Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 46 (12.11.1863)
- Date
- 1863-11-12
- Page
- Seite 181 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Analogie der hebraiscken Lpracde mit andern Sprachen. Von Lehrer Morgenstern in Gedern. sSchlusr.) Welche Sprache ist aber die Mutter aller Sprachen? — Diese Frage ist eben so ivenig ,;u beantworten, als die, ob üch Foiexk seines Sohnes Menasse oder eines Egypters als Dolmetscher bedient habe. (Liehe .Raschi zu 1. B Mo'. 4J, Das; aber iämmtliche Sprachen, die alten wie dieneuen »nd die sich vielleicht noch bildenden, Schwestern und. ist nicht bloste Hypothese, sondenr hinlänglich dargc ibane Tbat'ache, da sich alle Sprachen in der Bezeichnung mancher Begriffe mehr oder weniger einander ähnlich sind. Deutlich sehen wir dieses schon an der deutschen, englischen und holländischen Sprache, an der hebräischen und arabischen Sprache u. v. a. Es liegt nicht in meiner Absicht, hier ein Vollständiges über die Aehnlichteit aller Sprachen zu geben, da zur" aus sichtlichen Besprechung dieses Gegenstandes ein umsasfenderes Wlnen. als das meiuige, und ein grünerer Na um nöchig ist, als mir in diesen Blättern geboten ist; ich will vielmehr nur darthun. dast auch die hebräische Sprache mehr oder weniger Arhnlichkeit mit ihren Schwestern, der deutschen, sranrostichen >e. Sprache hat, und daß , wenn diese Aehnlichie:: auch nicht immer sch.»n hervortritt, nur das hohe Alter dieser Sprache, hauptsächlich aber die oben angeführten. die Berschiedenbeit der Sprachen überhaupt bedingenden Uriach'ii Schuld daran sind, llm diesen Beweis führen zu -lonnen, muß ich zsi einigen Beispielen meine Zuflucht nehmen: um die Schüler zu Philologcm heranzubilden. Allein es dürfte doch von unverkennbarem Nutzen sein, für Lehrer sowohl, als rür Schüler, diese Vergleichungen geeigneten Orts nicht zu unkgehen. Der Lehrer würde hierdurch genöthigt sein, in den Bau der bebräischtm Sprache tier a' einzudringen und dadurch ihre» Berwandichast mit ankeren Sprachen kennen zu lernen. Wenn er sich nun dann die gewiß gewiß geringe Mühe nehmen will, die ansgesundeuen Resultate aufzuzeichnen, — wie lohnend würde diese Arbeit iür ihn fein! Roch großer aber wäre der Nutzen für den Schüler, iv nn bei dem Unterrichte dieser Sprache von Seiten des Lehrers solche vergleichende "Bemerkungen angelnüvit würden. Der Unterricht würde dadurch lebendig, interessant werden, mild jedes Mittel, wodurch der Unterricht an Leben,' an Interesse gewinnt, ist ja schon durch die Pädagogik geboten. Griff ja doch auch Males zu einem Holze, um das Master, dieies eilte Lebensbedürfniß des Menschen, zu »er* süßen, als das seiner Hut anvertrante Bolk in Marah angekommen, das dortige Wasser nicht trinken konnte. B. Moi. 1), Lst) Außerdem iväre Dieses eine Anregung für den Schüler zu selbstständigem Forschen, und auch er würde hinreichende Befriedigung in den gewonnen Resultaten sinden. Die hebräische Sprache wurde alsdann anshören, ferner so iiolirt dazusteben, wie sie es seither gethan. Sie würde von ihren Fortpstanzern, den Fuden. nicht mehr so angesehen werden, als iei sie nur dazu da, damit in ihr deul höchsten Wesen. Gebete gewidmet weiden. Sie würde erivachen aus ihrer Starrheit zu neuem Leb?», um mit erreichen-zu helfen den Zweck aller Wissenschaften: Bildung des Geiste» und des Herzen». dcuksck' e 'ranc. en-il. lat. Stab, bäto» , stafT, sc-pio. ‘’pj Kaineel J iliaincaii, catnel, cauiclu*. PS* Sack, sac, sat-.fc, saccus. _ Scepter, ■sceptre, scepter, ■ sceptruin. 'cchs/ six, , sex. sieben, sept, M’ven, aoptein. brechen , liriafir,. break, frangere. IX oder, on, or, aut. •TS du, tu, thou, tu. u. f. w. Ich will es an diesen Beispielen genügen lasten, obgleich ich noch lange damit fortfahren und zeigen konnte, daß die hebräische Sprache, wenn sie auch nicht immer mit der deutschen Aehnlichkeit hat, diese mit anderen Sprachen doch nicht fehlt; z. B. 112 und liss, franz: tour. Es gehört wohl nicht zum Unterrichte der hebräischen Sprache, derartige Vergleichungen anzustellen, da derselbe . ja in den Schulen weder so ertheilt werden kann noch soll, Aecensionen. l) Das erste Schuljahr, ohne Le>e- und Schreibunterricht, oder Darstellung eines Anschauungsunterrichts, der den gesammten Schulunterricht begründet. Bon Ludwig Theodor Anauß, Volksschicht hrer in Nellingsheim bei Rotteriburg a. Neckar. 3te verbesserte Austage. . Stuttgart. Lieiching u. Eomp. 1 >111. >) Lesebuch, geordnet nach dem Aii'chauungsunterricht für die unteren Klaffen der Bolksschulen. Mit vielen Zeichnungen bearbeitet von demselben. Ebendaselbst l;-60. \ Wir könnten hier füglich die Frage voranstellen: wann wird die Zeit kommen, wo eine gesunde rationelle Päda gogik Siegerin wird über Trägheit des Lehrerstandes und Unkunde über Scolendrian, Vorurtheil, Herkommen und Mechanismus?. Es gehört gewistermassen Tapferkeit dazu, diesen Gegnern einer aus pädagogischer Einsicht gegründeten Schule entgegenzutreten, immer wieder auf das Rechte und Wahre aufmerksam zu machen, wenn auch unsere-Zeit mit ihren überkommenen und nur langsam zu verbesternden Schuleinrichtungen noch nicht reif zu sein scheint zu radikalen Umwandlungen. Der einsichtsvolle Berfaster dieser Schriften steht auf dem Boden der neuen Zeit; er will, daß das Kind erst anschauen mid sprechen lerne, ehe es lieft und schreibt. Ist Lesen und Schreiben,das einzige Hülfsmittel einer gediegenen Schulbildung? Sicherlich nicht! Wer nicht richtig cmschauen und vergleichen kaiin, wird gedankenlos lesen. — Sollen 4