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Der israelitische Lehrer · 1864-09-29 · 39 (29.9.1864) · p. Seite 155

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
39 (29.9.1864)
Date
1864-09-29
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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155 gutem Klange habe, — auf dm er sich bei seiner Wirksamkeit für den Verein stützen kann. —. Herr Lehman» aus Homburg und Herr Ottensoser schließ« sich dem Anträge Rathan'S vollständig an. — Herr Dr. Philipps»»: Ls kann ja Niemand ComitS-Mitgliü» werden, wenn er nicht Mitglied deS Vereins ist. Rennen Sie also, meine Herren, einige klangvoll« Namen der Orthodoxie, die bis jetzt sich als Mitglieder meldetm. (Stille l)—Der Präsident schlägt nun Dr. Philippson vor, der bedauert, aus Mangel an 8eit ablehnen zu müssen. Es werden schließlich die Herren >r. Dessauer aus Offenbach, (auf Antrag Klingenstein's) und Dr. Aub zu Stellvertretern ernannt. Fall» Herr D,r. Dessauer, der nicht mehr zugegen ist, nicht annimmt, soll das Haupt- Counts einen Andern ernenne^. I Die Bestimmung über Ort und Zech für die nächste Generalversammlung soll für diesmal dem Haupt-Comits überlassen bleiben. (Angenommen.) t Voi/ Schluß der Verhandlung macht Herr Dr. Landsberger auf seinen Antrag bezüglich einer Ansprache an die Gemeind« behufs Spendesammlung, Klingenstein auf die Anträge des Hm. Schloß aus Ellar, behufs Veranstaltung einer Verloosung und Morgensterns in Geyern in Bezug auf in den einzelnen Gemeinden aufzustellende Opferkasten zu Gunsten des Vereins aufmerksam; was dem Haupt-Comit« zur Berücksichtigung empfohlen wird. Nachdem der Präsident die Verhandlungen für beendigt erklärt, spricht er in warmen Worten den Anwesenden seinen Dank aus für die Aufmerksamkeit, mit wescher sie den Verhandlungen gefolgt, sowie für die rege Theilnahme an der beüigcn Sache, die sie durch ihr Erscheinest zu dieser Versammlung bewiesen. Er fordert auf zur Eintracht, die stark macht — zur Liebe für die Sache auch vjon Seiten der Nichtverheiratheten. Nachdem derselbe noch besonders dem Borstande in Mainz im Namen der Versammlung den herzlich« Dank ausgesprochen für die Bereitwilligkeit, womit derselbe sein Berathungszimmex zu unserer Verfügung gestellt, wendet er sich in einem kurz«, innigen Gebete zu Gott, dem Leiter alles Guten und schließt mit den Wort«: i : U'bp U’T neryoi uvftttj’nw oj/j wi Die Freundlichkeit Gottes sei mit unsl, daß das Werk unserer Hände un» gelinge. Herr Koschlaud beantragt, dem Präsidenten für die würdevolle Leitung der Verhandlungen den Dank der Versammlung auszusprechen, was durch Erheben von den Sitzen geschieht. Der Präsident dankt für dies Zeichen der Anerkennung. Schluß der Sitzung 12 Uhr Vormittags. ——> Morgenstern in Gedern, Schriftführer. . E. Nathan in Gernsheim. \ DaS Redaktions Lomjtv: Dr. Rothschild, I. Llingenstpin, Ä. Marx. Die richtige Meth»tze bei de» schriftliche» «nssitze» «»b et»e Auswahl vo» Thematamit Skückficht a»f die jüdisch- Dchule. »«ferat zur Loafrrenz btr r> eiuisch-westphLlischrn Lthrer m Bielefeld, am 13. und 1s. Juni 1864. (Schluß.) . Sind Hebungen in liefet Weise in den ersten drei bis vier Schul-Jahren gen acht worden, hat die Schule i« Dienste der übrigen Fäff er ihre Schuldigkeit gethan, dann kann mau in vorliegenden Fache von der Stufe der Nachahmung zur Anleitung zum selbstständigen Produzieren mit dem Schüler übergehen. Hier legt allerdings der Aufsatz ei» Zeugniß von der < eistigen Befähigung des Schülers, nicht minder aber auch uom Standpunkte der Schule ab. Verbinden und T ennen find die Hauptoperatione» unserer Erkenntniß - Th< tigkeit; hier müssen Analyse und Synthese zu selbstständiger Gedankenordnung wie zur Wahl des angemessenen und ^schönen Ausdruckes in Anwendung kommen. 1) Dem Schüler oerden Musterstücke (Auffätze) aller Gattungen vorgelegt, und nun suche er den Gedankengang mit kurzen Sätzen anz igeben. Er lerne das Wesentliche von dem ausschmückende t Nebensächlichen unterscheiden logisch verthellen und aneinan lerreihm. Gleichzeitig übe er sein Sprachgefühl und Spr achverständniß an Form und Wahl des Ausdruckes. (We es des Referenten Sprachlehre angibt.) 2) Mit diesem Verfahren gehe Hand in Hand das synthetische. Der Schlier suche die zu einem gegebenen Thema gehörenden Ged inken und schreibe sie kurz auf; dann bringe er die einzelnen unter bestimmte Gesichtspunkte in Gruppen zusammm. 1) Gedankmsammlmrg, 2) Gedankenordnung, 3) Ausarbeitung, das ist die nothwendige Folge, welche der Schüler str ng befolgen muß, soll er mit Bxwußtsein, Plan und ' Korrektheit schriftlich« Arbeiten auSführen lernen. Ohne diese^ bleibt der Aufsatz ein blindes Haschen nach Phrasen. -Dr« Aufsätze nach diesem Verfahren tragen mehr Früchte, als drei Dutzend, die ohne Weiteres auf das Papier mch des Gedankens blindem Zufalle hiugeworfen sind. Um den Gedanken deS Schülers auf den jedesmaligen Punkt zu conzentriren, empfiehlt sich noch folgendes Verfahren, vodurch Ueberficht und Einsicht erleichtert werden: der ( Schüler schreibe bisweilen nicht bloS die Disposition unter das Thema, sondem lasse sie auch Punkt nach Punkt am Rande nebenher laufen. Da jede Aufsatzarl, als: Erzählung, Beschreibung, Vergleichung ihre didaktiche Eigenthümlichkeit in Ausdrucksweise (Stylart), Einleitung, Rebergänge u. s. «. hat, so versteht es sich von si lbst, daß jede Art eine Anzahl von Uebungsbeispielen nach rinander für sich erfordert, und daß erst nach erlangter Fe tigkeit in einer mtt der andern begonnen werdm darf. Die didaktischen Aufsätze kommen erst in den letzten Schuljas ren vor; die übrigen auf allen Stufen, jedoch in znnehme »den Grenzen. Briefe und Geschäfts» auffätze, ist das Üebrige nur gut gelehrt, machen nur von Seiten der Form besonder» Uebungen nochwendig; well sie aber i« Leben unentb hrlich find, die Förmlichkeit zur Em-

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