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Der israelitische Lehrer · 1864-10-06 · 40 (6.10.1864) · p. Seite 159

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
40 (6.10.1864)
Date
1864-10-06
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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159 Hochschätzung für die ihrem Lehrer Luß so thättg bewiesene Liebe und Güte mit einem Besuche beehrt hatten, begaben sich dieselben, nach einem freudig und wohlgemuth verlebten Tag um 5 Uhr Abends in ihre Heimath zurück. F. Z. Stern. Abterode, Kreis Eschwege in Kurhessen. (An die kurhessischen Lehrer!) Gott sei Dank! das Kindlcin ist geboren, das uns, meine theuere Amtsbrüder! unter Seinem gnädigen. Beistände dereinst, wenn wir alt sind und unsere Kräfte derart abgenommen haben, daß wir unserm Lehramte nicht mehr vorstehen können, verpflegen soll, und daß auch noch die Unsrigcn versorgen soll, wenn wir die Augen geschloffen haben und nichts mehr für sie schaffen können. Das Gedeihen dieses KindleinS, seine Erkrättigung und Erstarkung, um dieser unserer Erwartung entsprechen zu können, hängt aber, nächst Gott, von uns selbst ab, wie wir es jetzt und in der Folge zu verpflegen bemüht sind, daß es nicht verkümmere und dahin welke. Wer wird die Geburt eines solchen hoffnungsvollen KindleinS nicht mit Freuden begrüßen! wer wird zum Auf- und Fortkommen eines solchen nicht gern alle ihm zu Gebote stehenden Mttel aufwenden? „Aber," — so höre ich einige Collegen, die mein Bild nicht schon errathen, fragen — „welches ist denn dieses Kindlein, von dem Du uns so Erhebendes und Erwartungsvolles verkündest?" Es ist der von unserm wackern Amtsbruder Herrn Klingenstein von Odernheim in's Leben gerufene Unterstützungsverein für hilfsbedürftige dienstunfähige isr. Lehrer, Lehrer - Wittwen und Waiseü in Deutschland. Nach der am 22. nnd 23. d. M in Mainz stattgehabten Generalversammlung ist der Berein nunmehr fest begründet, und die Statuten — wir werden sie nächstens in diesem Blatte zu lesen bekommen — sind defintiv festgestellt. Auf also, l. Amtsbrüder! regt Euch; werdet nicht allein Mitglieder dieses für uns so wohlthätigen, so nothwendigen Vereins, sondern suchet ihm auch die erforderlichen Lebensmittel zu verschaffeu. Suchet edeldenkende Menschen in Israel für unfern Berein zil gewinnen, die ihn mit Spenden und Legaten bedenken; suchet recht viele Exemplare der vvn demselben ausgegeben werdenden Schriften (Jahrbücher :c. sc.), deren Reinertrag in seine Kaffe fließet, unterzubringen; vor Allem aber suchet unsere Collegen zur Mitgliedschaft zu bewegen, damit der Verein unter Gottes Beistand immer mehr Wurzel fasie, grüne, blühe und Früchte trage für uns und die Unsrigen zu einer Zeit, wo wir deren bedürfen. Zur Mitgliedschaft ist ja weiter nichts erforderlich als die Anmeldung als Mitglied und jährlich 2 Thlr. Beitrag, welche durch Provision für den Verkauf von Vereinsschriften wieder gedeckt werden können. — Der eine, oder der andere Lehrer, der für die hinterlaffeuden Seinigen besorgt ist, kauft sich wo möglich in eine Wittwenkaffe oder in eine Lebensversicherung, wodurch ihm j eine jährliche, nicht unbedeutende Contribution obliegt,! ein; wie soll nun nicht jeder Lehrer zu seiner und seiner Hinterlaffenden Versorgung zu diesem dargebotenen leichteren Mittel in dem in Rede stehenden Untesstützungsverein greifen? Möchte diese meine Anregung, --- die ich aus dem Grunde kurz gefaßt, weil schon manche längere, hinlänglich motivirte.in diesem Blatte vorgekommen — bei allen meinen theuern AmtSbrüdern in meinem engern Baterlande Kurheffen *) mit Gottes Hülfe vom günstigsten Erfolge sein! Möchtet Ihr, die Ihr diese Zeitschrift leset, die Lehrer in Eurer Nähe, die noch nicht Mitleser sind, darauf aufmerksam machen und sie zur Theilnahme zu bewegen suchen! Möchte bald ein enanti Band die Lehrer Kurheffens umschließen, auf das sich das Weitere mit unfern deutschen Brüdern stützen kann. Gottes Segen beglücke unser Werk. . B. Westheim. Bayern, im September. Bei der in den ersten Tagen d. Mts. in Regens bürg stattgehabten allgemeinen bayerischen Lehrerversammlung befanden sich unter den 800 Theilnehmern nur 4 israelitische Lehrer, einschließlich des Lehrers der Stadtgemeinde, was wohl nicht in Gleichglltigkeit, sondern darin seinen Grund haben mag, daß dieser Versammv lungsort gerade in einer Provinz liegt, in welcher und in deren Nähe die wenigsten israelitischen Gemeinden existiren, so daß viele Lehrer bei ihren schlechten Besoldungen das Opfer einer größeren Reise nicht zu bringen vermochten. Die Ziele der Versammlung und was überhaupt durch den Central-Verein in der Reform der Volksschule erreicht werden wird, kommt auch unsem israelitischen Schulen zu gute,**) da ein Unterschied zwischen ihnen und den christlichen Schulen gesetzlich längst nicht mehr bei uns besteht. Bei einem Vorttag in dieser Versammlnng über den Zweck der Volksschule rc., deren Aufgabe in religiöser Hinsicht der Redner ausschließlich in der Stelle des neuen Testaments: „Ihr sollt vollkommen sein rc. (Matth. 5,48) finden wollte, und welchem allgemein beizustimmen ein anderes Mitglied aufgefordert hatte, sah sich der israelitische Lehrer Krämer von Altenmnhr veranlaßt, vom Rednerstuhl herab Folgendes zu sprechen: „Meine Herren! Es sind nur wenige, sehr wenige Worte, um deren Anhörung ich Sie bitte. Ohne dem Herrn Vorredner in dem, was er über die religiöse Erziehung in der Volksschule von seinem Standpuntte aus vorgcbracht hatte, im Mindesten entgegentreten zu wollen, möchte ich nur Eines constatiren. Schon im alten Testamente sind die Worte enthalten: „Ihr sollt heilig sein, denn ich der Ewige, euer Gott bin auch heilig" (3 M. 11, 45), ein Ausspruch, aus welchem dieselben Konsequenzen fließen, welche der Herr Vorredner aus einer Stelle des neuen Testaments gezogen hat. Dies wollte ich nur bemerken zur Beruhigung meines Gewissens/ (Hierbei legte er die Hand auf's Herz.) Von mehreren Seilen erfolgten Bravo's; auch vom Tische des Bureau's aus. Im Uebrigen hat Schreiber dieses den Eindruck aus der Lehrerversammlung mit hinweggenommen, daß bei aller Einigkeit und aller Brüderlichkeit, welche in derselben und namentlich in den geselligen Zusammenkünften herrschte, und aller Anerkennung, die man dem Einzelnen zollt, doch jene Innigkeit und Amtsbrüderlichkeit uns israelitischen Lehrern > (* Anmeldungen, Anfragen ic. ans otn Kreisen Escbwcge, Wisienbausen und Rotezburh können bei dem Unterzeichneten gemacht werden, für Oberhcsscn bei Lehrer Rothschild in Treysa und B. Hause in Ncukirchcn. *•) Leider nicht an* unseren isolutcn Religionoschulcn. Durch, das Gesetz vom 10. November >861, welches die Bildung von Prcvisoraten gestattet, ist jedoib allen Gemeinden und^Lehrern, ohne irgendwie erbebliche Opfer, Gelegenheit zur Bildung^eigncr vollständiger Volksschulen gegeben.

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