Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 50 (10.12.1863)
- Date
- 1863-12-10
- Page
- Seite 196 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4896751-5428748-5431308--0665-4897300- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
196 Wie ne zünden, wie sie singen! —- ' Wenn mein Auge diesen Raum- - - '7' Also schaut Lieb und traut: . - Ach, die Wonnen, die dann dringen -' mein Herz, beherrsch' ich kaum! Denn das heil'ge Weltendrama — —1 Die Geschichte Juda's — schwebt _ 1 Mir Nun vor , .; Und ein Chor Singt mir in dem Panorama,".v Das mir zeigt, was ewig lebt,... Und die Wundermelohie»;; Dieses Chores klingen mir,. Wo ich geh', Wo ich steh', . Lange nach im Geist und ziehen - Ihn zum Urlicht hin. von hier. — Bonn, iniKislew VB'iV. Or Fh: Kr. Urber Lehrerbildung. (Fortsetzung^. . ■ IV. M a t h r,m a' t i k. .-u Äedmep, ><) .«becmernc.- a) Rechnen. Das. Rechnen ist. die beste C^hinnastik deS Geistes. Man bat fl über die Israeliten als besonders fähig znni Rechnen geglaubt. -Wir -wollen d«is dahin gestellt fein lasten; aber sicher ist, baß' m den Augen vieler unserer Gernechdeglieder oer Lehrer durch das, fertige Rechnen der Kiitdrr an Aniehen gewinnt; schon deshalb, werl^dies der Gegenstand ist, den auch die Eltern-am leichtesten zu beurtheilen vermögen. Fertiges Denkrechnen iKo'vD ünd Tafelrechnen, wo noch eine iolche.Scheibuiig beliebt werden sollte, die jedoch in guten Sd ulm längst veraltet ist,) Spezies, Bruchrechnen, Regeldelri, Fünf und Vnl'ätz.'in feinen verschiedenen Anwendungen^ bis zur Kenmniß der -Proportionen -und Wurzeln und der Algebra ist das betreffendes Wifsrn für den Piäpa randen. (Diesterweg und Heuser, Winter, Scholz, Grube, Kk. Hincli, Heutichel und W. Sterni). - st) Geometrie. Es ist dies ein vielfach in jüdischen Schuten vernacklästigter Gegenstand, weil-, angeblich, das praktische Bedünniß fehlt. Dem Prävaranden darf unter keiner Bedingung dieser Zweig eines geordneten mathematischen Wissens unbekannt bleiben,'der uns das tiefere Eingehen in andere Winensfächer (mathematische Geographie, Physik und Chemie) erstmöglich macht..' -Die wichtigsten Lehrsätze der Planimetrie und Stereometrie mit klarer Beweisführung. > Diesterweg, Großmann, .Noppe, Snell, Grub er.) V. Z c i ch n,r ». Auch diestr Gegenstands wird in viele» jüdischen Schulen vernachlässigt. Beanlagten Prävaranden. «ollen wir jedoch anrathen, sich-dieses (Gegenstandes recht sehr zu befleißigen und enipfehlen die praktische Methode des Raturzeichnens. Tme schöne Arbeit hierüber bringen wir im nächsten Jahrgang. Musik «nt Gesang, Boröeterdienst. Dieser Gegenstand hat silr den israelitischen Lehrer, der praktischen Anwendung beim Gottesdienste Willen, eine ganz besondere Wichtigkeit. Rachdeni in den meisten kleineren Gemeinden der Lehrer '-»gleich Borbcter ist. und nachdem maii besonders in neuerer Zeit fast überall einen geordnete» Gottesdienst mit Chorgesang, in vielen sogar mit Orgelbegleitung eingeführt hat, wird es für das Fortkommen deS Lehrers von höchster Wichtigkeit sein, wenn er sich bestrebt, sich tüchtige Munkkenntniß— in Klavier und Orgelspiel, Piolin, zu verichaffen. Dazu muß aber der Grund schon früher gelegt und in den Präparandcnjahren tüchtig fortgebant werden. Dabei sind zugleich praktische Hebungen im Bordeten vorzunehmen, und insbesondere darauf zu achten, daß dein Zbgling Gelegenheit werde, sich im würvigen Borlesen der Thora auszubilden. Hilfsmittel sind hier je nach Talent allzuwenden. Wir wollen hier jedoch ein Bedenken nicht verschweigen, ielbst ans die Gefahr hin, bei vielen unserer Leier vielleicht anzustoßen. — In vielen Gemeinden ist leidereine Sucht nach neuen, schönen und großen Synagogen eingerissen, und haben wir praktische Beispiele, wie alle anderen religiöse» und gemeinheitlichkn Institute darunter Roth leiden. Man legl den einzigen Schwerpunkt des gelammten religiösen Lebens in die Synagoge, und das ist sicher unjüdi'ch. Daß es wirklich vorgekommen, daß die Gemeinde Jahre lang den Gehalt für den Lehrer*) zu ersparen 'lichte, um auch eine neue Synagoge, wie dieie oder jene Gemeinde der Nachbarschaft zu bekommen, ist unbestreitbare Wahrheit. Wir sürchlen sebr, daß die Schule durch die Synagoge, der Lehrer durch den Borbcter Roth leide. Wir möchten aber mit aller Kraft der Ueberzeugung cntgcgentreten diesem doch zuletzt leider oft auf Aeußerlichkeiten hinzielenden Thun, und die beiden Sätze als Prinzipien allen Vorstehern, Rabbinen und Leyrern zliruseu, Die erste und vorzüglichste Institution des Judenthums ist die Schule; das Leben des Lehrers muß seinen Halt und Schwervunkt haben in seinem Wirken für 0 i e S ch u l e. Wie sich der Präparand all das obenverlangte Wissen verschaffen soll, ob bei einem praktischen Volkslehrer, der zu diesem Behufe etwa von den Behörden besonders autorisirt ist, oder auch in einer Präparandenschule? Wir wollen hierüber kein maßgebendes Urtheil abgeben, so lange wir die jUittel das Beste und Zweckdienliche durchzuführen nicht haben. So lange nur arme Knaben und Jünglinge sich diesem edlen und schwierigen Berufe widmen; -so lange es leider nöthig ist, bei der Ausbildung an Zeit und Mitteln zu geizen, wollen wir zufrieden sein, wenn mindestens die Seminarbildung eine allseitig genügende ist, und der dort Eintretende überhaupt das nöthige Wissen errungen hat. *) Es und uns sogar Fälle bekannt, wo man den Rabbiner zu sparen suchte, um Mittel zur Crdauung der Synagoge oder der Bezahlung der aus dem Shnagogendau erwachsenen Schulden zu erlangen.