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Der israelitische Lehrer · 1864-07-28 · 30 (28.7.1864) · p. Seite 118

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
30 (28.7.1864)
Date
1864-07-28
Page
Seite 118 (sequence 2)
Language
German
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llf bt'uhew ii -Jm. v lk ,i'riui.ttv oas To .ftuxnüfcbfjt Beifall her- ■ I von ui- Ctit; üorti: ..Das Mit-dn nmb-ein» vor allen die Tage' j zu sirern baden, wo jedem ohne Unterschied des Bekennti niiit v »lei dt e s Riecht geworden, . wo man nicht mehr 1 ■ »rai't. „was glaubst Du, sondern was thust Du!" Vo: uns liegt die schon genannte „Geschichte der Er- , Ziehung und des Unterrichts" des genannten Verfassers. schmerzlich muß es uns berühren, in dem im Ganzen >o vorniglichen Werke in dem,Absätze: Das Volk Israels > T beokratische Erziehung 8 10. Die Erziehung bei den Israeliten) einer >o einseitigen, vornrrheilsvMn nnbiftor,schon Abhandlung. zu begegnen, iv^' wir'sie bei einem solchen Manne nimmermehr erwartet halten, und wie wir sie nur aus dem sich wohl unserer; B'Urtheilnng .mtzicbenden aber nach unserer wohlbcgründe- - len Ueberzeugung unmolivirten Principe das.seiner ganzen ■ historisch n Daisiellung und allen seinen pädagogischen Anschauungen zu Grunde liegt, aus dem i. g. „christlich i Immamn" Principe «ns erklären können. - Es kann uns wob! schon befremden, daß ein Pädagoge, dem die „Gotlivinemchaft das.Herzblut ist, das : alle Adern der Lehrer durchströmt, und alles! I i'iituL unt> Thun Des Lehrers leitet," nach besten Anleitung denk Seminaristen zum Bewußtsein kommen muß, l „daß die Bibel die G.ottwa-hrheit enthält," und b i dom sich „alles Wissen in dem E-Non: „Gott" znsam moniasin last"— es ist boircmdend, sagen wir, daß dieser Pädagoge z. B. der „Geschichte der Erziebung in dem Volke Israel" n:ll t niel'i Nahm gönnt, als der Geschichte der alten orientalachol: Volker — Egnpter. Inder, Per-er — 10 Seiten, wabr.nd ei? Keickichte von Hellas: und Rom 80 Seiten , lims ißt -- aber auch dies entzieht sich unierm Urthctlc; wir ' Halen Wcd't hierüber ZU sprechen. Mehr Recht haben ' mir schon die Masse der thatsächlichen Jrrtbümer zu beeidriaen,. die sich aus den, den biblischen Büchern zu enliiebinenden geschichtlichen Folgerungen ergeben sollen. So ' sagt der .n-.rr Veriasser schon aus der zweiten Seitedieses Al-'chirius: Tie Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang" j — mar der Grundsatz der Erziehung (bei. den Israeliten), > di» mc'entlich eine Häuslid)e war und damit das allein . ivahclia'te Fundament einer sittlichen, Erziehung ergriffen i batte, iudep ^ic wiederum durchihreAbgeschlossen-! hert ..eigensüdztig" machte, den Sinn für das j! Allgemeine unterdrückte urrbdahin führte, daß die Israeliten mehr gute Hausväter als gute * ^Burger w aren.. .. ■ ' I Wahrlich, ei ist dies in einem kurzem Satze des Un- ' lnnvs und der nachweisbaren Unwahrheit so viel, daß wir >uno empört fühlen könnten, wtM der Herr Gcschichtscit’fr nicht eben von einer längst abgeschlostenen Geschichtsveriode sprechen würde, deren das gerade, Gegentheil bezeugende Urkunden aller Well offen liegen; die die GrundragtN des Christenthums dildcn sollen, ebensogut als des iJuscnthums, die die Wurzelnsind d?5christlich-humanen Princips, von dem die Seiten dieses Buches so viel zu erzählen wistkn, und in welchen wir'alle die sittlichen! Grundsätze Nachweisen wollen, die diese Herren des „ratio . nellen Protestantismus" mit prahlender Kroßthuer« als ■'.V. 1 O nagelneue Erfindungen. Entdeckungen auf dem Meere der „Evangelien" und der neueren „christlichen (von Spinoza und andern Israeliten oftmals durchgeistigte») christlichen Philosophie,-zu erklären wünschten. Wie? hat die Geschichte edlere und hingehendere Beweise von Vaterlandsliebe, als sie die Bibel und die Geschichte des Judenthums erzählt bis zur Zerstörung des 2. Tempels und selbst bis Bar - kochbaF hin, von dein freilich in einer Geschichte der Erziehung nicht die Rede sein kann? Wenn das Judenthum anfänglich sich von den umwohnen den heidnischen Völkerschaften abschloß, war das nicht Roth wcndigkeit, um eben die Principien der Sittlichkeit und die Lehre von dem Einen und Einzigen zu retten, zu erhalten und zu entwickeln, in der heute wie zu allen Zeiten die Menschheit ihr einziges Heil, ihre Hülfe und ihren Trost findet? Sittliche Erziehung — und Eigensttchtigkeit und keine guten Bürger, also keine guten Menschen, keine Vaterlandsliebe! Das ist kin ganz neuer Begriff von den wahrhaften Fundamenten einer sittlichen Erziehung! Uns Juden, dir wir, wie der Herr Verfaffer spät-r. sagt, „nur als eine Ruine in der Geschichte der Geg nwart stehen," ist. der Be griff „Sittlichkeit" ein anderer nnd weiterer; ist er identisch mit den göttlichen Sittlichkeitsgcsetzen, dem Menschen ins Herz gelenkt durch die Uroffenbarung nnd die Bibel, und zusammeinasteud auch alles, was Liebe ist: Liebe zu Gott, zu unseren Mitmenschen, wie zu uns selbst; wie meinen so ungefähr, ein sittlicher Mensch müßte auch ein guter, ein edler Mensch sein, der an keiner eigenen Heiligung arbeitet und die Menschen liebt, weil er Golt liebt-, der der Eine ist. „Anbctend knie ich .0, juif Grau n! gcl einies 3i'c? n' „311a fnieten Stile ungesehen „Und Meten mit mir. Und Bürgertugenden fehlten in Israel! So gab e? also keine Heldenkämpse in Israel, die bis heute noch bei spicllos dastchn? keinen Gideon, keinen Saul nnd David, keine Makkabäer, keine Märtyrer für die Erhaltung der Ratioualität bei der 1 und 2. Zerstörung Jerusalems und des Tempels? Keine Bürgertugenden im Frieden, wenn die Propheten und Lehrer des Volkes unentgeltich das Volk lehrten und wie Jeremias und viele Andere um das Her! des Ganzen willen ihr Leben im heiligsten Berufe in Gefahr brachten? Keine Esra und Nehemia, die ihr Wohlleben an den Strömen Babels aufgaben, um aus den Ruinen des 1. Tempels ein neues nationales Leben zu begründen? Und wie? Ein so prononrirtes nationales Leben eine nationale Abgeschlossenheit — und keine guten Bürger? Kanu nian so unlogisch folgern, wenn man irgend logisch folgern will? Wahrlich, wer die Bibel ohne Vorurtheil liest, rer in ihrem Worte göttliche Spuren findet von Anbeginn h> und nicht die -Erfüllung und Erlösung mit dem Go:? menschen und Gott Menschen erst wie ein Deus > t machina erscheinen läßt, kann ein so grundloses, der Wahr heit widerstrebendes Urtheil nicht fällen. (Fortsetzung folgt.)

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