! Keine historischen Spielereien, keine Hypothesen,. keine Unbedeutendheiten! Frische, klare, kräftige Bilder l Für jede Periode die rechten Repräsentanten und' von diesen dann nur, was das Merkwürdigste, bezeichnendste ist in ihrem Leben und Wirken Wir verlangen auch für diesen Unterricht nur eine wöchentliche Stunde. Hiergegen ist es nothwendig, daß die Seminaristen angehalten werden, die Vorträge in der nächsten Unterrichtsstunde nachzuerzählen, oder für dieselbe nachzuschreiben. Wir unterlaßen es, wie überall,, so hier, näher auf die Art und Weise des Unterrichts einzugehen. Ein Se- - minarlehrer muß wissen, wie er zu unterrichten hat. Doch wollen wir wiederholt davor warnen — und man wird diese unserer Warnung gerechtfertigt finden'-— Historiker von Fach als^Lehrer der Gdschichte an Seminarien zu verwenden. Nicht gelehrte und tiefe Hypothesen, sondern erfrischende Thatsachen, mit Wärme vörgctragen, element-irische, kar durchgearbeitete und abgerundete Geschichtsbilder sind für die Lehrer an Seminarien wie in der Volksschule. Hülfsmittel sind für den Seminaristen Elkans Geschichte der Israeliten, oder etwa auch Schlesingers geschichtliche Tabellen. Der. Lehrer hat nur zu wählen. Für ihn'rst der Ti'ch genügend gedeckt. Möge er die Wahl verstehen.' ' :I1. Hebräisch.. Man wird uns wohl erlaffen, hier in den Streit über den hebräischen »Unterricht einzutretcn. Für den Lehrer bleibt unter jeder Bedingung eine tüchtige Kenntniß der hebräischen' Sprache' und eines Theils der jüdischen Literatur in die>er Sprache unerläßliche Forderung. Tie Klage vieler Gemeinden — auch fortgeschrittener Richtung — daß es den jünger» jüdisch-n Lehrern an genügenden Kenntniffen im Hehrärschen g-bricht, ist begründet! Ob wohl die 2)keiy.ung, daß die Capacität des' Lehrers sich vorzüglich 'in tüchtigen hebräischen Kenntniffen jeige, und der Mangel hier für den jüdischen Lehrer einem Mangel an geistiger Kraft überhaupt gleichkäme, ebenso begründet ist, woll-n wir ununtersucht laßen. - Sicher jedoch hat der jüdische Lehrer und der jüdische Lehrerstand nur dann eine Zukunft, wenn ersich tüchtig macht in der Kenntniß der biblischen und thcilweise auch talmudiichen jüdischen Literatur. Als Prediger und Cantor — und beides muß der ijüdi'che Lehrer sein — kann er diese Kenntniß durchaus nicht entbehren. Der ürs Seminar eintretende Präparand muß die Thora und die anderen geschichtlichen -Bücher der Bibel — Josua, Samuel und Könige — in derun'prache lesen können, und mit dem Inhalte dieser Schriften vollkommen vertraut sein. En muß ferner iu der Grammatik mit den Formen der Haupt- und Zeitwörter, mit den Suffixen vertraut und zur grammatischen Analyse der meisten Worte befähigt sein. Hierzu kommt nun im Seminare die Kenntniß des Raschicommentares über die Thora, etwa auch noch des Biur und leichter Abenesrastellen Die' Psalmem mit eingehender Erklärung , die Propheten Jesaias und Jeremias und eine wenn auch nur cursorische Lektüre der übrigen bibl. nnd womöglich auch einzelner apocriphischen Schriften; ferner Einführung m dem Talmud durch tüchtiges Studium eines -na der Mischna (ijna oder auch ma->a rooa und Theile aus -.pur) mit Bartenoro und eventuell für strebsame Jünglinge auch die von nia->a; außerdem — und wir legen darauf ganz besonder» Werth — Einführung in die neu hebräische Literatur durch die Lektüre des mua -iwan, des maa'rn rrain oder einer ähnlichen Schrift Selbstverständlich darf die hebr. Grammatik hierüber nicht vernachlässigt werden. (Fortsetzung folgt.) Die iüleiftetfchaft in der Lehrkunst.') In der Pädagogik, wie auf allen geistigen Gebieten, ist es bedeutungsvoll^ die Aussprüche und Ansichten derjenigen Männer kennen zu lerne,', die auf dem betreffenden Geistcsf-ld eine volle Ge tung beanspruchen können. In dem Augenblicke nun, w>» wir uns mit dem Unterrichte in den Seminarien beschäftigen, war es für uns von hohem Interesse, nachfolgende!! klassischen Artikel über „die Meisterschaft in der Lehrkur st" von unserem Alt- und Großmeister Diesterwcg-) zu lestn. Wer erlauben uns, diesen Artikel hier, abzudrucken, rnd gelegentlich einzelne Bemerkungen beizüfügen.- „Alles natürliche W'rden ist Entwicklung''), alle beabsichtigte Förderung tiefes Werdens ist darum Entwicklungskunst. Denke ich an diese Kunst, so denke ich an diese Meisterichäft. Alles wahrhaft bildende Lehren gipfelt in ihr." Was gehört zu ihrer Anwendung, und Ausführung? Erstens die Gabe der Anregung, die Befähigung, die i Kräfte des Zöglings i dazu in ihsn zu erwi zurufen. i Zweitens die! den Stoffes. Drittens die zur Thätigkeit zu bestimmen, die Lust cken und seine Selbstthätigkeit hervorvollständige Beherrschung des bctreffcn- __ ... Niederung desselben nach dem individuellen Standpunkte des Zöglings, die Anküpfung deffelben an seine Kenntniß, feinen Vorstellungskreis, sein Bewußtsein und die genetische Fortführung deffelben bis zu dem sestgestellten Ziele. Viertens die Befähigung, die vorausgedachte Reihen, folge der Vorstellungen und. Begriffe je nach dem verschie-' denen Verhalten des Lernenden, das zum Voraus nicht mit mathematischer Sicherheit festgestellt werden kann, zu ändern-, zu modificwcn, ohne^ sich von dem Wege zum Ziele! «blenken zu Haffen?)! 1) Das AphoristisHe finden in dem Aussrruch — es ist nicht erschöpfend durch den Antiieb, weist ganzen. 2) Im neuesten Hef e Unterricht. 3) Wer begreift Ae g> ehemaligen Holiteinisch n »Entwicklung" als ein v 4) Goethe, der tirje dieses Aufsatzes möge seine Rechtfertigung oethe's: »Das Unzulängliche ist predukliv" nicht allseitig, schließt nicht ab, entdält dac darüber nachzudenk.n und dadurch zu er- D. der rheinischen Blätter für Erziehung und estchts obiger Wabrheit die Auffassung des berühmten K rchensürsten Harms, der die stdammungewürdiges Wort bezeichnete. Menschenkenner und Pädagoge, gibt folgende