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Der israelitische Lehrer · 1864-04-14 · 15 (14.4.1864) · p. Seite 59

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
15 (14.4.1864)
Date
1864-04-14
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
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51» begegnen in Nr. -18 des vorigen Jahrganges unter ^>er Firma: „Schulzustande* einer bitterbösen Correspondenz aus Pcsth, deren Schreiber sich nicht entblödet, seinen grundlosen Ausfällen und Lästerlichkeiten gegen die Musterhauptschullehrer seihen vollen Slawen zu unterschreiben. — Fürwahr! Wir leben in einer eigenthümlichen Zest voller Ab-! sonderlichkeiteü und Widersprüche, die auf jedem wie immer , gearteten Gebiete zu Tage treten. Wenn es ehedem Lästerzungen wagten, die Wahrheit und Gerechtigkeit zu begeifern. die ehrenwerthesten Charaktere in den Koth zu zerren, um ans deren Trümmer Luftgebäude und trügerische Hoffnungen zu gründen, verkrochen sie sich wenigstens feiglings in das Schlupstoch der Anonimilät, wo sie das Verdammungsurtheil der Bessergesinnten, der Bannstrahl der öffentl chr n M einung nicht erreichen konnte. Heute jedoch tritt die Verleumdung ohne Msir, mit unbegreiflicher Animosität vor das Forum der Oeffentlichkeit; heute bricht sich — ein Herr Cbajim Pollak die erste beste Gelegenheit vom Zaune, um das unverschämte Echo einer Clique zu sein, der die Muslerhanvtschulen in Ungarn fette Pfründen zu sein scheinen und die daher in blinder Parteileidenschast darüber rumort, daß ihre zelotijchen Anhänger die.Früchte vieler Pfründen nicht genießen. Wir halten es Unter unserer Würde, die Vorwürfe des Herrn Cb. Pollak Zu widerlegen und ihre Grundlosigkeit ad absurdum zu führen, allein wir können uns nicht enthalten, dem Herrn Verleumder ein Schulsprüchlein, das jeder Fibelichütz kennt, zur Beherzigung zu empfehlen, welches lautet: „Wer Lügen spricht, dem glaubt man nicht I" Der verehrlichen Redaktion des „Jsr. Lehrer" jedoch wollen wir im Interesse ihres Unternehmens und im Interesse des Lehrerstagdes empfehlen, ihre Cocrespondenzen nur dort zu recrutfren, wo nicht Fanatismus und Eigendünkel die Triebfeder der Gedanken sind. Gut mann. Nachbemerkung der Redaktion. Wir haben schon ini Anfänge die Auslassungen des Correspondenten Pollak mit allem Vorbehalte ausgenommen, und sind selbst zu der Uebcrzeugung gelangt, daß, wenn auch nicht Böswilligkeit^ so doch solche Parteiinteressen dem Auftreten gegen die Musterhauptschullehrer zu Grunde liegen, wie sie den Antecedentien unseres Blattes fremd sind. Wir konnten dies anfänglich nicht wissen; Mein nichts liegt uns ferner, als Angriffe auf irgend eine Klasse von Volkslehrern. Wir sind wahrlich allesammt nicht auf Rosen, gebettet, und unsere Pflicht ist, einander zu heben und zu fördern, wo und wie wir nur können. Das und nicht die »Unterdrückung oder Verunglimpfung einer Klasse von Lehrern, welchen durch die Gunst des Schicksals und den Werth ihrer Leistungen eine etwas freiere, von den Launen der Gemeinden und ihrer Vorstände unabhängigere Stellung geworden, ist Unsere Ausgabe. - - .------.— f--- Umschau. llnterstützun isvereinssachen. Wir haben in Folge freundlicher Mittb.ilung die Hoffnung, eS werde in der am 14. Juni statisi.idcnden Conferen; hannover'jchcr Lehrer der Gefammtanschluß derselvrn an unfern allgemeinen deutschen Verein bewerkstelligt werden. Möge dasselbe auch anderwärts geschehen. Man wolle nicht vergesst'«, zu beachte«, daß eben die größ re räumliche Ausdehnung » nt die größere Masse der Betheiligten an einem solchen Verein selbst bei weit geringeren Opfern gerade darum größere Sicherheit bietet, weil nur bei großen Massen und räumlich ausgedehnten Territorien überhaupt eine Durchscknittsberechyung möglich wird; das Schwanken in kleineren Kreisen mackt dies unmöglich, und ein zufälliger Todesfall wirst die ganze Btrcknung überden Harnen. — In Bauern ist die Regierung um Ermächtigung zür Bildung vo» Bezrrkscomites gebeten! worden und zweifeln wir neckt an Gewäbru-fl. — Wir daben bisher die Circulare, mit der Bitte sich der Bildung ron BezirkscomiteS zu unterziehen, versendet: nach Württemberg i!, Ba >n 5, Kurhcssen i, 'Nassau 3, Gr. Hessen ii Westfalen und Rheinland 8, Bayern 8, bavr. Pfalz 3, Hannover!, BrauNschwcig 2; na ti anderen Ländern nur einzelne. Wir bitten daher. daß insi.c>ondtte unsere preußisch n tPosen und Schlesien) und bäurisch n Abonneiten (Mittelsranken. Untersranken, Oderbayern, Schwaben und Reuourg), sowie Oldenburg, Thüringische Hcrzogtdümer u. s. s. unS Anerbietungen machen möchten über die Bildung von Comites, und uns geeignete Persönlichkeiten Vorschlägen, da uns in diesen Ländern Adressen fehlen. Insbesondere bittfn wir darum auch die Herren Rabbinen, deren Namen uns bekannt sind, und welchen besonders in dieser Absicht di s Blatt zugebt. — Mehrfachen Ai fragen entsprecuend, bemerken wir, daß 'ja nach dem Wortlaut der Statuten reglmäßig gebildete Cäntoren ausgenommen werden. — Vereinsliste werden wir erst wieder veröffentlichen, wenn die Anmeldungen der Comites eingetroffen sind. — — Aus Baden. D.as Verordnungsblatt des Großh. Obcrschulratbs enthält folgende Bekanntmachung: „In Gemäßheit des $. lu der Statuten der von den Israeliten des Großberzogthumö zum Andenken an die ihnen durch das Gesetz vom 4. Oct. 18l>2 bewilligte bürg rliche Gleichstellung gegründeten Friedrichs- St ftung zur llnür.üützung badischer Volks und ReligionSschullehrer wurden die Großh. Obersckulrätbe Gruber, Pflüger nnd Armbrüster, sowie die Großhcrzoglichen Oberrätbe Medicinalrath Dr. Kusel und Alt mann mit Erlaß Gr. Ministerium deS Innern vom 20. Siov 18i>3 'Nr. 12,?(il ru Mitgliedern des Stisiungsrath. dieser Stiftung ernannt: Unterm 23. v. M. hat sich der gedachte Stistungsrath constituirt, was hiermit zur allgemeinen Kenntniß-gebracht wird. Karlsru:e, d.n 3. Mär; l8<>1. — Es liegt uns der diesjährige f'J) Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde zu^Berlin vor, woselbst am 28. März d>e öffentliche Prüfunj stattgefunden. Vorher gehen diesem Programme die sehr g«t geschriebenen Lebensbeschreibungen - der vor Kurzem der Gemeinde Berlin durch den Tod entrissenen hervorragenden Männer: Dr. Michael Sachs und Dr. Moriz Beit, die um dir Schule und ihr Gedeihen sich bleibende Verdienste erworben baden. — Die Zahl der Schüler beläuft sich aus1)3, die der Schülerinnen auf. 130, im Ganzen 223 Zöglinge gegen 201 im vorigen Jahre. Ist auch das Wachsthum der Ä»ftalt gegenüber der Masse von jüdischen Kindern in Berlin, welche gar keinen Religion-unter rickt genießen, klein, so ist doch auch dieser kleine Fortschritt erfreulich und bedeutungsvoll und zeigt, daß das edle Streben der an der Anstalt wirkenden Kräfte dock verstanden wird. Bukarest, 18. März. , Heute ist, wie man dem „Wdr." mittheilt, in der Kammer fzelegentlick der Debatte über das! Gemeindegesetz auch über die Stellung Beschluß gefaßt worden, welche die Israeliten in der Gemeinde cinnebmen sollen. Die Debatten hierbei .earen noch interessanter und charakteristii scher als die ähnlichen bei Gelegenheit der Verhandlung über die Rationalgarde. Vor der Hand also nur kurz, daß Professor I Costafoios volle Gleichberechtigung forderte, der Ministerpräfi-

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