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Der israelitische Lehrer · 1864-03-31 · 13 (31.3.1864) · p. Seite 51

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
13 (31.3.1864)
Date
1864-03-31
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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-.1 isr. Religionsbücher ertheilt mcroe. — Nur Die Bemerkung ber Konferenz-Mitglieder, daß die im k. k. Schulbücherverlage erschienenen, wie auch andere zum Schulgebrauche zulässig erkannten isr Religionslehrbücher nach Inhalt und Form den Bedürfniffen der Jugend nicht vollkommen entsprechen^ forderte der Vorsitzende k. k Schulrath die Versammelten auf, es mögen sich in Mähren Lehrergruppeu bilden,. um namentlich die iin k. k. Schulbücherverlage erschienenen isr. Religionsbücher einer Revision zu unterziehen, und nach Jahresfrist die diesfälligen Gutachten der t. k. Statthalterei zur weiteren Verfügung vorzulegen. ';) Der Lehrstoff aus dem Hebräischen soll für die isr. Hauptschulen derselbe, wie für die Trivialschulen sein. 5) Die Reihenfolge des hebräischen Unterrichtes soll deni betreffenden Lehrer anheim gestellt werden. f°>) Ueber die Frime, wer in der isr. Schule den hebräischen und wer den Religionsunterricht zu ertherlen habe, wurde beschlossen, das; derjenige, welcher den bebräiichen Unterricht ertheilt, auch den Religionsunterricht;u übernehmen habe. Wenn der behördlich angestellte Literärlehrer für den hebräischen Untericht befähigt ist, so hat er diesen gegen eine angemessene Remuneration zu ertheilen. Im entgegengesetzten Falle hätte Die Gemeinde an seine Stelle einen pädagogisch geprüften hebräischen Lehrer mit Genehniigung der Behörde zu bestellen. Für diesen Fall bliebe aber der Literärlehrer Klaffenoyrstand. ■ 7 > Zum Schluffe berieth man über die dem gedachten Unterrichte einzuränmende Stundenzahl. Dem Religionsunterrichte in der Muttersprache beschloß man 2 Stunden wöchentlich in jeder Klaffe zu widmen. Der Gesammtunterricht soll in Der 1. und - 2. Klasse täglich st Stunden, daher wöchentlich 23 Lehrstunden um fassen, wovon, wie bisher, 20 Stünden dem literarischen und 13 dem hebräischen Unterrichte zuzuwenden sinD. In Der 4. Klaffe, in welcher vorschriftsmäßig 22—24 Lehrstunden für die literarischen Fächer festgesetzt sind, sollte «ich Der tägliche Unterricht aus 7 Stunden erstrecken. Hieraus stellten die versammelten Lehrer an Den Vorsitzenden die Bitte, die Regierung nüige sie. wie bis jetzt, namentlich i,n Fall einer Äenderung in Der -Schulaufsicht, in Schutz nehmen, nnd Dann auch Den isr. Lehrern Mährens allenfalls bei den jährlich zu berufenden Konferenzen Gelegenheit geben, unbeeinsiußt von den Gemeinden ihre Wünsche darzulegeu. Die Versammlung benützte diesen Anlaß, um den beiden hochw. Konsistorien zu Brünn und Olmütz einstimmig den Dank für ihre Verdienste um die Hebung und Förderung des isr. Jugendunterrichts in Mähren auszusprcchen. Eben so wurde dem Vorsitzenden der Dank der vcrsammelten Lehrer für das Zustandekommen der Konferenz und die umsichtige Leitung derselben kund gegeben. Ohne Zweifel boten die Ergebnisse dieser Konferenz der Regierung den willkommenen Anlaß, die wichtige Frage des Verhältnisses des hebräischen Unterrichtes znr Volksschule in weitere Erwägung zu ziehen, und wir werden nicht unterlassen, die in Aussicht stehenden Anordnungen seinerzeit unfern Lesern mitzutheilcn. (Oester. ^Schuldste.) > Die Lehrerwaisen. tri ne Erzählung aus dem Leben. (Fortsetzung.) Auch Rabbi Metidel hatte dem eben erzählten Vorgänge aus der Ferne zugeschaut. »Die Dummköpse," sagte er, „die haben gewiß die Börse des Prinzen nicht, hätten sie sie gesunden, sie würden ne sicherlich nicht behalten wollen Dieier Waller war sein Leben lang ein Schofel,') ein Poschea Iisroel-), aber ein ehrlicher Tropf. Run, das gibt ihnl den Todesstoß. Tann kann mein Aaron einziehcn, und wenn er von der Negierung angestellt ist .... Jsaac Sarons, des reichen Parneß Tochter"-. Mendels Gesicht wurde immer strahlender. Wir wenden unseren Blick — ab von den vom Büttel abgeführten Kindern, die auf -ihrem Leidenswege zum Hause des Polizeirathes vielen initleidigen und vielen höhnischen Gesichtern begegneten, aber rrihig rrnd offen ausschauend in dem Bewußtsein ihrer Unschuld hingingen, — Dem Hause der Eltern zu, in ein Krankenzinimer. Es war schon Dunkel in diesem traurigen Raume; der Vater lag, wie schon seit Wochen, mit geschloffenen Augen, im Bette; am Fenster saß die Mutter; auf ihrem Schooße das jüngste Kind. Das besorgte Auge der Mutter glitt vom Krankenbette zu Den Kindern über. Auch diese weilten ruhig in der Mutter Nähe; nur Bella fächelte zuweilen leise Das Gesicht des leidenden Vaters; wer ihn so gesehen hätte, wie "er bewegungslos dalag, hätte ihn für tobt hasten müssen. Das tiefste Gemüthsleiden stanh ausgeiprochen aus dem Gesichte der Mutter, wie sie hinichaute zu dem Bette, worin der Ernährer ihrer sechs unmündigen Kinder ohne Rettung dem erbarmungslosen Tode zueilte. Was wird aus ber* Armen werden? Wo soll sie hin in ihrer trostlosen Verlassenheit. ohne Mittel, ohne Kraft, ohne irgend einen Ret tungszweig, den sie ergreifen tonnte mit ihren sechs unmündigen Kleinen! Hier, fern von ihrem Geburtsorte, wo selbst ihre Kinder ein zweiselloies, ungern bewilligtes und fast niitzloses Heimathsrecht hatten! Wo Niemanden sich um sie kümmerte, sich um sie zu kümmern ver-pflichtet war! Wo das Machtwort eines rohen gefühllosen G'meindevorstandes sie heute noch aus dem Hause jagen konnte, den einzigen Zusiuchtsort, der aut dem ganzen weiten Erdenrunoe ihr bis jetzt noch ein Unterkommen bietet. Ihr umdüsterter Blick ichaute zuück auf die Heimath, wo ihr Mann > einst ihr Herz «16" liebender Jüngling gewonnen; sie war ihm hierhergefolgt, wo er eine Stätte gesegneten Wirkens, sie eine Stätte des ruhigen Schaffens neben und für den Geliebten zu finden hoffte; und sie hatten ihn zu Tod gehetzt, trotz feiner großen Verdienste um die Hebung des Gemeindennd Schulwesens; hatten seine etwas heftige, zu weilen aufbrausende, aber offene Natur in steter Aufregung erhalten, weil sie seinen freien selbstständigen Geist haßten. Selbst bei seinen Schülern hatte er wenig Erkenntlichkeit, aber desto mehr Undank gesunden. — Nun liegt er nach fünfzehnjährigem ausDpserndem Wirken seit vielen Blonden hier, Dem baldigen Tode ein sicheres Opfer. Die wenigen ersparten Rothkreuzer sind aufgelebt; was soll ans I) und 2) «Äiictzesübntrktcr.

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