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Der israelitische Lehrer · 1864-04-14 · 15 (14.4.1864) · p. Seite 58

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
15 (14.4.1864)
Date
1864-04-14
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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.Illein das wäre kein ieldstthätig Senkender Lehrer, der sich jeder weiteren Mühe überhoben glaubte, und nichts Weiteres j zu lesen und zu erfahren suchte, wenn er eines der letzgenannten Bücher ableiern oder auswendig lernen läßt. . Ein { solcher Unterricht wäre rvrrthlos. Wenn bei irgend einem > Unterrichte, so gilt bei dem vorliegenden die Forderung als! unabweisbare In freiem Lortrag, Aug' in Aug', io steht j der Lebrer vor seinen Schülern. . Er' muß Meister des Materials sein, aus welchem er seine Gestalten schnitzen will; sie müsien. niit ihm zu Fleisch und Blut, die Ideale semes Lebens geworden sein. Sein Wort. zündet, belebt Gefübke, fordert das Nachdenken der Kinder heraus. Sein I Wort! Das Wort. das. ihm au» der 'Seele stammte, j das eingegeben ist von der Begeisterung, von der Ehrk iurcht, von der Liebe zu erhabenen-Menschen, die da gewirkt haben in der Vorzeit als. Sendboten Gottes an Israel. Nicht das Auge im Büchel Die Kinder tnüsien es sehen, suhlen und an sich selbsterfahren, was die Religionsgeschichte des Judenthums ist und wirkt in ihrem Lehrer. Ter Unterricht, in der isr. Religionsgeschicht« ist Religionsunterricht; der 7 Geschichtskdhrer ein Religionslehrer! j Und wenn die Materialisten unserer Zeit, an welchen leider j auch die jüd. Gemeinden reich sind, von Euch. Ihr Lehrer i in Israel, statt besten verlangen, daß Ihr nur unterrichtet, j was sich im Leben alsbald in baare Münze Umschlagen | läßt: wenn die Zeloten und Fanatiker, die sür die starre j Unveränderlichkeit des Herkömmlichen schwärmen, auch dies ' heilige Gebiet jüdischen Willens und' jüdischer Charakter-! kräftigung aus der Schule verbannen wollen, weil cs „etwas! Neues" ist, während sie „religiöse" Disciplinen eimühren . wollen. die weder nach Inhalt' noch nach Form sür die Schule geeignet sind, so „Laßt Euch nicht irren Dks Pöbels Geschrei." Der Lebrer muß fühlen, daß er d.m Edelsten im Menschen dient, daß er die höchste imd Iniligste Ausgabe , seines Beruies erfüllt, wenn er. Mit Begeisterung sich hinein- ' lebt in die erhabenen Gebilde entschwundener Zeiten, damit er lerne, wie er 'eine Kinder lünzuleiren habe zur ewigen ' Quelle lebendiger Erkenntnisse, nt\ erlöste mit Bewunderung und Ehrfurcht vor dem Ewig-Unwandelbaren, daß sie schauen lernen die Wege Des Ewigen, und an atoßen Menschen und großen Zeitn, an ewigen-Idealen sich erheben und veredlen und wachsen in der Erkeuntniß Gottes und in her Liebe zum Iudentdume. Da-s sei das Ziel! Correfponden;. —^ - j Bayern, Anfangs April. Berichte aus unserm Vater-; lande müssen gerechterweise »deti Ausdritck der Trauer über > das frühzeitige Hinscheiden unsres chraven Königs, eines > cb-,];- r.-cix ’i-on, an der.Spitze tragen, denn er war, hier t könnte es ja sonst ohne, den bräuchlichen Weihrauch gesagt , werden, nicht nur ein -wahrhaft konstitutioneller, das Beste i wollender König überhaupt, .er war nicht nur eine edle \ Seele, er war Beides auch uns Israeliten. Nie ist eine verletzende Aeußerung über Juden, wie-sie"früher hie und! da siel, ins Publikum gedrungen, vielmehr hat der Selige nach einer Erklärung des Rabbinen Aub zu München in seiner Trauerrede seine Gleichachtung aller Confesfionen ohne Rückhalt Jenem gegenüber ausgesprochen. Unter seiner 14jährigen . Regierung sind die Ausnahmsgesetze bis auf wenige gefallen, die Rechtsgleichheit ist zur Wahrheit auch bezüglich un'rer geworden, und das wenige mit diesem sich nicht vertragende noch Bestehende wäre sicherlich allmählich auch aufgehoben worden. Der schlaue Geist, welcher ,onst die Regierungsmaßregeln und Entscheidungen beherrschte, der Alles intervretirte, ist einer wohlwollenden Auffassung gewichen. Beweis d»far find auch zahlreiche Anstellungen von Israeliten im öffentlichen, wenn auch nock nicht im äußern Dienste und im Richteramle, ferner die von einer Krcisrcgierung gegen die isr. Schulen entschiedene Auwen dung des Schulgesetzes vom 1t». Nov 1861, welche durch eine allerhöchste Verfügung wieder aufgehoben wurde, und neben vielem Anderen die endliche Regelung des CultuSwefens nach dem Grundsätze der Autonomie und der Anerkennung einer gcwiffcn Stellung der Rabbiner als geistliche Behörde. Darum, und weil der Jude in keiner praktische» Auffasiung jeder Situation den Werth seiner gehobene» Stellung begriff, war auch die Trauer überdas unerwartete, oas durch Plötzlichkeit gcwistermaffen überwältigend,: Hin scheiden des geliebten Königs eine wahrhaft aufrichtige, tiesgeiühlte, und die überall abgehaltenen Traüerfeierlichkeiten entsprachen vollkommen dem Volksgeftihl, wenn auch nicht zu leugnen, daß sie hier und da mit einiger Ostentativ» in die Encheinung traten; zumal unsere Gottesdienstordnuugen hinterher gleich wieder in ihren hergebrachten, den Gebildeten so wenig ansprechenden Schlendrian zurückverfielen. - König Ludwig II. har folgendes Handschreiben an de» Rabbinen in München erlaffen: „Mein lieber Her-r Rabbiner Aub! Ihre Anzeige von dem durch die hiesige isr Cultusaemeinde abgehaltenen Trauergottesdienste und den Abdruck der hierbei von Ihnen gehaltenen Rede summt den dabei oorgetrageuen Gebeten habe ich mit Befriedigung entgegeugenomnien. Indem ich nir die bewiesene Theünahme a» meiner Träner danke, verbleibe ich mit künglicher Huld und Gnade Ihr wohlgewogner König Ludwig. München, den .'11. März 1864. Erwcjhncnswerth ftir dieses Blatt erachte ich noch die türzlich erfolgte Anstellung des Hrn. L>r. Rau aus Günzenhausen , als k. Advokaten in München. Derselbe hatte, weil zum Lehrer vorschriftsmäßig gebildet, ichon eine Verwendung als solcher in Fürth, als er sich noch rechtzeitig auftaffte und dem Studium sich widmete. Er hat auch eine juristische Preisfrage gelöst. Gedenke ich noch des Verlustes, welches wir durch den Tod Dr. Arnheims erlitten, besten Stelle wenigstens in der nächsten Zeit wohl nicht ausgefüllt werden wird, obschon 1)r. Frankenburger zu» zweiten Ersatzmann in Nürnberg erwählt ist, so habe ich Ihnen das! Wesentliche über unsere Lage in politischer und kultueller Hinsicht nlitgetheilt. Schließlich noch der Ausdruck der Hoffnung Ihnen demnächst auch einige» Erfolg bezüglich Ihres Vereins zur Unterstützung der Lehrer rc. in unserm Bayerland melden zu können. An unser» Bemühungen soll es nicht fehlen. Aus j Ungarn. (Zur Entgegnung.) Nachträglich kommt under „Israelitische Lehrer^ zu Gesichte und »ir

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