Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 32 (11.8.1864)
- Date
- 1864-08-11
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir leiten einen ganz beionneien Werth darauf, daß Herr De. Gch., trotzdem aus der ganzen Abhandlung die Feindseligkeit gegen Juden und Judenlhum hervorleuchtet, uns — wohl nothgedrungen — auch Sätze aus den Schriften oie»cr vielgeschmäbten Rabbis vorsübrt, die, wenn auch in alterthümlichem Gewände vorgetragen, sogar in einer Pädagogik des Christ,'nthums d>'r. Gegenwart noch den Männern und dem Volke, welchen sie entstammen, zur Ehre gereichen würden. Sa v B. die Stelle, wo es heißt: „Eine jede Stadt oder jeder Flecken, worin keine.Schule, werde in dm Bann gethan, und wenn dies nicht hilft, zerstört, weil ein solcher die Wirkung des rabbinrichen (!) Ausspruchs hindert: Durch den Dampi aus dem Munde der Kinder in der Schule wird die Welt erhalten." Zeigt dies nicht eine höhere Geistesrichtung als der Bericht eines christlichen italienischen Gemeinderaths der neueste.il Zeit, daß ein Mädchen'chullehrer nnnöthig, zwecklos, schädlich sei.,und. die Gemeinde sich zur Anstellung eines solchen nicht verstehen könnte." (Unglaublich, aber wahr!) . ■ Es gehört viel Eingenommenheit gegen das zu verar- .eitendr Material dazu, .wenn in einer so bedeutungsvollen wiss nichastlichen Schrift eine io hervorragende P -rsönlichkeit offenkundige Unwahrheiten lagt, die der Verfaffec nur aus irgend einer albernen Schaltete genommen haben kann, wie z. B.: „Am Laub Huttens-stc schüttelten die Kinder das Lulab, d. h. den Büschel, der aus bestimmten Gewächsen bestand; am Sabath mußten sie Speisen mischen*); oder: „Alls die Bildung des Volkes hatte die gelchite und iviss-n'chaitliche Entwicklung des Judenthums keinen Einfluß oder „die Schule,r der.Rabbiner, (es sind hier d-e Talmuvlchrcr (Ämora'.ne) Mmeint, denn der Versager spricht von ihnen), schloffen Mathematik und Naturkunde, Geschichte und Politik von ihren Unterrichtsgegenständen aus: diese Wiffemchatten waren verachtet und zum Theil ausdrücklich verboten^" während der.Talmud sich. mit allen diesen Wijjensiweigen be'cbästigt — freilich in dem Sinne, in dem der Herr Verfasser die G ottw iss ensch as t als den Einigungsvunkt alles Wiffens gibt, und der Satz „aller Unterricht ul der Volksschule sei religiös" in der Gegepwart ausgefaßt wnd. Dw vorzüglichsten Rabbinen waren zugleich Aerzte, Ph:losophcn, Astronomen; die Geschichte des Judenthnms ward von vielen gepflegt. wenn auch hier wohl der Blick aus eine unendliche Kette sich immer gleichbl-übenden Elends düs Studium nicht sehr genußreich werden ließ; und nach sem Aushören des jüdischen Reiches — was sollte ihnen die Politik? Die Geschichte andrer Völker ivürde im Alterthnm auch von Griechen und Römern nkr zur eigenen Vorspiegelung uebcubei gepfiogt N Und Mathematik! Lehren die We.sen m rer Mi ick, na nicht selbst daß „Geometrie und Astronomie Phari oherien der Weisheit seien" Me viele Philosophen hatdas Chri *) Wenn nickt jcrcs ckrifr icke Kmd Sem Herrn Berfaffer hat» lagen kö.-n-n, daß de Jüdin aot. Lvb«h kn, Fencr anzunS« wckts kocken, jo hätte ibit die Üijfib'tt der „ckrt. licken Äirie* fr.il-ch hier nickt „(iinftliil'<buman* be.etren muhen; da die ’B ttretet der.elbin, iie Concl nt und T« it tcki» oft den bbrrün ve.t oten „den Jude» das F.-nir um Lab. th zu mrcken," uno sehr oft vre sarathtrauen, diese dien' baren (Je ster die Bcrrötb.t, die Angeber wurden der Juden an du Jnqui'ieicnsbebördcn, und dadurch unsägliches iteid über dieselben dreckren. stenthum des Mittelalters und bis aus Kant aufzuweisca. die Maimünides und seine Vorgänger übertrafm? Die Schoko stiker? — Aareu nicht jüdische Aerzte im Mitti kalter an allen Höfen beliebt? Haben nicht die christlich. » Aerzte stch ob der jüdischen beklagt, daß sie ihnen die Praxis entzögen? Haben nicht oft Könige, Fürsten unv selbst Päpste ihee Zu flucht zu jüdischen Aerzten genom men, trotz des ausdruck lichen Verbots der christl. Kirch:? Und diese Aerzte waren zumeist auch Rabbis und die rabbimschen Schrift u enthalten manche praktische Gffundbeitsrcgel. — Noch mihr! Wir wollen hier eins constatiren, was w.r in diesen Blättern öfters aus sprachen, einer Behauptung theilw stse unserer eigenen Gcschicklsschrciber entgegentret.n: Die Bildung des jüdischen Volkes im Allgemeinen stand nie zurück geg n die Bildiing der Gesammtheit desj enigen Volkes, in dem sie wohnten; selbst nicht in der vielg'schmähten Z it voe Men delssohnl Zu allen Z üten w ir der Jude j dweden Standes so fähig als der ibm im Stande gleiche Christ, seine Stillung in der Zeit und in» Raum?, lein Berbältaiß zu Gott und zu de.i M 'N'chen zu b greifen und seinL bei, darnach zu gestalten Wir haben, gas in diesen Blatt rn — wir m.ff n im Augen blicke nicht wo, schon einmal ausge'pcoh.m, daß selbst der vormendelsoh rsche Bachur mindestens so viel „L-H^e." war, als Gevatter Schuft r und Schneider oder Gäi» h.rt — der im Winter l n christlich n Kmdern den Katechisinus Irak tirte. War ne äußere Lebensstellung, war die äußere E^ scheinung eine andere, waren durch andere Verhältnisse an dcreL-bens und Erscheniungssormen geboten, so Hille» die Jitdeil doch zu jed-r Zeit sittlichen uiio religiüseii Fond -- und religiöses W.ffen, sie lebten immr in der R ligion, und wurden so über das „Gemeine" ei haben. In w:e vielen Ländern d'rChr.stenh it sind bis ans de,l l> ntigeil Trg die Bildungszilstclnde noch lange nicht so w it? - Und fragen w:r einmal! nach. 0' das jüdich: Schulwesen nicht dem christlichen gleichst-ht allüberall, d.'w hl die j idi ch n Ge meinden, oberer kleinen Anzahl dafür die zehnsalt.gen Opfer bringen mufKu? Lchluß folgt.) Rettnsionrn. 2) Die physische Lebcokkunst oder prakti che Anwendung der N iturwissen ch.st ii aus die Förderung des persön! l:che>i Daseins. En Fannliinduch von Or. im-d. H. Kl ufo. Er chiencii L, 2. S. nnd 4. Lieferung Leipzig, Verlag von Ed. Kummer 1864. I Der geehrte Beisasier hat die L teratur schon mehr fach mit zitg mäßen „nd gediegenen Schnsten bereichert, und hatten wir esst vor Kurzem G l gen heit gehabt, ein Werk deffelben zu bespick n, das vom inneren Mench-m Handelt, von dein menschlchen L-iden'chasten. Aber jo w e die Erkenntniß des inneren, so ist auch bie„be8 Leibes Pst ckt des an s iner Büdung arb ilendin Mensche» und insbesondere des Lehrers. Hier vor Allem muß d r Lehrer bekannt sein; er muß den Leib und seine Funktionen, die Fordernngsnnd H-nderuagsuifttel seiner Gesundheit erkennen nnd begreifen.