Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 44 (3.11.1864)
- Date
- 1864-11-03
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Correspondenz. Vereinssache. Am 18. und 19. Oktober hatte das „Hauptcomite unseres Vereins zur Unterstützung :c." abermals Sitzung in Alzey. Hier wurde die Geschäftsordnung für das Hauptcomite, sowie für den RedaktionS- und Geschäftsausschuß festgestellt. Es ist. hiermit so ziemlich alles geregelt, was zur Ordnung und Sicherstellung unseres Unternehmens noch zu bestimmen war. Hiermit sind 'die ebenso bedeutenden als schwierigen Vorarbeiten des Hauptcomite's als beendet zu betrachten, und die regelmäßige Geschäftsführung kann beginnen. Wenn sich die Versendung öes Jahrbuches bisher imnier noch verzögerte, io möge man die Neuheit unseres Unternehmens und unerwartete Ausdehnung desielben, autigst berücksichtigen. Wir tragen dagegen das frohe Bewußtsein in uns, in jeder Beziehung ein schönes und werthvolles Werk den: Publikum, zu liefern. Als Griinder und - Geschäftsführer des Vereins wollen wir nun beim Schluß dieser Vorarbeit üns einer heiligen Pflicht entledigen, der Pflicht des Dankes an die verehrlichen Mitglieder des Hauptcomite's (zum Theil Nichtl e hr er), die uns in unserm schwierigen Unternehmen mit Rath und That zur Seite gestanden, und yhne deren Mitwirkung die Durchführung unserer heiligen Angelegenheit unmöglichgewesen wäre. So hat Herr Or. Stein in Frankfurt, — obwohl derselbe durch die Leitung seines, neubegründeten Instituts, das so erstaunliche Fortschritte niacht und Gottlob jetzt schon 30 Pensionäre zählt, sehr beschäftigt - ist — die vielfach schwierige und anstrengende Arbeit der Mitredaktion des Jahrbuches übernommen, und seiner Feder verdanken, wir eben so vorzügliche/ herrliche Arbeiten, als auch seiner Durchsicht und der Uebernahme eines Theils der Truck - Correktur die vorzügliche sprachliche Abrundung, des- Ganzen. Bei allen Eomits r Sitzungen gegenwärtig, überall thätig, stets in Correspendenz mit uns und unsere Sache mit gränzenloser Hingebung folgend, hat derselbe hierdurch abermals seine Theilnahme für alles Hohe und Erle, für Alles was wahrhaft jüdisch und menschlich ist, und insbesondere seine Liebe - zum Lehrerstande, von der wir jederzeit^ überzeugt waren, bewiesen, und der Lehrerstand wrrd hoffentlich darum auch nicht aushören, diesem Manne, einem der Edelsten unter den Edlen der gegenwärtigen Judenheit, diejenige Hochachtung zu bethütigen, die ein so seltener Charakter verdient. — Ganz in gleicher Weise fühlen wir uns verpflichtet dem Rabbiner unseres Bezirkes, Herrn L>r. Rothschild , für seine wahrhaft bewundernsroerthe Ausdauer bei all den schmierigen arbeiten, die wir gemeinsam zu bewältigen hatten, und die einenr Einzelnen zu bewältigen unmöglich gewesen wären. Einzeln aufzuführen, was derselbe geleistet, ist uns unmöglich. Es genüge zu bemerken, daß wir wöchentlich den ganzen Sommer hindurch mehrstündige Berathungen hatten, .und dann immer Arbeiten zur Vorlage für die künftige Berathnng während der Woche fertigten. — In gleicher Weise erwähnen wir hier unseres treuen, edlen Freundes Marx. Wer eine so schwierige Aufgabe übernommen hat, wie wir, weiß auch, was ein so ausgezeichneter, in Herz und Geist gleich unübertrefflicher Freund uns sein muß. — Solche Männer zur Seite zu haben, ist in solchen Unternehmungen Glück und Gewähr des Gelingens. Wie wir aber in die Vergangenheit mit innigen: Danke, so schauen wir in die Zukunft mit froher Hofftmng. Wir sind überzeugt, daß die Energie und i die fteudevolle Hingebung dieser Männer — und an der unsrigen solls gewiß nicht fehlen, das begonnene Werk ruhmräch durchführen wird. Ebenso sind wir aber auch der ftohen Ueberzeugung, daß unser gewählter Rechner (das Comite hat diesen Namen statt Rendant bestimmt) Herr Louis Neuberger in Alzey, besten Hochherzigkeit und edle Gesinnung bekannt ist, seinem nunmehr beginnenden Amte mit treuer und uneigennütziger Hingebung sich aufopfernd unterziehen wird, uyd auch bie anderen Glieder des Gesammtcomite's und Geschäfts-Ausschusses ihren Theil zum Fortschreiten unseres Vereines gewiß mit aller Liebe und Aufopferung beitragen. inuu: uh’ “E'j.’ci Und das Werk unserer Hände gelinget durch Ihn. I. Klingenstein. " f - Umschau. (Statistisches.) -In mehreren Schulblättern findet sich folgende Zusammenstellung, aus' welcher man ersieht, wie aufreibend der Berus des Lehrers ist und wie nachtheilig es sich namentlich erweist, wenn Lehrer so früh unterrichten müssen. Es starben nämlich in Sachsen in den Jahren 1861—03 von je loO Lehrern und 10" Geistlichen in dem Alter von 20 bis 30 Jahren: 8 Lehrer, — Geistliche, 30 .. 30 13 .. 2 i0 „ .»' ., I i „ 12 „ 3" „ >i" „ 20 32 OO „ 70 ., 20 „ 2 i l" 80 ' „• 11 „ 21 i über 8" Jahre 2 „ 4 ^Frankfurt ist ruhig! Die Religion ist gerettet. Auf die dringende Ansprache Dr. Hirsch's am Roschhascbonotagc hat die orthokore Gemeinte beschlossen, an Stelle der cingerissenen Stadtthore elektrische Uhren anzubringen, damit die leitenden Dräthe die Stadt Frankfurt zu einem Ganzen verbinden, und man also rwo rotsna tragen DürieJ Die Roth war groß! Und gewiß, die elektrischen Uhren haben eigentlich ursprünglich gar keinen anderen Zweck gehabt, als den Erufdrath und die Stadtthore für die armen frommen Juden Frankfurts, die sonst am ki2V .ihre Kugeln und Schalet nicht aus dem Gemeindeofen nach Hause hatten bringen dürfen, zu ersetzen. Ob der Erfinder wohl an diese Verwendung zu „heiligen" Zwecken gedacht hat? Darf man nun aber überhaupt mehr elektrische Uhreu, — und folglich auck andere Uhren, und folglich auch Telegraphendräthe profaniren? Sind das nicht, nach talmudischen Grundsätzen aufsteigend, geheiligt» Dinge? Hierzu als Beilage: Statuten des Unterstützungsvereins für isr. Lehrer, Lebrer- Wittwen rc. Erranrrrott'.iiker Redakteur: I. jklingenstein tn Odern heim tn Rbembeffen, Selbstverlag der Redaktion. Für den Buckbandel: in <?ommission bei <5. L. Fritz sche in Leipzig — Dampf-Echnellpreffendruck von I. Wottsleben in Mainz.