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Der israelitische Lehrer · 1864-04-14 · 15 (14.4.1864) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
15 (14.4.1864)
Date
1864-04-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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WUchrxttiä, Sintfljäljrt: »emrntsvrrld Rumoier. Il^ff Abont Lblr. 27 ft. 9 ei franfir rrr Zusrno mg inner Srfnjbant Der jLkirlick 2 q. (2 fr. Beslrllungtn nibmfn «Cr Poüächttr und U»o<t>l,anrl«ugcu -n. AsrseWscKe Aekrer. Organ für die Schule, die Familie und das Gemeindelel>en des ünjngen »u 1 Lgt. ei« Prtit:»ilk. V.iniendungr» rnewed« Lirrfk an den vcrantworrlitl'ta 1 et« an iir L-rrlagshand!u»g. ZndentdumS. HerauSgegeden von I. Ikiingenfiein, Ignaz Lehmann und A Treu. N". 1®. Mainz, den 14. April 1864. (Vierter Jahrgang.) Religionsgeschiehte. | (Schluß.) Bevor eine solche Verschmelzung des weltgeschichtlichen Unterrichtsmaterials mit dem Unterrichte in der Religionsgeschichte , wie wir in unserer vorigen Nummer angedeutet haben, in der Schule eiutrrten kann, müßte dieses Ma terial wissenschaftlich in dieser W.isc bearbeitet worden sein. Las kann jedoch nicht Sache des Lehrers sein, und daruni müssen wir hier dem nachdiblischen, rcligionsgeschichtliche» Unterricht für »ich die Stelle anweisen, die er einzunehnien hat. — Tiefe Stelle ist aber unmittelbar nach dem Abschlüsse der bibl. Geschichte, und zwar so, daß der gesammte religions geschichtliche Unterricht eine ununterbrochene Kette bildet. Wenn der Lehrer seiner Aufgabe gewachsen ist, wird mit dem 12. Zähre das Kind so weit gebracht sein, daß es die in der Bibel enthaltene Religionsgeschichte vollständig inne hat. Es wird darauf unmittelbar mit der nachbibl. Geschichte fortge fahren, daneben aber, ebenfalls in wöchentlich einer Stunde, den» Kinde^ noch einmal die ganze Bibel vorgeführr, uiindestens demselben! in der Bibelkunde ein klarer Einblick über Ein theilung und Inhalt der Bibel geben. Zwei Strinden in der Woche aber scheint uns durchaus nicht zu viel gefordert kür diese beiden Unterrichtszweigc, die so recht das Wesen sind der religiösen Durchbildung des Israeliten Reben dieiene noch eine Stunde für systematische Religionslehre, 3 Stunden Hebräisch für Mädchin und 5 sür Knaben — also 6—8 Stunden Religionsunterricht, das ist nicbt zu viel, gefordert'sür die Confirmandenklasse. nir den Unterricht in der jüdischen Religion, die — wobt ist uns das bekannt, — wie überhaupt jede Religion, vorzüglich eine Sache des Gemüths und der Empfindung ist und sein ioll, abcr auch eine Religion der Erkenntniß und des auf religiösem Wissen ruhenden Charakters ist. Wir wären mit den uns gestellten Fragen zu Ende. Aber es liegt uns nun ob, nachträglich einen Blick auf die Hülfsmittel zu werfen, die dem Lehrer bei diesen» Unterrichte zu Gebote stehen. Wir haben schon oben angedeutet, daß uns sür die Zukunft eigentlich ein Werk in» Geiste vorschwebt, das diesen Unterricht mit dem weltgeschichtlichen verbindet. Allein auf dem Standpunkte, den wir jetzt einnehmen, ist die Klage durchaus unbegründet, als fehle es an geeigneten Schriften, di» den Lehrer in den Stand setzen können, einen tüchtigen icchgemäßen religionsgeschichtlichen Unterricht zu crtheilen. Wohl muß der Lehrer selbstständig sein, muß selbst z» wählen und zu sichten wissen und. es wird und soll nie eine Schrift'geben, die dem plso, daß er der Eelbstarbe»t sich Vielmehr ist es, wie überall io auch hier die Pflicht des Lehrers selbst zn prüfen, zu forschen. Meister zu werden des v »rzutragenden Stoffes, und'sich machen, daß er damit in der älter» kann. Freilich ist auch die Forderung wohlbegründet, daß nian seinem Unterrichte einen Leitfaden zu Grunde lege», soll. Allein, das wäre kein Lehrer, kein selbstthätig denkender und strebender Geist, der sich an einen Leitfaden gai z und in Allen» sklavisch binden würde. Die jüd. Geschichte-Literatur »st reich an den herrlichsten Werken jeder Art und keine andere Sphäre, in welcher die Juden der Jetztzeit thätig^ und wirksam sind, gibt so sehr rühmliches Zer gniß von der Energie und Tiefe des jüdischen Geistes, von >e»n Ernste seines Strebens, von der unergründlichen rnd u »meßbaren erhabenen Liebe zum Judenthume selbst, als die wahrhaft bewundernswerthen jüd. GeschichtSarbeiteu und Geschichtswerke; so daß die jüd. Ge schichtswistenschast, die in jben letzten 50 Jahren eigentlich erst geboren und zur Wissenschaft geworden ist, jetzt schon anderen Wissenschaften fas» gleich steht, lind die Bewunderung der Einsichtsvollen verdient. Tie jüd. Geschichrssorschung hat das ungeheure, bisher todtr Material ans Licht gebracht, gesichtet, und auch den» Laien-zugänglich gemacht l Das ist eine Riesenarbeit für so wenig Männer unter den besonderen Verhältnissen, in welchen wir leben, in so kurzer Zeit und ohne äußere Anregung oder Begünstigung. Ehre den Männern, die einer Wissenschaft sich hingeben aus reiner Liebe zu derselben. ohne Rücksicht auf nennenswerthen zeitlichen Lohn! — Der Tisch ist also für den strebenden Lehrer jetzt gedeckt, wie noch nie; der Lehrer darf nur zugreisen, un» Antheil zu nehmen an dieser regen Geistesarbeit durch die wette. Benutzung des ihm gebotenen Stoffes. Selbst speciell für die Schule ist schon manches Gute geliefert wordene die Schriften von Hecht, Elkan, Schlesinger; die Bearbeitungen in den jüd. Lesebüchern von Hästers — Hecht und Ludwig Stern — sie find alle gut, ja mitunter vorzüglich in ihrer Art und wohl zu gebrauchen.

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