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Der israelitische Lehrer · 1863-11-12 · 46 (12.11.1863) · p. Seite 180

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
46 (12.11.1863)
Date
1863-11-12
Page
Seite 180 (sequence 2)
Language
German
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180 in fast allen (s)emehitun aber , wo isr. schulen bestehen, von der schristlichen) Gemeinde mehr oder; minder bedeutende Zuschüsse geleistet werden; und den > isr. Burgern der Pfalz, da es averlamit werden muß, j daß dieselben, in der bedeutenden Mehrl>eit, die Wich - tigkeit der Erziehung; ihrer Kinder einsehen und mit; Bereitwilligkeit große Dpier dafür bringen. j 3) Das Weite vom I". Rov. '1^61 — wonach der Gehalt der Schullehrer, d' '«sch der Seelenzahl der Gemeinden aui fl. tWolmung sticht höher als ÖO fl anzu-chlagen-. -i•">(»■ st iWohuiiNg zu ‘in fl.) und , Ali ' fl. t^ohiiuug zu!L. fl. anznichlagen) uormirt I wurde — brachte uns eine - neue mit hohem Dank > anzuerkeunende Perbesset imgiiuü'rer Stellung und die Entschließung des Kgl/ M-nistenumswonach die Anwendbarkeit des (tze-etzes auch ' auf die isr. Lehrer nochmal-:- außer allein Zweifel ' gefreut ward, zeigt, daß der große und einfache Grundsatz:- ^gleiche Pflichten, gleiche Rechte" hier wenigstens zur-vollkommenen Anerkennung gekommen ist.-'. 4) Zu bedaueiu ist es jedoch, daß, wo-Nach dem ange fnbrten Gef-:he eine Ethöhnug'der bisherigen Lehrer ' gehane siatlzusinden hat. züllachft die-isr. Gemeinde als hierzu verpflichtet herangezogen wird. Es ist dies zu bedauern, weil gar manche isr. Gemeinde und viele einzelne Familien dgdurch in der. That sehr ichwer belanet werden — und eben dadurch mancher brave Lehrer, der nur au) das Anspruch macht, wozu er durch das Gesetz berechtigt i|t , feiner ihm bis dahin ganz gewogenen Gemeinde-gege.nilbsr, in eine von vielfachen Unannehmlichkeiten begleitete schiefe Stellung geralh, wodurch es m mehreren Gemeinden lei der! fo weit gekommen ist, daß offene Feindschaft und gegenseitige Anklagen zwischen' Lehrer. und Schulgemeinde enistand'm, ja die. lttzieren o weit gegangen j find, die Auslosung ihrer' Schulstellen zu beantragen, was eben >o viel wäre, als den Lehrer, ohne Verschulden;e:ne; Stelle zu entsetzen und (mit Frau und ümD) in's Elend zu verwaistu.. 5) Aus diesen Gründen wäre es allerdmgs sehr zu wünschen, daß der Gehalt, des isr. Ltchrers gleich dem 'feines christlichen Eollegen aus der Genreindecaffe ge leistet, d. h. von der politischen Gemeinde übernommen werde. fi) Dazu.scheint aber unter ben obwaltenden Umstanden vorerst leine Aussicht zu -fein; um so, weniger, da in den Gemeinden, wo'eine 'stärkere Zahl isr. Schüler vorhanden ist, dieß bereits geschieht uno in 'ehr vielen kleineren Orten von- Seiten der politischen Gemeinde für die isr. Schule bereits mehr geleistet wird, als eigentlich gefordert werden könnte, -sohin ein Rütteln an den gegenwärtigen günstigen Umständen durchaus nicht rathsam scheint.^ 7) Zn Erwägung alles dessen glaubt die Conferenz, von dem in Aussicht stehenden Schulgesetze für manche Unzukommlichkeit Abhülfe hoffend, und im Vertrauen auf den wohlwollenden Schutz der tgl.. Schulbehörden und der kgl. Regierung, welche Sie Auflösung einer Schulstelle und Entladung eines pflichtgetreuen Lehrers, so lange für diesen nicht eine andere Anstellung ermittelt ist, bisher noch nie ausgesprochen hat, und auch sicherlich nicht aussprechen wird, so wie auch in Hinblick auf die Opferwilligkeit der meisten isr. Gemeinden in der Pfalz — von jedem Schritte in dieser Sache vor der Hand absehen zu sollen und spricht nur ihre Ansicht "aus. daß in allen Fallen, wo die durch das Gesetz gebotene Erhöhung des Gehaltes mit allzugroßer Belastung der isr. Gemeinde verknüpft wäre oder den Lehrer in eine schiefe Stellung brächte, die seinem Wirken nothw endig er Weife hemmend in den Wegtrete, der Lehrer bester daran thut, sein Recht nicht bis zur äußersten Eonseguenz zu verfolgen. Dieß das — freilich nur negative — Resultat der Verhandlungen. Wir stimmen persönlich demselben ganz bei und indem wir aufrichtig deu Lehrer beklagen, der einmal in Mißhelligkeit mit seiner Genieiyde gerathen ist, glauben wir doch unsere Ueberzeugung dahin aussprechen zu dürfen, daß, wenn der Lehrer ein wahrer Schüler Aaron's zcr ~-rr r-,ix, friedliebend, charakterfest, pflichtgetreu, liebevoll seines Amtes wartet, es ihm nie fehlen wird, die Achtung feiner Gemeinde zu erwerben und — in friedlicher Weife — damit auch feine äußere Verhältnisse zu verbeffern. Aasnahmen sind eine Calamität für den Einzelnen, die zu entfernen in der Macht der Eollegen leider! nicht liegt. Der Präsident deutete im Schlußwortenochmals die Vortheile an, welche durch freie Versammlungen erzielt werben und ermunterte, nach einer kürzest Ueb>rsicht über die heutige Verhandlung, die Lehrer, sich immer mehr an diesen fruchtbringenden Verigmiulungen zu betheiligen und die Lauen, deren es auch in unserer Pfalz noch einige hat, zu erwärmen. I ' Beim Mittagsmahle — das ich fast vergessen hätte — wurde unserem geliebten LanveSvatcr, dessen Viamenstag gerade war, ein wohl gelungener Toast von H. I. Singer aus Frankenthal ausgebracht, der mit vielem Beifall aufgenommen wurde. > > Als Ort her nächsten Versammlung wurde Kaisers lautern bestimmt und die Einberufung durch öffentliche Einladung in diesen Blättern dem seitherigen Comite überlastest'. So möge denn abermals das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Geist der Brüderlichkeit und collegialischen Liebe erstarkt sein und wir werden der schönen Wirkungen unserer Zusammenkünfte gewiß sein: uns gegenseitig tüchtiger zu machen in der Aufgabe, die uns geworden ist. Die Vereinigung der Lehrer in einem Lande gibt einen Maßstab ab für deren Berufsfreudigkeit, für den Fortschritt in der Schule. Auf freundliches und glückliches Wiedersehen denn willS Gott in Kaiserslautern. Mutterstadt, im Oct. 1863. Der Schriftführer: Bärmann.

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