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Der israelitische Lehrer · 1864-03-10 · 10 (10.3.1864) · p. Seite 38

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
4 (1864)
Issue
10 (10.3.1864)
Date
1864-03-10
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 gjDontcu ollten.. “Riemaud wird leuguen, daß die Bei'viele, — welche in der Ge'chichte der Menschheit dem Schüler entgegentret. n, de^en sittliche und moralische Thatkraft zu heb n vorzugsweise im Stande sind; daß der Mensch nur tra Sviegel der Menschheit' sein eigen selbst erkennt; daß oas sittliche Gefühl, das sittliche Urcheil, die Intelligenz gckräftigt wird dui-ch die Betrachtung der Wege Gottes, rin Leben der Menschlieit, und die-Vernunft die höchste Besriediguug findet in deni.forschen nach dem Wege, wie Er die Menschheit führt zum ewigen. Ziele, wie seine lohnende und strafende Hand-im Großen wie-im Kleinen ersichtlich wird, im Leben eines, schwachen Erdenkmdes, des mächtigen Herrichers, der sich.erheben will über Seinesgleichen, wie ' im Leben ganzer mächtiger. V.-l'? r uno- Generationen. Wer erkennt die Wege des Ewigen, ermißt iem Thun? Und doch erfahren wir aus .der Geschichte: Wo immer eine hohe Idee, ein sittlicher Gedanke das Leben des Einzelnen, das Leben eines Voltts beherrschte, wp. Moral und Sittlichkeit die Bindemittel des socialen Lebens waren, da war Bestand und Segen. Wo dagegen Selbstsucht herrschte und damit sittliche Ideen verschwanden, da. war und rst und wird sein — Verderben und Untergang. Tas lehrt uns die Geschichte. Und da wir in der Schule nur unterrichten, um. zu erziehen, io kann gerade die Geschichte, die.uns Lehre'und Beispiel zugleich ist, als das erste Förderuugsmittel guter Erziehung-,, mithin — nächst der Religion — das edelste Bildungsmittel der Menschheit sein. Trifft sie jedoch nrit der Religion, .zusammen, ist sie als Religronsgeschichte das lebensvolle. Bild der Religion und ihrer Entwicklung 'elbst, so übertrifft sie an und für sich jttkn «'..deren Unterrichtszweig ätr erziehlicher Kraft. — Und nun gar die jüdische Relrgionsgeschichte! Kann es ein großariigeres, erba-benertS Gemäldeeinen sprechenderen Beweis gebm für das Allwalten Gottes? Ist nicht jede Ttiatjache in ihr ein, wunderbare und. erhebende Lffenbantiig? Hier ein Volk, das hinausgetneben aus seinem Vaterlaude, zerstreu! in alle Welt, gefoltert, gemartert, verjagt, versolgt von dr.u Hasse der Poller. von' der WHutl, der Rationen — hier em Häuflein, dort ein Haustein; und dies Häuflein im Kampfe der Welt selten olinmachrige'st Zu'chauer, sondern alle vieie Kampfe, — diesen Untergang alter, dieses Aufblühen diesen Born der Erkenntniß, der Festigung im Glauben, der; religiösen Thal.... ge-ea taa -- 'n nx rpnx- (Fortsetzung folgt.) Recenfkoneu neuer Böller miterlebend, ltieilnebMend! — unter sich : Wahre Li 40 Sprech und Denkübungen für Bcwahranstalten von Samuel Kohanyi. Pesth 1864.' Lausers 8", <:<>. Seiten. Es darf die Herren in Deutschland nicht wiullern, daß wir hier in Ungarn nur zu oft an die ganz Kleinen denke»; dieß ist der beste Beweis, daß unsere Lehrer nur das wirkliche Gedeihen der Schule im Auge haben und in dieser Sphäre sich stets bewegen, weil sie echte jüdische Patrioten und; Maimoni sagt ja: der Lehrer, der im Unterrichte selbst lau ist, ist „n’s~a nwy bb.2 ms“ Herr Kohanyi, der als Jude in der Landesbewahranstalt angestellt istwie die Bewahranstalt der isr. Gemeinde hier leitet, ist ein Mann, der durch sein eifriges Bestreben auf seinem Gebiete Vorzügliches geleistet hat. Schon der unsterbliche Jost sagt vom Verfasser in Löws Ben Chananja UI. I. ©.,(>24: „Daß man die Leistungen des H. K. auch ini Auslande zu würdigen weiß;" und durch die letzte Arbeit hat der Verfasser faktisch bewiesen, baß er als Bewahrlehrer den ersten Rang einnimmt. H. K. gibt den Eltern ein treffliches Handbuch in die Hand, durch welchen ermöglicht wird, die unmündige Jugend denken und sprechen zu lehren; der Stufengang ist ein derartiger, daß man das Zeugniß geben kann, daß der Verfasser aus Erfabrung im Amte auf die Gedanken kam, und so uns übergibt, was nur reife Erfahrung geboren hat. . Möge es dem Verfasser daher gelingen, sein astgestrebtes Ziel zu erreichen, und jdas Buch seine oerdiestte Verbreitung sinken, da ein Theil des Ertrages der Landes- Bewalnpiäparandie gewiome^ ist; möge die Verbreitung den aber auch ermuthigen, uns vald wieder mit für die Jugend zu bereichern. Pollak. be, drei Erzählungen von M. Wassermann. H. Verfaffer einem Werke fast ohne äußerlichen Zusammenhangj und doch innner festhalteno an den: Euren, sich gegen alle Mächte der Welt wannend mit einer Idee, an deren Festigung, Entivicklung, 'Ausbreitung. Peraligemeinerung es. fort und fort arbeitet und üuie Idee und dickes Volk — das einzige, das aüe die Slurme übervölkert, die die alte Welt in TrAmmern si'.u'tt! Sollen wir sprechen von dem. Adel und Dein Stolz . Israels, vor dem aller Erdsustolz undErdenadel zü Staub geworden? Und dieses erhabenste- Lelusnsbild einer jstat.ou >oüle kein fruchtbringender Ünterricht 'ein iür un'ere Kinder? >'>orails könnten siebesserlexnen, sestha^en an dem Einen, Verlag von W. Kitzinger. Pr. 10 Ngr. 'ur das unsere Väter taufend s erhebendere Z.ugniffe vost der.Kras gelitten? Wo gibt der Ueberzeugung. m urnerer GAchichte,. wo taustnr und aber tausiud sick' au'ovierlen voll' Freude jiitD Hingebung in Demutli und!.'iüUüuteaua;? Wo lernen wir bester streben, dulden und — warten? r'euu't uns un'ere- Binder hinsühreu an ^luttgar - Wir bringen obiges Buch hier mit der Bemerkung znr Anzeige, daß der Verkäster ein Rabbiner ist. Derselbe ist auch schon früher als Romsindichter bekannt geworden. Es liegt iür das jüdische Publikum auch hierin schon eine indirekte Empfehlung!des Buchs Der Inhalt desselben hat nichts speciffsch Jüdisches. Wir urgiren daffelbe iudcß auch nicht, selbst iür den Rabbiner. Im Gegentheil; wir erkennen darin einen Beweis mehr, wie sehr und wie schnell sich der . universelle Chstrakter des Judenthums gcltend'macht, welchen man vielseitig auch heute noch nicht anerkennen will. Daß es jüdische Pxincipien stnd Eharaktere sind, welche hier zur Anschaum g gebracht werden, ist selbstredend. Daß Biese aber nicht mehr als ipecifisch jüdische hingcstellt zu werden brauchen, ist ein Fortschrittt der Zeit, eine Eroberung des Judenklmms. — Die Schrift eignet sich auch für Jugend Bibliotheken. R.

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