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Der israelitische Lehrer · 1863-11-19 · 47 (19.11.1863) · p. Seite 184

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
47 (19.11.1863)
Date
1863-11-19
Page
Seite 184 (sequence 2)
Language
German
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184 erhabenen Gedanken und Empfindungen, die sich in Jesaias und Jeremias, im 5. Buche Moses, in den Psalmen aussprechen, in ihrer Tiefe crfaffen, wenn wir sie übersetzen. Freilich, unsere Schüler erlangen im Allgemeinen keine io weitgehende Keuntniß des Hebräischen, vergessen wieder Vieles; aber das liegt einzig und allein nur an der Methode. Wird der hebr. Unterricht ein ebenbürtiges, gut eingefügtes Glied in der Kette des Schulunterrichts» wird er mit Einsicht und Bersländniß erthei'lt (7:0 ciz>v) 10 dürfen die Schüler nichts vergessen, so wenig sie ihr naturkundliches Wissen, ihr Wissenin der - Geographie *) vergessen. Schafft eine gule Methode des Hebräischen, und es wird euren Kindern ein freudebringendes Studium sein. Das aber beherziget vor Allein, dass von dem Tage an, wo -etwa — wenn es denkbar wäre — das Hebräische aus den isr. Schulen schwindet, ein exklusives Elrnient in das Judenthum tritt, das der Freiheit und Selbstständigkeit unserer Religion und ihrer wissenschaftlicher Entwicklung eine, viel tiefere Wunde schlagen wird, als das hebräische Beten.-— $;e Scheidung zwischen Wissenden, und Unwissenden, zwischen Geistlichen und Laien wird dann eine vollendete Thatsache und ein jüdisches Pfaffenthum wird sich als alleinigen Träger derjenigen Wissenschaft betrachten, die bislang einen ihrer Vorzüge darin batte, daß sie — eiste Wissenschaft war für das Volk. Wenn nian uns auch der Uebertreibung anklagcnmöchte, so wagen wir doch die Behauptung: bei. denkenden Schülern — leider ist .freilicheine große Zahl unsrer Schüler nicht zu solchen Kraftübungen geeignet, und in unseren kleinen Schulen haben manchmal Lehrer das Unglück viele, viele Jahre hiedurch keine solche Schüler zu haben, — bei denkenden Schülern. die die ersten Schwierigkeiten des Hebräischen übcrwundeu.haben, und mit welchen man beiipielweise ein Kapitel aus jttfr ■ -uue n:rc, vom Blatt lesen kann, wiegt ein solches, mit Gemüth gelesenes Kapitel einen ganzen Katechismus aut**)* Da wir jedoch. .hier " nicht yolemisiren wollen. die Polemik auf eine besiere Zeit, vielleicht auch einer gewandteren Feder aufbewahrend, kehren wir hier uns zum Präpaiandeniinterrichte zurück und deuten an, was Der angehende- Präparand vom Hebräischen lernen soll. - ■ Vom Eintritte ins Seyiilmr-muß der Pip. den Pentateuch und die andern historischen Bücher mit Leichtigkeit le>en und verstehen, sowie .die leichteren Psalmen'und die Haphthoras. Daß er sämmtliche allgemein üblichen Gebete in der Ursprache versteht, ist selbstverständlich. Außerdem soll er einen leichten Commentar und eine leichte Mischnah lesen und verstehen, und sollen deßhalb im letzten. Jahre der Vorbereitutig ins Seminar einige geeignetef nr', rT*g> jran rsn) sowie 'er. zur Thora und dgl. getrieben werden. Außerdem Grammatik und grammatische Analyse. (Fortsetzung folgt.)' *) Wir nennen absichtlich diese Fächer, weil man so ojt hört und lieft. daß die Schüler auch daS wieder vergäßeir. Beweis — Alles, was nicht richtig gelebrt worden, ist schädlich, weil cs nicht im Gedächlninc haftet und nur das haftet - im Gedächtnisse, wäS zugleich in anderen Geisteskräften Stützpunkte sindcti —1 Dr Adler aus Aew-Pork, der gewiß auf freiestem Stand- - punkte steht, sagte immer: daS nur ist ri2"p PP Und er batte Reckt. . lieber den Cirrfluß des Blickes auf die Erziehung in» Allgemeinen und auf die Schule im Besonder«. Von I. St. in Dömitz. Es ist eine Hauptaufgabe dieser Zeitschrift. schon seit ihrem ersten Erscheinen, ein allgemeiner Sprechsaal zur Eroberung verschiedener Fragen auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts zu werden. Und ein solcher Sprechsaal ist in der Thal einer der vorzüglichsten Hebel zur geistigen Anregung, zur Fortbildung des Lehrers, zu seinenl Fortschreiten und zu dem der Schule. Treten ja doch die Mitglieder fast aller anderer Stände zusammen, um sich in öffentlichen Blättern über ihre Kunst, Wissenschaft und Beruf auszusprechen, sich ihre darin gemachten Erfahrungen gegenseitig mitzutheilen und auf dem Felde ihrer Thätigkeit Fortschritte zu erzielen; warum sollte dies der Stand nicht thun, der den edelsten Beruf, den Beruf der Menschenbildung hat? Da sollte wahrlich Keiner zurückstehen mit seinen Erfahrungen, Keiner in stolzer Selbstgenügsamkeit sich mit den subjectiven Resultaten begnügen, nzelche er von seinen Erfahrungen zurückbehält; vielmehr sollte jever fähige Schulmann solche Erfahrungen „zum allgemeinen Besten" mittheilen, nach dem Satze der Schrift njn stijP c'zyoz cqin ’pnsrr yp-n '.nr Dpqe'cm Die weiser machen. werden glänzen wie der Glanz des Himmels;" und wieder jeder sich bestreben und suchen von Jedem zu lernen. So ist in diesen Blättern schon manche wichtige pädagogische Frage zur Erörterung gekommen, und will auch ich es versuchen, meine Ansichten über ein Erziehungs- und Unterrichtsmittel hier - anszusprechen, nämlich: „über den Einstuß des Blickes auf die Erziehung und den Unterricht." Gebt man an das Studium größerer pädagogischer Werke, so begegnet man darin einer Menge ver'chiedenartiger Er ziebungsmittel; doch nach der Berücksichtigung dieses Mittels sieht man Jnd) fest vergeblich um. Während andre Mittel oft ausführlich besprochen und beleuchtet werden liest man darin von diesem höchst Dürftiges; und doch tsi der Blick des Erziehers eines der wichtigsten und gar oft das Wirksamste bei der Erziehung und beim Unterrichte. en wir nun einmal einige Betrachtungen über deu^Blick im Allgemeinen an, so zeigen sich uns sogleich zwei in ihrer Art großartige Erscheinungen, die ganz geeignet sind, uns unwillkürlich zur Bewunderung der höchsten Weisheit und Allmacht hinzuführen. Was ist wohl daS Einzige auf der Welt, wodurch die Seele unmittelbar ihren Willen zu erkennen gibt? Es' ist der Blick, es ist, wenn wir es deutlicher sagen sollen, der Augemierv, durch welchen und in welchem die Seele wirkt. Und ebenso ist es wiederum der Blick, der uns unmittelbar die Rückwirkung eines Blickes auf die Seele zu erkennen gibt. (Fortsetzung folgt.)

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