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Der israelitische Lehrer · 1864-05-19 · 20 (19.5.1864) · p. Seite 79

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
20 (19.5.1864)
Date
1864-05-19
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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79 Scholz. Er war bekanntlich als Seminardirektor abgescyk, und leitete seitdem ein Privatscminar ,ür Lehrerinnen in Verbindung mit seiner Tochter. Wer die geistige Frische des Greisebemerkte, mit welcher der Heimgegangene in Mannheim noch an den Verhandlungen Treck nahm, über welche Versammlung er sogar „Federzeich, urigen" veröffentlichte, sowie er auch nocb die Verhandlungen des sog. Pätarogencongresles in Tabarz beschrieb, wird das schnelle Ende eines so reichen Lebens des „Veteranen der Pädagogik" lebhaft bedauern. — Die DidaSkalia b richtet: Die Leichenfeier MeyerbeerS war die großartigste nnd erdabenste, der ich seit 20 Jahren in Paris beigcwohnt habe. Er war in der Rue Montaigne Nr. 2, einem Eckhause deS P'aheS gestorben, der in der Mckte der elys. rischen Felder liegt. Dort hatten sich von 12 Uhr ab die Eingelabtnen und die verschiedenen Deputation n der Akademiecn, Th ater, Gesangvereine re. re., fast die Hälfte der elyserischen Felder bedeckend, einzefunden. In einem Saale des ersten Stockestand der Sarg, der mit einer schwarzen, von weißen Stern, n besäeten Decke überbängt war. Blumen- und Immortellen-Kränze zierten ihn reichlich. 'Etwas nach 1 Ubr setzte sich der Riesenzug in Bewegung. Eine Adtbeilung Militär und ein Militär-Musikkorps eröffnete ihn, dann folgte ein Trauerwagen, der von den Rabbinern eingenommen wurde; daraus der von sechs schwarzen Pferden gezogene riesige L ickcn wagen, reich mit Silber-Verzierungen g schmückt und welchem ein Eermonienmeister die Orden des Ver.wi .ten nacktrug'. Tickt dahintr die aiideren Eermonienme ster mit den Evnagogendienern, von denen der eine das alte Testament (?) in der Hand hatte, dann die Mitglieder der Familie, die Dputationen de- Instituts von Fiaukreick und die unabsehbare Masse ler Deputationen und Einzela.enen. Die Rat onalgarde mawte mitgebene Spalier. Der Zug bewegte sich durch die elyseeiscktkl"Felter, die Boulevards, die Rue Drouet und die neue Rüe Lasahette nach dem Rortbahnbose. Hier ba te man die Einfahrt und dieganze alte so eben durch eine neue «richte Halle schwarz ausgrscblagcn rnd zu einem rechts und links mit Tribünen versehenen Saale umgeschaffen. Auf dem W ge waren mindestens ein paarmal bun derttauicnd Mensch.n in den langen Straßen angcsammelt, die schon Stunden vorher Posto qsaßt batten. Den Eindruck, den die Trau rhalle servorbrackte, werde ich nie vergessen. In der Mitte erbob sich ein Katafalk mit Opferten, rn von einer Dimension, die man in keiner der Pariser Kirchen hätte dciha.tcn können. Etwa hund.rt Schritt davon staub der Wagen, der-von inn n und außen schwarz mit Silber ausgeschlagen war.' Rin s an den Wänden Schilde mit den Namen der Werke Meyerbeer's. »Zwischen dem Katafalk und dem Wagen erhob sich eine. Tribüne, an welcher der königl. preuß? Botschafter, Graf v. d. Goltz, und die Mit.lieber der Beerdigungskommifsion, sowie die M tglieder des Institutes sich ausgestellt hatten. Grai v. d. Golz und Graf Bacciochi batten die vordersten Z pfel des Leichentuches getra,en, an den anderen Zipfeln halten gestanden Beulce. Camille Doucet, Auber, Saint George-, G sors, Baron Taylor und Perrin. Als Allesich in bester Ordnung gruppirt hatte, spielten die Musikchöre Composil.o en ron M verbeer, woraus dann 7. verschiedene Reden gehalt n wurden , und zwar der Reihefolge nach von Beulee im Namen de- Instituts, von Saint Georges im Namen der literarischen Gesellschait, von Baron Taylor im-Namen der Association der Musi:er, von Perrin im Ram n der Oper, von dem Präsidenten des isr. Consiiloriums, von Camille Doucet im Nam.n d r kais ilickern Administration der Theater und von dem Orerrabbin r -Ist or. Die beste Rede war die Perrins. Zum Schlüsse recltirte der Oberrabbiner Isidor ein französisches und ein hebräisches Gebet.. Die ganze Cercmonie wird Allen, dir ihr beiwohnten, unvergeßlich bleiben. (Wir fügen noch bei, daß der Oberrabbiner Isidor in seiner Rede von der „Genugthuung" sprach, die es für das Judenthum sei, einen Mann wie M. hervorgebraLt zu haben. Wir wollen sicherlich die Verdienste deS Verstorbenen nicht unterschätzen; aber wunderlich ist cs von einer „Genugthuung" zu sprechen, daß das Juventhum, welchem ganz abgesehen von so vielen an Verdiensten und Ehren reichen Männern, die rS in diesem Jabrdundert zu Grabe gebracht, die königl. Sänger David und Asas, Jcsaias und Moses, dann Marmonides und Spinom und wie Pie Größen alle beißen mögen, au» welchen .die christliche Welt ibre herrlichsten Kunst- und Geisteserzeugnifse geschöpft bat, gehört.n aeradenweaS M. an. der durch die Taufe seiner Kinder allerdings sich faktisch von dem Judenthum losgesazt, eine „Genutbuung" »üblen soll. Freilich, einZeugniß der geistigen Krack des Judenthums ist es, daß das vorige Jahrhunj dert, mit seinen inneren und äußeren Hemmungen solche Män- ' ner hervorbringen konnte; während wir wohl in unserer jetzigen \ Zeit, mit ihren reichen Hilfsmitteln für Bildung und ihrem vielgepriesenen Fortschritt uns vergeblich auf Ersatz für die , Heimgegangenen umschauen. Korru 30. April. Der Senat der Inseln bat eine zeitgemäße Reform eingesührt. Unter der englischen Regierung waren die Juden vieler bürgerlichen Rechte b raubt, namentlich des Wahlrechts. Zufolge ein s Dekrets des Senats sind die ' Israeliten gleichfalls in die Wählerlisten auszunehmen. — Die „D. A. Z." enthält nachstehende interessante Corresponi den; aus London: i „Unir Leben währet Ul> Jahre und wenn es hoch kommt, - sind es 70 'Jahre, und wenn cs köstlich gewesen, ist es Mühe und Arbeit gcwes n!" Das >st,die Psalmeniprache. Wir haben! cs bewundert, wenn die JugenlsleiLt ihr Leben im Kampfe verwettete, wenn, wie im Krimkriege geschah, jung» englische Edeli leute, von den n viele eine halbe M-llion Revenuen ihr eigen! nannten, allen Verlockung n dis unabbängiaen Friedens daheim! widerstehend, nach l er öden Ha binsel sich einschifften, um in den i fürchteil ch n Chargen an der Alma, bei JnkerMann und an dem Malakofs durch eine Kugel aus der Reihe der Lebendigen gerissen . zu wer.en. Und cs galt nicht einmal der heiligen Sache von Haus und HeLd! Dow. wie cs in einem modernen Epos, dem „Hoyen Liede" von Titus Ulrich, hetßt: Die Jugend wüstet mit den goldenen Tckgeit) Ob ibrs dos Älter gleich verargt,- Dos bang mit seinen Bleisccunden kargt, Die schwere Schuld des Lebens abzutragen! - Viele können sterben für die Freiheit und können nicht für si' leben, wie B. unsere Nachbarn in ln llull«- b'r»,w«-. Aber es g-bt ein Hero.ntbum im „Leben" für die Freiheit und für die M nschbe.t. und je dauernder dicß Heroentlmm der „Müh und Arbeit" bis ü er die 6t> und 70 hinaus, je tiefer unsere Veredrunr; noch mehr dann, wenn diese „Müh und Arbeit" unternommen wurde, obgleich Reic5tbum und Wohlleben und äuß re Ehre" obnedin schon in Fülle verbanden waren und den Mnsstgganz des Genusses in den Augen der Welt entschuldigt hätten.. Acht ig Jahre ist Sir Moses Montesiore! Europa ist vcr- ' traut mit dem Ramen dieses unermüdlichen Menschenfreundes,! eines H ls rs in aroßen und wichtigen Dingen für Tausende und insbesondere für seine Glaubensgenossen, die Israeliten. Schon vor 2 t I ihren. 1^40, riß er sich los von dem reiche« Leben in Lon on un> wanderte nach sDsten, durch die syrischen Wüsten, n ch Damaskus, und erlöste viele Tausende aus Gefängniß und Tortur, in welcherliie Juden nach verleumderischer Anklage lange gejchmachtet hatten. Das mächtige Amulet- „CivisbriUnoicu» I

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