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Der israelitische Lehrer · 1864-04-21 · 16 (21.4.1864) · p. Seite 62

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
16 (21.4.1864)
Date
1864-04-21
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 noch andere Gesichtspunkte dar, die wir hier aufführen wollen. t) Ist persönliche Achtung unerläßliches Bedürfniß eines gesegneten Berufwirkens, und kan» insbesondere der Lehrer ihrer nicht entbehren, so ist gerade die Uebernahme des Predigtamtes geeignet, Den Lehrer in der Erweiterung der ihm von seinen Gemeinde-Angehörigen gezollten Achtung zu unterstützen. Er wird gleichsam der Lehrer der Erwachsenen. Daß die jüdischen tLehrer leider aus alten Zeiten noch ein gutes Theil.Mißachtung zu tragen heben, ist nur zu bekannt. Mögen sie nun. dahin wirken, daß man von denen, die heute noch aus Gewohnheit oder niedrigen Gründen ihnen die gebührende Stellung in Synagoge, Gemeinde und Leben versagen mochten, bald (a^eu kann rwyj nrop die Bösen sind bte Guten geworden. Außerdem ist es vor Allem die Pflicht eines jeden Men'chen — sich selbst zu genügen. Bildung erweckt Selbstachtung, von der die Achtung Lüderer abhängig ist. Niemanden wird geachtet, der sich nicht selbst achtet. Wer aber berufen und genölhigt ist Gedanken und Ueberzeugungen sitltlicher und religiöser Natur öffentlich,, im Gotteshau>e auszusprechen, dein liegt es besonders nahe, sein Leben zu veredlen und harmonüch zu gestalten, um rlevenseinheit ^. gewinnen, um die Sitlbftachrung und mithin die Achtung der nach seinem Worte und seinem Charakter Schockenden zu erringen. . / 2) Die äußeren pekuniären Verhältnisse der Lehrer sind durchschnittlich nichts weniger als glänzend. Wird auch im Ganzen dem Lehrer vorerst für sein Predigen keine besondere Vergütung geboten, so wird, er doch mit der Zeit mehr Einnahme hieraus erzielen vermögen, und seine Stellung auch nach dieser Seite h:n verbessern., (Fortsetzung rol.it.j Netenfiotren Praktische Violinschule von Magersiädt, 3. Heft. Langensalza, Verlagscomptvir. Wie die vorigen (Siehe v. I. Nr. 32 .d. Z.), so enthält auch dieses Heft einen stufennläßig sehr gut geordneten, methodi'ch fortschreitenden Lehrgang'' Der Herausgeber verbindet hier 'chon, wie cs ja naturgemäß ist, mit dem Nützlichen das Ang> nehme, indem eiste, Auswahl sehr ansprechender Piecen eingestreut worden ist. Fünfhundert Rstthsel und ChaLaden für Kinder von 10—14 Jahren; zu erheiternden Denkübungen in Schulen :c Gesamnnlt von G.'F. Bossert. Eßlingen, Verlag v. Conradi W.^ychard 1864. (3. verm. Auflage.) Die „Stimmungen" des Menschen sind, nicht immer gleich. Auch in die Schule gehört zuweilen ein erheiterndes Moment, und ein recht frisches Lachen der Kinder, eine auf Gedanktnstoff gegründete Lebendigkeit ist eine nicht zu verachtende Unterbrechung im.Schulleben. Wohl ist das Schulleden an und und für sich w.der eintönig noch einförmig, dennoch ist eine Unterbrechung des geraden Weges zuweilen sehr anregend. DaS vorliegende Büchlein wird denkenden Lehrern und denkerrden Schülern eine willkommene Gabe fein, und wir empfehlen es zu fleißiger Benützung. Correspondenz. Bad-Dürkheim a. d. H. (Unlieb verspätet.) Inder Nacht vom 30/31. v M. entschlief urplötzlich durch einen Lungenschlag der sehr verehrte Bezirksrabbiner Aron März "dahier zu einem bessern Leben. Ueber 31 Jahre wirkte er hier und hat sich durch sein friedliches, freundliches, treues und offenes Benehmen die Liebe und Achtung Aller in einem hohen Grade erworben. Fromm und gläubig, ein treuer Anhänger der Gesetze und Lehren der alten Weisen, wav er nie fanatisch oder Zclote, sondern friedlich versöhnlich und versöhnend. 'Er war unermüdct thätig in seinem Berufe und half gern mit Rath und That, wem, wo und wie er nur konnte. Diese Liebe zeigte sich denn auch thatsächlich bei seiner Beerdigung am 3. d. M. Aus 40 Gemeinden seines SprengelS kamen Freunde, Verehrer, Deputationen und insbesondere die isr. Lehrer, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Herr Bezirksrabbiner 1)r. Grünebaum aus Landau hielt vor deni Trauerhause eine sehr ergreifende Gedächtnißrede, die allen Zuhörern Thränen entlockte, und durch sehr passende Trauergesänge des „Cäcilienvereins" gehoben wurde. Der Trauerzug aus allen Klaffen der Bevölkerung, auS allen Berufsarten und Bekenntniffen bestehend, bewegte sich unter Glockengeläute bis ans südliche Ende der Stadt. Dort sang ihm der bereits schon erwähnte Verein nochmals ein „Lebewohl" und Ilr. Gr. sprach dann das übliche Gebet. Von da bis Wochenheim an den Frndhof begleitetete die Leiche der ebenfalls anwesende Bezirksrabbiner Seligmann aus Kirchheim-Bolandrn, welcher daselbst eine rührende Ansprache hielt, die einen tiefen Eindruck machte. Hierauf ward der Sarg eingesenkt, und die Erde deckt nun den müden Wanderer. Möge seine Seele dort die" friedliche Ruhe finden, die er hier als Pilger seines großen Bezirks nie recht finden konnte! Möge die Erde ihm leicht sein! Aus Preußen, im März.*) Für' die Juden der beiden westlichen Provinzen Preußens ist das Lehrerseminar in Münster von ganz besonderer Bedeutung und Wichtigkeit , deffen Aufkommen - und Bestehen von Anfang an mit unsäglichen Schwierigkeiten nüd Hinderniffen zu kämpfen hatte. Undank, wie geringe Anerkennung und Unterstützung seitens des jüdischen Publikums sind nicht die unbedeutendsten gewesen. Und dennoch hat man sich die Wohlthaten der Arstalt gefallen lasten. Unbewußt und oft vielleicht wider Willen hat sich der Einfluß derselben geltend gemacht. Um so höher sind d e Vere ienste des verstorbenen Gründers und des Fundators, Haindorf und Marks, anzuerkennen. An die Stelle Beider ist nunmehr Hr. Löb getreten. Er steht an der Spitze der Verwaltung nnd zahlt die Zinsen des *)• 23it erklären tiermit aleba'd. daß dicke i5orrespondkn; uns nicht von ein. m unserer geiröbnlichen Korrespondenten aus Nestfalm zuge» kommen in. Die aeitbare Quelle jedcch, aus der sie stammt, und die übrigen# von oller persönlichen Gehässigkeit freie, dev Bedeutung der Lacke angem-siene Darstellung legt uns die Pflicht auf, solche nicht ,urück;uweisen. Redaktion.

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