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Der israelitische Lehrer · 1864-07-28 · 30 (28.7.1864) · p. Seite 119

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
30 (28.7.1864)
Date
1864-07-28
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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119 Correfpondenz. .^äcöfiilu in Ungarn, Mitte Juli. Allmälich treffen unsere Behauptungen ein. Die Hyperorthodoxie strengt sich möglichst an, um der Fortschrittspartei die Brücke abzubrechen, was ihr aber dennoch nicht gelingen kann, weil andrerseits der Chassidismus ihr im Wege steht, und eben absperrt, wohin sie sich zu verschanzen glaubt. Jedenfalls ist es bester, daß dcr Kampf so ausfiel. Die 121 Subskribenten werden nächstens auf dem Concil Ofm, — wohin sich die heiligen Rebbes in der heißen Sommerzeit begeben, um Berathungen zu pstegcn, und die unmündige Jugend zu verkupplen — sich bestreben, heilig gesprochen zu werden; aber natürlich, wer .Deutsch" kann, ist eilt 120 und so lange, die Herren m T:;2\x'bm Doctortitel nicht ablcgen, kann sie der Verein -criO rrw mnrr:, der sich eben jetzt unter der Aufsicht des Triumvirates der heiligen Rebbes zu Szikzo, Sz Peter und Liszla bildete, in ihrem Bunde nicht aufnehmen. Tie Statuten sind uns eben nicht eingeschickt worden, sondern nur eine Einladung (mc) der rran beizutreten. Man ertheilt uns vollkommene Dispens, daß wir die Zeit mit »remden Wistenschaften zubrachten, und ein •ntas xjsm or.x, wir sollen diese vielmehr für Vereinszwecke ausbeuten. Fedes Mitglied dieser .1-21-, hat 5 fl.. ö. W. jährlich an das Präsidiuui nach Sz Peter zu entrichten.*) Besonders hob man in dem an uns gerichteten Schreiben hervor: -ox“ '~2 x^2l So wie uni er Vater b'r einst in Lipto Sz Miklos kämpfte gegen die Einführung der „Chuvpa". in 'ie Synagoge und gegen die Verrückung der „N2'2" von dcr goldenen Mitte, so sollen wir auch dieses Unternehmen »ordern's Allein wir wollen den geneigten Lesern,nicht die Zeit rauben, um Sie mit dem langen inhaltslosen Schreiben bekannt zu machen. Das Mitgetheilte genügt, um über dieses Treiben ein Urtheil zu fällen. Die hohe Regierung legte diesem Treiben keinen Hemm 'chuh an, weil dadurch die Zahl der Anhänger des Chassidismus sich nur vermehren würde. Man weiß ja leider wie sich der Chassidismus vom nördlichen Ungarn und zwar vom Ezcmplmer Comitate aus heute über ganz Oberungarn ausbreitet, obwohl er's nirgends zum Durchbruche hat briygen können, weil das Streben des Chassidismus ist, bx'W'b ov\i trirp rn£S2 und die c* sie nur allein sich dünken Ihre Studien waren '.in höchstens noch «du 'rrrx u. dgl. Ta sich aber Hildesheimer mit seiner durchlöcherten Mainzer Trommel in ihr Lager warf, wurden diese D’TDp vom Traume erweckt, da sie meinen, daß sie die Messiasi-» der Zeit sind; demnach streitet der tdii mit Leid und Seele um »'ein' geerbtes Stück in»»1? der Unwissende, (obwohl es heißt Ton p~xn dj> t6) kämpft für seine Dummheit; denn wenn Komperts behauptet, die Juden in io2vx sind der itpc, haben wir ja nichts zu suchen, und der Rebbe gibt kein «emia mehr! Tie Verhältnisse der Juden sind deshalb schlimm, weil die niedrigste Volksklaste der Juden in den Comitatcn Saros, Szemplin, Ungoar. Marmaros, Ugocs, Ezabolcs, Bereg und Bihar, ein Länderkomplex von 900 □ M., gar •) SB? rt vobl Vir Ha'..,ria-s - trin. Red. keine Bildung genosten haben. Man schenkte dort unser» Glaubensgenosten weder von Seite des Adels, (ha meistens der Großgrundbesitz vertreten ist,) noch von der sehr indifferenten Seite der damaligen Landesverwaltung die mindeste Ausrnerksamkeit. Die ungebildete Volksmenge huldigte dem Fanatismus; sie machten selbst ihre Rebbes, ohnf daß diese erst ein Seminar besuchten, und der Rebbe mußte sich in ein mystisches Dunkel hüllen um ein Heiliger u bleiben? T er gottselige R. Maier (Asch) Ungwar, dem drs Treiben seiner Nachbargemeinde S a. Ujhely ein Dorn im Auge war, suchte-durch Gewandh it den Chassidismus in seiner Gemeinde zu unterdrücken; er lebte mit dem Wundermann Teitelbaum im guten Einverständniß, um ihn nicht größer werden zu (asten. > Dastelbe that auch der gottselige Moses Sofer. Er lebte mit Teitelbaum, dem Oberhanpte, des Chassidismus, in gutem Einverständnisse, damit letzterer seine Jeischiba nicht verpönen sollte. Dieser orthodoxe Diktator wußte genau, daß der Chassidismus nur durch das Licht der Thora gebannt werden kann, und so war es auch; so lange das Gesetzstudium in Oberungarn gepflegt wurde, vom Jahre 1830 bis Id50 sahen wir den Chassidismus im nörvlichen Ungarn aussterben, und nur in Polen sicherte er sich eine sehr kleine Freistätte. Unsere Orthodoxie beachtete di >se Wundermünner st.tS mit scheelem Auge, holte nie b;i denselbeneinen Rath ein, bis endlich Hildesheimer ihrer geoachte, und dieses Ungestüm aus seinem Schlafe rüttelte. Aber diese trauen Niemande^,-'sobald er „Deutsch" spricht. Dies beweist eben der letzte Akt, wo die Män rlein in der Schrift dx (die Deutschleser und -Schreiber bannt) es deutlich zu erkennen geben. Die Messiasfragt der letzten Zeit war nur ein Mittel, damit sie gegen den Fortschritt auftreten konnten; aber ernstlich ging es dien in nicht zu Leibe: Wir kennen ja das Gcheimniß der 2—. ors -?2 und wissen, daß der Rebbe mit Gott stets in Rapport steht; Folge dessen höher steht, als der Spiößling Davids. Die Seminarsrage kam dieser Horde ungezügelter Menschen wie gewünscht. Sie wußten zu gut, daß auf der Mainzer Trommel stets Allarm geschlagen wurt e , ein orth. Seminar in Ungarn zu gründen. Ta die Lehrerstellen höchstens wieder mit deutschen Doctoren besetzt würden, so gaben sie ihre Meinung ab, daß das Seminar für das Jndenthum Nachtheil bringe, und mit einem Sc jlage glaubten sie zwei Fliegen tddt zu schlagen, was ihnen durch den Anschluß der Orthodoxen leider gelang, da die Seminarsrage auf kurze Zeit zu vertagen beschlossen wurde, und bereits das ganze Elaborat all acta geb'gi worden ist. Wenn auch hierin dcr Suche wesentlich kein Abbruch geschah, so stimmt schon der Stillstand die Gemüther mißtrauisch. Heute soll wieder die Regierung den Wunsch ter Zentralen berücksichtigen und in Wien ein internatioiulles Znstitut gründen. Wir glauben, daß , diese Ansicht auch die beste ist. So lange wjr unter der Ruthe des Provisoriums seuf- ' zen, und wir im Berhältniß zum Staate all Stiefkinder behandelt werden, demnach auch diesem Institute von Seite der Behörden die verdiente Aufmerksamkeit. nicht gezollt wird, ist ihm mehr Gedeihen unter dem Schutze Jellineks in Wien gesichert als bei uns. Wir iahen von vom herein, daß das Kind mit dem

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