Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 15 (14.4.1864)
- Date
- 1864-04-14
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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60 teit sich tan eutgegenstemmte, „tan, He Juden seien eine Lanb-splaq«und schließ lick ein Amendement des Abgeordneten und Redacteurs drS „Romanul/ E. A. Rostttie, angenommen wurde, wonalb nur solch« Israeliten gleickderechtiot find in der Gemeinde mit den Christen, welche entweder den Grad der Unterossiziere oder den der Licentiaten oder Doktoren . _ oder ein Zengniß über Absolvirung einer einbeimischewLehranstalt überhaupt, oder schließlich ein industrielles- Etablissement besitzen, in welkem wenigstens 50 Arbeiter beschäftigtwerden. (F. I.) Die Lehrerwaiscu. Eine Erzählung auS dem Leben. ^Fortsetzung.) Der Polizeirath war ein strenger,, dock gerechter Mann. Nachdem er die beiden Kinder oüsgeiorsckt und von dem losen Grund« der Verdächtigungen Ueberzeugnitz gewonnen hatte, entließ er dieselben, unter der Bedingung,-sie bei gegründeterem Verdachte wieder vorzufordern. Zur größten Unzufriedenheit des Büttel-, der das „Judenpackgerne, dem gnädigen Prinzen zu Lieb, so lange eingcsteat hätte, als Dieser seine verlorene Börse »och nickt gesunden haben würde. Mit klopfendem Herzen und in niedergedrückter Stimmung gingen nun die Geschwister der elterlichen Wobnung zu. Was sollten sie dort erwarten? Sie waren wohl einen ganzen Tag abwesend gewesen, aber si? wußten — Heiterkeit war schon seit Wochen aus dem Hause gewichen. Mit leisen Tritten gingen sie die Treppe auswärts, die zum Vorplatz des Krankenzimmers führte. Leise klopften ne an der Thüre an, und wurden mit gewisserrrasien frendigem Sckreck.von der sie nickt erwartenden Mutter empfangen; aber keme Frage entglitt den Sippen der Mutter über ihr langes Ausbleiben. Sie türcktcle des Paters Erwarben. . Der Bruder, zu de« die Kinder geschickt worden waren,! hatte dieselben sehr unfreundlick ausgenommen; allein ein be- > freundcter Lehrer auS einem anderen Orte und die milde ge-; finnte Gattin des Bruders hatten dock den Kindern einiges "Geld und einige Lebensmittel gegeben, so daß für die ersten! Tage mindesten» der Hunger beseitigt war. H erg gen war , wiederdolt ein Schreibe» des Vorstandes ein.eirofsen, die Wohnung zu räumen, und dock batten sie eS, auch wenn eine andere bereit gewesen wäre, mit dem seiner Auflösung naben Vater I nicht wagen dürfe», eine andere zu beziehen. Wobl machten sich auch in der Gemeinde manche Stinime geltend, die um bessere Behandlung, Schonung und Unterstützung sür den verdienstvollen Lebrer, für die arme Familie bat. Allein rs waren die Armen, die Mittellosen, die keine Stimme im Rathe der Großen hatten. Der erste Vorstand, haranguirt von ' Rabbi Mendel, und eine andere Klasse der Reichen, die, weil lvsgetrennt vom Judentbume durch die That, durch rein materialistisches Denken und Thun die haßte, die als-Diener der ' Religionsgemeiude auch fit mit der Religion und der jüdische» Gemeinde in unliebsame Beziehungen brachten, sür die sie zahlen mußten, kannten kein Mitleid. „Was geht er uns an?- Haben wir dafür zu sorgen, was aus ihm wird? Seine Zeit ist um, der Vertrag ist ausgelaufen, Dienst kann er nicht mehr thun; also fort mit ihm .... ES war zu spät! — Wenige Tage noch — es war am Eres Pesach, dem Tage, wo auch in die ärmste jüdische FamiUe die Enael des Friedens, des Glücks und der Heiterkeit einkehren, trat der Engel des Todes an das Bett deS leidenden Lehrers, und >n der Nacht, wo die Väter ihren Kindern die Geschichte der Befreiung erzählen, flössen die letzten Worte der Liebe, von den heißesten Segenswünschen begleitet, für die armen bald vaterlosen Waisen von den Lippen des sterbenden, nun wobl auch j freien Vaters ... (Fortsetzung folgt.) Gesucht wird: ' Ein anständiges zuverlässiges Frauenzimmer — isr. Eonsesfion — von guter Familie als Haushälterin bei einer kleinen Familiezum sofortigen Eintritt. Näheres unter “M. F. K»0 bet der Redaktion. Die erste General - Versammlung jüdischer Lehrer des Königreichs Hannover wird unter Vorsitz des Unterzeichneten Präsidenten am 18. und >4. Juni a. c. M Sarstedt abgehalttU werden, und da wichtige, Schule und Lehrer berührende Fragen zur Erörterung kommen, io ist eine recht zahlreiche Betbeiligung zu wünschen. Aus die Tagesordnung kommen ztlnächst: 1) Gründung einer Lehrer-Wittweu- und Waisenkaste, reip. Regnliipng der Statuten. 2 z Gründung der übrigen Bezirks - Lehrervereinc und Entwurf.der Statuten derselben. Zn jeder gewünschten Mittheilung ist der Unterzeichnete Eorrespoudent Lebrer Cahn zu Sarstedt gerne bereit, au den auch die. Anmeldungen baldigst richten sind. Hannover und Sarstedt, im März 1864. ' »r 8. KayserJing, Präsident. X. Caliii, Eorrespoudent. •J. Bär, Schriftführer. Die Kuabenerziehungs - Anstalt (tjandrlsschulc und Prnsional) von I. Lehmann in R e u st a d t a. d. Haardt (Rheiupsalz.) war auch im vergangenen Semester von katholischen, protestantischen, und israelitischen Pensionären aus Deutschland, Frankreich, Amerika besucht und alle ihre — abermals erweiterten — Räume vollständig gefüllt Für ein solch' ungewöhnliches, von uns selbst kaum »rwartetes Vertrauen dankend, werden mir fortfahren, unsere Zöglinge mit väterlicher und mütterlicher Liebe zu erziehen und für ihre Körper , Geistes- und Herzens-Bildung mit Eifer u> d Gewissenhaftigkeit sorgen wie bisher. — Das Sommer - Semester beginnt am 28. April; doch kann der Eintritt von Osternan täglich geschehen. Briefkasten. Lieber H.! itlpi« 7!ll TDi«i JOp ~'C.V -1p Ich sinke keinen Ltosi in tem Bewußten, Ihrem H. nochmals entgegen zu neren. Genug. Ist ja gar zu durchsiwrig, daß hinter H avch Pb. steckt, — leim H. wirst nicht so mit Äeid um sich, um für mtknc Wenigkeit so viel zu wagen. Auch mir gilt'« eigentlich nicht, sondern ganz einfach dem „isr. Lehrer- und Verein. Darum „Lais.u-a tain .“ Auch unsere Zeit i kömmt. — Die Instruktionen für die Comstü's nach Pesach. Verantwortlicher Redakteur: I. tklingenster» in Ldernheim in Rbembesse»; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhanvel: m ttommtifun bei ®. L. Fritz sche in Leipzig — Dampf-Sehnellpreffendruck von I. Gotttleben in Mainz.