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Der israelitische Lehrer · 1864-08-25 · 34 (25.8.1864) · p. Seite 135

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
34 (25.8.1864)
Date
1864-08-25
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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— 135 — ihre Lösung zu erhalten. Für jetzt ist noch nichtgesagt, was wir nicht in unserer Schrift „der Unterricht im Hebräischen" gesagt hätten Roch viel Verdienst ist übrig. . Möge bald eine nach allen Se ten hin eingehende unparteiische Stimme sich klar und eingehend über diesen Gegenstand, der unser ganzes Interesse in Anspruch nimmt, vernehmen lasten. A g a d i s ch e s. Von Lehrer 23. in 5b. - J Die Zunge. Von ihr (der Zunge) kömmt Gutes, von ihr kömmt Schlimmes. Ist sie gut, gibt's nichts Besteres; ist sie schlimm, gibt's nichts Schlimmeres. Midrasch Rabba. Einst sagte der Gelehrte R Gamliel zu seinem Diener Tobi: Bringe uns etwas Gutes vom Markte. Er ging und brachte eine Zunge. Ein anderes Mal sagte er zu ihm: bringe nun einmal das Schlechteste vom Markte ,Er brachte abermals eine Zunge. Wie kommt eS, sagte der Gelehrte, daß Du, als ich Dir etwas Gutes, und dann etwaS Schlimmes zu kaufen befahl, immer eine Zunge brachtest? O, Herr, erwiederte der kluge Diener, Von ihr kommt Gutes und von ihr kommt BüseS. — Ein König in Persien war einst sterbend krank. Die Aerzte sagten: für Dich, o, König, wirkt keine Arznei mehr! Doch könnte Dir die Milch einer Löwin verschafft werden, so könntest Du genesen. Ein treuer Diener aus der Umgebung sprach: Wenn's Dir gefällig ist, o König, so will ich Dir solche zu verschaffen suchen, dazu brauche ich aber 10 Ziegen. Der König be/ahl sie ihm zuzustellen. Nun ging er hin zu einer Löwengrube, dort bemerkte er eine Löwin ihre Jungen säugend. Am ersten Tage stand er in der Ferne, und warf der Löwin eine Ziege zu, welche sie auch verzehrte. Dies that er so lange, bis er glaubte, treulich sich zu ihr begeben zu können. Glücklicherweise gewann er ihre Milch, und machte sich dann auf zur Rückkehr. Als er auf halbem Wege war-, übcrsiel ihn der Schlaf und er hatte folgenden Traum: Die Glieder seines Körpers stritten um den Vorzug, die Füße behaupteten: „uns kommen die übrigen Glieder nicht gleich, denn wären wir nicht, so hätte er die Milch nicht bringen können." Darauf wendeten die Hände ein: „Uns gebührt der Vorzug; denn was hätte Alles genützt, wenn wir nicht gemolken hätten?" Die Augen meinten: „Wir sind die wichtigsten, denn wir haben ihm den Weg gezeigt." Da sprach das Herz:' „Ich rage über euch alle hervor; denn hatte ich ihm den Rath nicht gegeben, wäre gar nichts geschehen." Da nahm die Zunge das Wort: Was hättet ihr ohne mich unternehmen können? war ich's ja, der den Entschluß vor dem König ausgesprochen! — Doch Alle fielen ein: Wie, Du wagst es, Dich mit uns zu meflen? Du, wie Du eingeschloffen bist im dunkeln finstern Aufenthalte? — Roch heute, sprach die Zunge, sollt ihr sehen, daß ich über euch herrsche. Den Schläfer, der dieses im Traume hörte, überfiel eine Angst — er erwachte und setzte seinen Weg fort. Als er in der Stadt ankam trat er vor dem König hin und sprach: Hier ist die Milch N'35>:> Der Hündin! er wollte nämlich sagen «'2einer Löwin. — Darüber ergrimmte der König und befahl, ihn aufzuhängen. — Als man ihn nun zum Gerüste führte, da fingen alle Glieder an zu beben, und die Zunge sprach: Sagte ich's doch, daß nichts an Euch sei! Wollt ihr mich als euern Herrscher anerkennen, wenn ich euch errette? Ja! erwiederten sie einstimmig. So führet mich, fing die Zunge an, zum König zurück! Dort angekomme» begann sie: Warum, o König, gebotest Du, mich aufzuhängen? Soll das mein Lohn sein filr meine gefährliche Unternehmung? Ha, rief der König, brachtest Du mir doch die Milch einer Hündin, um mich dem Tode näher zu bringen I Herr und König! erwiederte die Zunge, wer begeht sticht einmal unwiffend einen Fehler in der Aussprache. 'Ich wollte sagen und sagte «'aba Darauf wurde die Milch untersucht, und man fand, daß sie wirklich von einer Löwin war. Und er wurde nicht nur begnadigt, sondern noch vom Fürsten königlich belohnt. Jetzt bekennen wir, sprachen darauf alle Glieder, daß Du die Wahrheit 'ge* sprachen, und daß es mit Recht heißt: *va. v"Ni me. D. h. Tod und Leben ist in der Gewalt der Zunge. — ' Corresponden;. Kacsfaiu in Ungarn X Juni. (Schluß.) Wir waren jetzt auS freiem Antriebe volle zwei Monate Tourist,! und zwar, in einem Ländercompler von ungefähr 140 Q. M., besuchten die Musterschulen Fünfkirchen und TemeSvar und mußten uns gestehen, daß wir hier tüchtigere Kräfte fanden, alS wir glaubten; dem Verdienste die Krone! Daß uns nicht Zusagen kann, daß stets mehrere Lehrer an diesen Anstalten keine Beschäftigung haben. die doch jährlich dem Judenthunt in Ungarn 2000 fl. £. 23. kosten, konnte unS denn doch nicht übel ausgenommen werden.! Fünfkirchen zählt 190 Schulkinder, hat acht Lehrkräfte und nur fünf Klassen, wo wöchentlich nicht mehr als 24 Stunden unterrichtet werden; demnach sind zwei Kräfte gewiß stetentbehrlich , die auf Kosten der arm'n Gemeinden die Zelt nutzlos*) verbringen. Ueberhaupt bot sich unS auf der ganz« Reise, wo wir in dreißig Gemeinden waren, und mehr als 120 Herren Lehrer kennen lernten, viel Erquickliches dar; fast überall fanden wir die Schulzustände blühend. Besonders in Ezegzard fanden wir zwei tüchtige Kräfte. Herr Neufeld ist enn t^>D djj und umgekehrt fanden wir ihn auch nbo Enn. In Fünfkirchen sind die Zustände der Musterschulen blühend, Herr Seligwann ist ein Mann, der rationelle- und pädagogisches SEßiffen hat, Herr Weiß ist ein sehr fleißiger, junger strebsamer talentvoller Mann, der einst dem Lehrerstande Ruhm machen wird **). Ebenso fanden wir in Ragy Becskerek tüchtige Lehrerkräfte, (insbesondere Herrn Jokly, der diese Schule mit viel Taet und Umsicht leitet.) Wir wiederholen eS zum Schluffe, daß uns nicht dageringste persönliche Interesse geleitet hat, gegen die Musterschulen zu sprechen, sondern al- Jude fühlten wir unS verpflichtet, zu schrei- *) So viel wir aber wiffen, schicken die Ehasfidim und die Orthodoxen ihr« Kinder nicht in die Musterschüler». Was können da di« Lehrer dazu? ••) 4}&rn Weiß haben auch wir d-ß Vergnügen, als sehr tüchtigen jungen M-nn kennen gelernt zu haben. Wenn aber die Musterlehrer all« so tüchtig sind, — und wir müssen gestehen, daß die 10—12, die mit uns in Verbindung stehen ihren schriftlichen Einsendungen nach! vor zügliche Lehrer zu sein scheinen — so tüchtig wie wir sie nur in Deutschland haben, warum sollen die Musterschüle r schlecht sein? Die sied.

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