Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 29 (21.7.1864)
- Date
- 1864-07-21
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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115 Sic Ansicht des Ausschuiies I. Kammer. Lay der Erlaß der Verordnung von 1841 ein AuSstuß deS damals herrschenden Systems der Staatsbevormunvung gewesen sei. Er sei mit dem Abg. Landrichter Hofmann darin einverstanden, daß die Der« sckiedenheit der Beschlüsse beider Kammer« eine »icht wesentliche sei; seiner Ansicht nach beziehe sich dieselbe mehr auf die Form, als aui die Sache. Er glaube übrigens, daß man auch ohne Beschwcrdeführung Seitens der in ihren Rechten beeinträchtigten Israeliten zur Abhülfe verpflichtet sei. Was die Fassung der Beschlüsse beider Kammern anlange, so werde die Fassung de- Beschlusses der 2. Kammer die Regieruug zur Ergreifung der Initiative veranlassen, während in Folge des Beschlusses der I. Kammer die Sache so lange liegen bleiben werde, bis die Juden selbst Anträge auf Aushebung der Beiordnung von 1811 stellten. Die Abg. Weidig und Thudichum spreche» sich um deßwillen, weil der Beschluß 1. Kammer nicht auf Erlaß einer Adrege gebe, in demselben vielmehr nur die Ansicht, welche die Kammer in der fraglichen Beziehung vertrete, niedergelegt sei, für da» ihrer Ansicht nach, wirksamere Mittel de- Erlasses einer einseitigen Adresse aus. Abg. Landrichter Hofmann: Er halte die Verschiedenheit beider Beschlüsse bezüglich ihrer Fassung und die vom Abg. Etockhausen daran geknüpften Folgen für durchaus unwesentlich, da es ja nach dem Beschlüsse der 1. Kammer nur der Antragstcllung einiger jüdischen Religionsaemeindrn bedürfe, um die gewünschte Wirkung, hervorzurufen. Bezüglich des voy den Abg. Weidig und Tbudichum gegen den Beitritt zum Beschlüsse der 1..Kammer geltend gemachten Grundes bemerke er, daß ja alle Beschlüsse der Stände der Regierung mitgetheilt werden müßten. Bei der Abstimmung wird der AuSschußantrag: auf dem früheren Beschlüsse zu beharren mit 25 gegen 7 Stimmen angenommen und folgweise Erlaß einer einseitige» Adresse beschlosieu. — I Wir werden uns den Bericht des Abgeordneten und Berichterstatters Hrn. Thudichum über diese wichtige Angelegenheit zu verschaffen suchen. Indessen nehmen wir schon heute Veranlassung unsere Ansicht über das, was zu lhun sein möchte, hier auszusprechen. Da die Beschlüsse erster Kammer wohl in den beiden Angelegenheiten so ziemlich die Anschauung der Regierung wiedergeben werden, so ist hieraus die Folgerung zu ziehe« , daß nur wiederholtes und nachdrucksvolles Petitioniren bei der Regierung den erwünschten Erfolg haben kann. Vor Allem müssen wir der Regierung die Rachwkise liefern, daß nur in Hessen die Verhältnisse der jüdischen Religionsschule und des jüdischen Gemeindewesens noch so sehr im Argen liegen; wir müssen auf Länder, wie Hannover, Kurhessen, Bayern jc., wiederholt Hinweisen, wo überall sich daS Religionsschul.oesen einer besseren Fürsorge erfreut. Trvh der Einsprache unseres College» Ottensoser halten wir zu diesem Zwecke eine Zusammenkunft mindestens de» größeren TheilS der Lehrer für unbedingt nötsig, um über das, was weiter zu thun ist, zu berathen und über Zweck und Ziel einer demnächst zu berufenden Eommisfion von Vorstände« und Lehrern-, wie sie die Kammervorlaze wünscht, sich zu verständigen rc. :c Die Frage über den veränderten WahlmoduS rc. rc. der Evnagoaenvorstänte ist allerdings ebenfalls sehr wichtig» nnd dürfte auf unsere Sache ganz bedeutenden Einfluß haben. Allein der Gegenstand liegt hier ganz anders. Während die 1. Kammer dort, bei der Religionslehrerfrage, jedes Eingehen auf den Wunsch , deS Petenten ablchnte, hat sie es hier gleichsam selbst vom weiteren Petitioniren abhängig gemacht. Es wäre also sehr leickt hier Abbülse?« verschaffen Ich alaube eS ist hauvtfächlich dahin zu wirken, Laß endlich einmal eine Veriammluna von Vor trauensmännern berufen werde; denn, sobald eine sulche zusammentrete, wird, wird sie sich nothwendig auch m t der ReligiouSlehrerftage zu beschäftizen haben. A»S diese. Gründen, und weil -insbesondere au h die heffischen Lehrer zu ihrer Constituirung als Lande», «rein (gl» Specialverein de» allgemeinem deutschen Unterstützungsvereins) wohl Manches zu besprechen haben werden, lade, wir dieselben ein, sich recht zahlreich in Mainz zur Gene, »lversamm.' lung de» Vereins zur Unterstützung rc. rc. (am 22. und 23. August) einzufindeu. Es wird sich dort Zeit und Gelegenheit sinden, auch von diesen besonderen Hess. Angeleg »heilen zu sprechen, und daS Geeignete zu berathen, was zur achgemäßen Fortführung auch dieser Angelegenheit zu thun sein möchte. Mögen auch die Herren Rabbinen und die D irständ« der Religionsgemeinden, sich recht zahlreich zu dieser Versammlung einfinden; Eie werden dadurch beweisen, daß sie fir Ordnung ihrer Religionsschul- und Gemeindeverhältniffe ein oarmeS Interesse haben. Besondere Einladungen werde» nicht erlassen. — Hannover. In sehr zahlreichen Petitionen habe» die Juden unsere» Lande» um Wiedererstattung deS ihnen entzogenen pasiiven Wahlrechts zur Ständeverfammlung, gebeten^ ' Die Ständeversammlung hat dieselben der Regien,g zur Berücksichtigung überwiesen. Prr, non Necenfionen. 1. Vorschule der musikalischen Eomposition. Bezugnahme auf den Eboral, in-besonh, Unterricht der SchulamtS-Präparanden, b Emil Postel, Cantor und Lehrer in Auflage. Langensalza, Schulbuchhandlang Greßler. (Pr. 1 fl. 30 kr.) Der Verfasser, über 20 Jahre Präparandenlsel in dieser seiner Vorschule einen gründlichen, der eine» jeden — auch schwächer« Präparandenschültr mesienen und zeitgemäßen Unterricht. Vom Lez Schwerer», von der Anschauung zur Regel. wird ohne schwierige Mühe in die Lehren des Generasb führt. Der Unterricht, in steter Beziebung zum be«, übt den Schüler im Aussehen gegebener — waS ja in den Seminarien verlangt wird — licht die verschiedenen Leiter-Accorden- und Modul, (Modulationsmittel und -Anwendung in Tonstück Ehoral, sowie Präludium und lehrt durch diese! mehrstimmig „Setzen". Also ganz trefflich aeei, jüdische Cantoren, die sich der Mühe unterziehen traditionellen gottesdienstlichen Melodien in gehörig zu bringen, sie von unnktbigem Anbängsel — Schnörkeleien — zu säubern und dadurch Lehrern und Präparanden ein Mittel herzustellen, sich im „Chasonos" befestigen können. — Es w: sehr zu wünschen, daß erfahrene Vorbeter diesem Fg Aufmerksamkeit zuwendete«, da ja Ehrlich's schrift Gelegenheit bietet zu kostenfreier Eomposttionen — resp. Synrgogengesängen' — Herr Postel weiß ganz gewandt die fchwi» in der CompositiouSlehre dem Schüler populär in machen, und es ist tarun, seine Vorschule der Eompofitio» ihrer Natürlichkeit und allgemeinen wegen vielen andern ähnlichen Werken, die Recenseiw in Gebrauch batte, vorruziehen, zumal sie nickt an Weitschweifigkeit .-si- ■* •'?.*;*r0jnt 'elauot nck Mit stete, ere für den erarbeitet von chwitz. 4. F.G. L. Eh, »r elb-n igirei besor d, littv Aui,, un^ ihrer, bietet Fassungskraft 's — angechteren zum der Schüler affe» ringe Fhoral gege almelodien, veranschau attouslehren ^n) rc. durch zwei- und t auch für ihollen, unser« n Rbytmu» den dummen >ers zungen durch daS fi« re überhaupt che besonder« rgische Zeit« ahme, gute, zften Punkt« interreffant inusiikalischen örauchbarkeil nt zum Tbeil entbehrliche» ->aher Lie5-t