Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 44 (3.11.1864)
- Date
- 1864-11-03
- Page
- Seite 175 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Studium für den Lehrer. Auch Büdingers nunmiD und nullnull sind immer noch werthvolle Schriften. (Fortsetzung folgt.) B e r i cb t über die in Neustadt, Kreises Kitchhain, am 17. Oct. d. I. abyehaltene Conferenz der isr. Lehrer Oberhessens. Am vorgenannten Tage veriamelten sich in der Wohnung des Herrn Lehrers Plaut vaselbst nachbenannte Lehrer: B. Hause von Neukirchen (Präsident), Lissard von Amöneburg, Nothschild von Trcisa, Spier von Gemündm, Rothschilo von Merzhausen, Plaut von Treis a. d. L« S.tern von Erxdorf. Plaut von llieustadt ichloß sich dieses yKal unseren Verhandlungen beziehungsweise Beschlüssen an. Die' Herren Lehrer Stern von Frankenau, Brandes von Halsdorf , Hahn von Holzhausen und Rothschild von Oberaula waren durch anwesende Mitglieder vertreten und hatten erklärt, sich der Majorität anschließm zu wollen. Lehrer Lyon von Frielendorf hatte sich, wie immer, weder entschuldigt, noch war derselbe erschienen. Fürchtete dreier „Priester des Herrn" im engeren Anschluß an Lehrer und Conserenzen einen Theil ferner „Heiligenglorie" einzubüßen? Ist er doch nicht so scheu der Laien, die dres oder das einer gewissen Waare bedürfen, deren Expedient er ist? Gehen wir zum eigentlichen Zweck vorliegender Zeilen über. Der Vorsitzende, Herr Haufe, setzt in kurzgefaßten, prägnanten Worten den Zweck unserer heutigen Zufaminenkunft auseinander und wird darauf Unterzeichneter durch Acclamation zum Schriftführer ernannt. Die 1. Anfrage des Vorsitzenden: „Wollen die Herren dem von Herrn Klingennein zu Odernheim begründeten „Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer-, Lehrer- Wittwen und Wauen" auch unter den dermaligen neu revidirten Statuten, und, was besonders betont werden muß, durch Zahlung von zwei Thlrn. jährlich, welche aber durch den Verkauf einer gewissen Anzahl literarischer Erzeugnisse des Vereins ganz oder theilweise gedeckt werden können, vertreten?" (Sämmtliche Anwesende waren früher schon i dem „Entwurf der Statuten" bergetreten und mußte allerdings jetzt aus die Veränderung der Hauptbedingung zur Erwerbung der Mitgliedschaft aufmerksam gemacht werden.) Die Anwesenden sowohl für sich, als auch in ihrer Eigenschaft als Stellvertreter erklären sich zum Anschluß an j den Verein auch unter seinen dermaligen Statuten bereit. Es wird nun zur Wahl eines Bezirkscomite's geschritten und werden Lehrer Hause von Neutirchen. Rothschild von Treiia und Svier von Gemunden, Krers Frankenberg, letzterer für den ausgetretenen Lehrer Haas von Ziegenhain, gewählt. (Agent für die literarischen Erzeugnisse und zum Einzug der Beiträge bevollmächtigt ist unser Freund Rothschild aus Treisa. Red.) Der 2. Gegenstand der Verhandlung war die „Pensionsftage für die lsr. Lehrer Kurhessens" und die Art ihres Durchführens. Beides wird von den meisten Anwesenden etwas kühl ausgenommen und eine glückliche Durchführung sehr in Frage gestellt.') Doch wird beschlossen, an die in Cassel am 25. d. M. tagende Versammlung sämmtlicher ftraelit. Lehrer Kurhessens oder deren Vertretung ein Schreiben des Inhalts abzufertigen, die früher schondurch isr. Lehrer Oberhessens angeregte Idee: „Gründung emes Pensions-Vereins für den gefammten isr. Lehrerstand unseres Heimathlandes" dort zur Sprache und eingehenden Discussion zu bringen. Herr Haufe wird mit Abfassung des Schreibens beauftragt. Gewiß wünschen alle Gutgesinnten dieser Angelegenheit den besten Erfolg. Indessen ist das Zustandekommen derselben sehr schwierig, weil wir die Beihilfe der Gemeinden, falls eine erkleckliche Summe Zusammenkommen und somit Aussichten auf ansehnliche Leistungen des Vereins gestellt werden sollen, nur zu sehr bedürfen. Herr Haufe ichlägt Seitens der Gemeinden einen Betrag von 5 % nach Maßgabe des betr. Klaffensteuersatzes - vor. — Daß indessen das in den meisten Gemeinden nicht ausführbar ist, beweisen die vielen Gegenansichten bei Abfassung des betr. Statuts m Mainz gegen die Ansicht Dr. Philippson's und daß man ichließlich dazu gekommen, keinen Zwang hier in Bezug auf Leistungen der Gemeinde auszuüben. (Siehe ad ili. 5 des betr. St.-) Indessen müssen wir, meines Erachtens, doch unser Glück versuchen Snche Jeder ferne Gemeinde über den betr. Verein und dessen wohlthätigen Folgen aufzuklären. (Es ist hier natürlich vom Pensions - Verein die Redens. Es ist aus diese Weise entschieden mehr auszurichten, als durch Zusammenberufnng der Vorstände u. vrgl. Thue Jeder das Seine! „Des Menschen ist ja immerhin das Streben,, Gott aber die Erfolge." Möge meine ausgesprochene Ansicht Anregung zur ausführlichen Besprechung über die „Pensionsfrage der kury. Lehrer" in diesem unserm Organe geben. Schließlich wurde Herr Hause beauftragt, Namens der Anwefendeu seinem nach Cassel abzufertigenden Schreiben ausdrücklich anzufügen, daß vorgenannte Lehrer einer etwaigen Petition, welche die dortige geehrte Versammlung an den gehörigen Ort (Landtag, Ministerium) in Bezug auf die Ausbesserung, beziehungsweise Gleichstellung unserer Gehalts - Verhältnisse mit denen der christl. Lehrer Kurhessens emreichen würde, sich anichlössen. ') Treis a. d. L., am Ift. Oktober 1-ÖH4. Plaut, Schriftführer. 1) Ist ja auib nach tiefer Richtung durch unserm Verein hvffendlich adgeholfen. :Keb. 2) rMr fömun'nitfit umhin, hier darauf aufyierkiam zu macken, daß man eben Abwesende mchk belasten kann; «in Verein kann firn nur aus da« (tügen, was von ven Gegenwärtigen und tabri junathlt Belheiligten freiwillig eerfvrodicn wird. Wenn wir in Mainz den Zwang der Ge» meindni Hatten betihlleßen wollen, und die Gemeinden hätten, wie mm so sagt, den Keps geschüttelt, wa« dann? Da» wäre ebenso, als wenn man die adweienden Lehrer zu etwa« zwingen wollte. Die Freiheit ist ein zu edle« Gut; und auä> den Gemeinden muß Gelegenheit geboten werden, ihre Nufopferunasfähigkeit, ihren guien Willen zu zeigen. Reo. 3) Und warum nicht aud> vom Unterftützungsvercin? ZuK Vorbereitung auf die demnächst zu verbreitende Ansprache? Reo. 4) DieS die Leistungen unserer donfer-nzen in materieller Hinsicht. Auf die formalen Leistungen derselben werden wir hofientuch in einem spätem Artikel zu reden kommen. Einsender.