Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 4 (1864)
- Issue
- 4 (28.1.1864)
- Date
- 1864-01-28
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Wohlthäter. Weiter aber als auf ihre nächste Umgebung vermag sich dieses geistige, oder um mich anders auszudrücken, dieses die Bedürfnisse des eigene» Leibes ignorirende Wirken der Thiere nicht-zu erstrecken. Auf dieser Löhe steht nur der Mensch. Außer den körperliche« Bedürfnissen, wodurch der Mensch seine Erhaltung, Pflege und Bequemlichkeit befördert, kennt er aüch noch andere, wodurch er seinem eigenen Leibe leine Bortheile, gewährt, sondern (nicht wie das Thier nur seiner nächsten'Umgebung) auch der ganzen Mit- und Nachwelt nützen will, ohne dabei auch nur auf die geringste Anerkennung vbn Seiten Derjenigen, denen er wohl gethan zu rechnen. (Fortsetzung folgt.). Necenslonen. T30, Hilfsbuch zur Präparation beim Uebersetzen der Gebete, an Wochen-, Ruhe- und Festtagen für Israelitische Schulen. Alphabetisch Learbestet von Gerson Lasch, Oberlehrer an der Israelitischen Schule zu Halberstadt. (Zu haben beim Verfasser und in Commission bei G. Loose, Frantz'sche Buchhandlung. Preis 5 Sgr., in Parthien billiger.) Hülfsmittel zur leichteren Behandlung insbesondere des hebräischen Unterrichts müqen dankbar angenommen werden. Das vorliegende, mit Fleiß bearbeitete, wird gute Dienste thun und die Vorbereitung erleichtern. Die Wörter find nicht allein in den Wurzeln, sondern auch. in den Formen vorhanden, wie sie im.Gebetbuche stehen, erfordern afto keine grammatikalischen Vorkenntmsie. Der Streit, was beper sei, ob Vokabularien oder solche Schriftchen in mehr lexicalischer Form, ist an und für sich ein leerer. .Pädagogisch betrachtet dürfte jedoch diese Art vörzuziehen sein. Das Einlernen nach Vokabularien — wie sie gewöhnlich sind — ist zu leicht so daß es sehr oft. in reinen Mechanismus übergeht; die Worte, die bei gelernt werden, sind bei i'-o idk» wieder vergessen und was das Aergste dabei ist, — das Kind weiß sie auch nicht mehr zu finden. Nach vorl. Schrift ist allerdings eine größere Gewandheit zum Auf- - suchen der Worte erforderlich, aher diese Hilfe stärkt die Kraft des Schülers auch zum, FortsHreiten im Unterrichte und das ist^vie Hauptsache. . ' . j Geschichts-Repetitionen. .Für Schulen unoPrivatgebrauch. Von 1)r. Horst Keferstein, Lehrer an der öffentlichen Handelslehranstalt in Dresden. -Dresden bei CH. G. Ernst am Ende 1661. (5 Hefte I. Abth. Amerika und Australien. 11. Abth. Asien und Afrika, 111, IV _ V Europa. « Wir haben in vorliegender Schrift das Werk eines in der pädagogischen Welt bekannten Mannes worliegen. Herr Dr. Keferstein ist den Leseül dir §allg. deutschen Lehrerzeitung" als rationeller Pädagoge bekannt. In gegenwärtiger Schrift, die allen Denjenigen,' welche Geschichte studiren, oder lehren wollen, sehr zu empfehlm ist, verfolgt derselbe einen neuen Weg — den der. Zusammenstelluna des Materials in Gruppen, wie wir es bezeichnen möchten, — statt in Zeitaltern. Er glaubt, daß „ein Hauptmoment" der rechten Methode des Unterrichts, das Zusammenordnm deS Gleichartigen oder substantiell Zusammengehörigen sei. Er behandelt also zuerst die einzelnen Erdtheile, dann in Europa die einzelnen Länder' u. s. f. Dadurch werden die einzelnen Thatsachen klarer, anschaulicher. Ob jedoch die Kulturgeschichte der neuen Zeit in solcher Weise sich abgränze« läßt, ob überhaupt nicht, weil die Vorgänge in einem Lande oft in einem Andern ihre Wurzeln haben, der Vortrag in solcher Weise wirklich lebendiger wird, dürfte sich erst in der Ausführung zeigen. Jedenfalls sind diese Tabellen — denn nicht mit einem Geschichtswerke, sondern mit solchen haben wir es zu thun, an Bestimmtheit, Ausführlichkeit und Reichthum des Inhalts alle andern derartigen Hilfsmittel weit überragend, und daher Geschichtslehrern und Geschichtsfreunden sehr zu empfehlen. Corresponden;. Aus dem Unterrheinkreis (Baden), 10 Januar. Unsere Schulfrage nimmt, sowohl im Allgemeinen, als auch im Besonderen für uns Israeliten den besten Fortgang. Die hierauf bezügliche Stelle in der Thronrede, welche in erhebenden Worten diese Frage in erste Reihe stellt, sowie die Aeußerungen des bereits eröffneten Landtags, welcher trotz der ernsten deutschen Frage unsere Angelegenheit nicht in den Hintergrund gedrängt misten will, berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. — Die im verflossenen Sommer durch den Oberschulrath berufenen Beiräthe aus dem Lehrerstande haben in collegialischer Weise sich unserer Sache mit großer Wärme angenommen. Angeregt durch den gediegenen und sachgemäßen Vortrag unseres wackeren Collegen und Beiraths Sinsheimer haben diese größtentheils in überzeugender Weise sich gegen jede Ausnahmsstellung ihrer isr. Collegen ausgesprochen. (Wenn Sie es wünschen, so bin ich gerne bereit, Ihnen die Rede L-insheimers und Anderer mitzutheilen.) Unser freisinniger Oderschulrath erklärte bei.dieser Gelegenheit, die nöthigen Schritte zu thun, um möglichst alle Hinderniste zu beseitigen, die dem ausgesprochenen Emanzipationsprincip entgegen stehen sollten. In gleichem Sinne sprach sich dieselbe Behörde vor Kurzem gegen eine von Seiten isr. Lehrer hierzu beauftragte Abordnung aus. Besonders wurde derselben in entgegenkommendster Weise die Versicherung ertheüt, daß die hierauf bezügliche Regierungsvorlage weit günstiger ausfallen werde, als vie bekannten 44 Thesen, die nur zur Berathung für die Beiräthe bestimmt waren, die aber in einem strenger« Sinne beurtheilt wurden, als sie gegeben wären. Der Ausdruck „beide" Confessionen werde, wo er vorkommt, gestrichen, da berfelbe ohne weitere Absicht nur eine gewohnte Redensart sei. Den isr. Lehrern stünde in den bestehenden höheren Anstalten gemischter Confessio», höheren Bürgerschulen rc. jetzt schon kein Hinderniß entgegen, augestellt zu werden. — In Pforzheim ist bereits ein Jude an der dortigen Gewerbfchule angestellt. — Bezüglich der Besoldungsverhältniste, werden wir, was bis jetzt nicht der Fall ist, gleich dm übrigm Confessionm behandelt werden. — Mit solchen Aussichten dürfen wir getrost der nächsten Zukunft mtgegen