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Der israelitische Lehrer · 1864-09-29 · 39 (29.9.1864) · p. Seite 156

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
39 (29.9.1864)
Date
1864-09-29
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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156 Psehlung beiträgt und die Gewährung unserer Wünsche oft davon abhangt, so hat die Schule diese Seite der Aufsatzlehre besonders in den letzten Schuljahren }U pflegen. Die Correktur — das Gewissen in dem Aufsatzunterrichte — muß eine gerechte, gewissenhafte und wachsame sein. Zwar gibt sie dem Lehrer viel Arbeit; nichtdestoweniger ist ste heilige Pflicht, und wer auf diese oder jene Methode sie abschüttelt, wer die Hefte durchsieht, ohne Fehler anzustreichen, wer nur Sprachfehler verwerft-, wer die Kinder, so «m den Grund de- Stricheftagen, mit den Worten: „damüßt ihr errathen," abweist, de! bedarf noch selbst der CorreftuL. Dadurch, daß die reiferen Schüler die Aufsätze der Jüngeren Nachsehen, um orthographische nnd Eprach-Fehler anznmerken, kann sich der Lehrer Erleichterung und Zeitersparniß verschaffen. Die Aufgaben müssen erst, wie die Schüler sagen, ins Unreine gemacht werden, wobei jedoch Unsauberkeit und Nachlässigkeit nicht zu dulden ist. Diese Arbeiten müffen strenge nach Ausdruck und Inhalt in der Schule mündlich durchgegangen werden. Bei Verstößen gegen die Sprachlehre müffen die Kinder das Richtige begründend angeben, die unrichtigen Ausdrücke durch zutreffende ersetzen, bei schwankender Ausdrucksweise haben sie den gewählteren in Gemeinschaft zu suchen, wobei die sinnverwandten Wörter, sinnliche und bildliche Bedeutung auf- Sffucht, die Correttheit des Ausdruckefördert. Eine treffche Uebung zur Schärfung des Gefühls für Wohlklang und die richtige Satzfolge gibt hier die laut vorzunehmende Versetzung und Verschiebung der Wörter und Satzglieder unrichtig gebildeter Sätze, bei jedesmal veränderter Accentuirung. Aufgabe und Correktur, so wie die doppelte Ausarbeitung erheischen zwei Aufiatzstunden die Woche; damit ist aber nicht gesagt, daß wöchentlich ein Aufsatz geliefert werden tnu£[ Wenn von den oberen Cläffen alle vierzehn Lage ein gut gearbeiteter Aufsatz geliefert wftd, so ist das. ausreichend. Auf die Ausstattung der Aufsätze einzugehen, ist überflüssig. Ordnungsliebe, Reinlichkeit, gute Handschrift, Pünklichkeit fallen schon in das Bereich der Schuldisciplin. Was nun endlich.von der speciellen Anforderung des Referats zu sagen; ich glaube, meine Herren College«, es würde nur eine Wiederholung fein: Das Confessionelle hat weder auf die Methode, noch den Lehrgang Einfluß, noch bedingt es eine neue Claffe von Aufsätzen, bedarf noch weniger einer besonderen Einkleidung und Ausdrucksweise, als die im Allgemeinen gebotene. Hat der Schüler gelernt, sich schriftlich angemessen auszudrücken, so kann er solches auch von selbst über die confessionelle Seite seines Lebens, wenn der Religionsunterricht und der Unterricht in der Bibel, für unsere Schulen auch der der nachexilischen Geschichte, so wie die Belehrung über das rituelle Leben pflichtgemäß ertheilt worden ist. Daß diese Gegenstände ein reiches Material ru Aufsätzen liefern, daß auch sie mtt in den Kreis des schriftlichen Gedankenausdruckes nicht nur gezogen werden können, sondern auch unter richtiger Anleitung mft der Bedingung, daß die Con- <«ra»ru»»rtltch«r Kttaftm: fesfion im Hause ihre Anerkennung finde, dem Schüler eine intereffante Arbeit bieten, dieß Alles weiß jeder praktische Schulmann. Ihm wftd die Wahl nicht schwer werden, auf jeder Stufe und für jede Aufsatzart Paffendeeinfließen zu lassen. Daher möge hier eine Sammlung einschlagender Themata folgen, ohne Rücksicht der stufenmäßigen Ordnung. Manche finden sich in unserer Sprach- und Styllehre. - Zu Erzählungen auSder Bibel: 1) Eva und die Schlange. 2) Kain und Abel opfern. 3) Die Weideplätze. (Abraham und Loth.) 4) Roa's Rausch. 5) Jakobs Segen. 6) Joseph's Träume. 7) Die Rettung Moses. 8) MoseS am Dornbusch. 9) Das goldene Kalb. 10) Achan. 11) Die Heldenthaten Simsons (einzeln). 12) Gott offenbart sich dem Samuel. 13) David und Jonathans Freundschaft 14) Tie drei enthaltsamen Jünglinge. Nachbiblisch : (Sagm und Parabeln bieten viel!) 15) Der wißbegierige Hillel. 16) Rabbi Maier und seine Söhne. 17) Aus dem Sagenkreise über Elia den Propheten.) 18) Mose und daS Lamm. 19) Die Schiffer und 20) Die Thräne (beide nach Hechts Lesebuch). 21) Die zwei Wiesel (nach Rückert). 22) Monabaz, der König. 23) Rabbi Josua und 'der Kaiser. 24)Hiram und Salomon am Cederwalde. 25) (Von größerem Umfang für reifere Schüler.) Jotapata und Vertheidigung durch Josephus. 26) Die zehn Glaubenshelden. 27) Jossen und Benemkt in England. 28) Aus dem Leben Abarbanels. 29) Beschreibungen: da-Paradies. 30) Die Arche. 31) Die heilige Lade. 32) Die Synagoge rc. 33) Die Gesetzrolle. 34) Der Sederabend. 35) Die Feiertage (zu ihrer Zeit). 36). Der hohe Priester am Bersöhnungstage. 37) Die Laubhütte (in Briefform). Umschau. Frankfurt, 11. Sept. Die gesetzgebende Versammlung hat gestern den vom Senat vorgelegten Gesetzentwurf, die Aufhebung der Beschränkungen dem Israeliten in den staat-bürgerlichen Rechten, mit der verfassungsmäßigen Stimmenmehrheit (zwei Drittheile der Versammlung) angenommen. Es bat nach der Derfaffung nun nock die Geiammt-Bürgerschaft mit Ja und Nein zu stimmen, was im Laufe dieses »der Beginn des nächsten Monatstattsinden wird. Berichtigung. In dem ersten Theile unseres Protokolls (Nr. 37) haben sick zu unserem Bedauern wieder sehr viele sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen; so Seite 146: Spalte 2, Zeile 19, zwischen Städten und oft soll kein Komma sein. S. 148: Sp. 1, Zeile 15 s. h. .Gemeindenstatt Gemeinde. S. 148: Sp. 2, Zeile 13 s. h. .vermindernstatt vermeiden.. Zeile 24 s. h. .zu läffig, statt zulässig: Der Passus .Debatte über Beiftag der Lehrer-, Zeile 4—5 von oben gehört nicht hierher, sondern erst nach Zeile 13 vor: Herr Koschland rc. Wir bitten, solche Vorkommnisse ein für allemal damit zu entschuldigen, daß die Entfernung vom Druckorte uneine 2. Correktur oder Revision unmöglich macht. Die nunmehr endgüttig revidirten Statuten werden wir mit einer der nächsten Nummern als Beilage zur Vettheiluug bringen. I. Kliugemstet» tu Obiruhet» t» Rhetuheffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den vnchbandel: tu Caamtffto« bet K. L. Frttzsch« tu Leipzig — Da»pf-S«bnetlpreff«»druck v»u I. G,tt<l«b«u tu Mainz. 1

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