Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 45 (5.10.1863)
- Date
- 1863-10-05
- Page
- Seite 176 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Mängel uns Aussetzungen,*) welche allenfalls Hervorgehoden werdm können, von selbst weg. Die Versammlung fand sich aus diesen Gründen veranlaßt, Herrn Weil, Lehrer in Steinbach u. G. als Agent fiir den Bezirk Zweibrücken und Herrn Waldbott, Lehrer in Münchweiler für den Bezirk Kaiserslautern zu beftimjnen, um in ihren reip. Bezirkm mit aller Kraft fiir die Verbreitung des Organes Sorge zu tragen. . In der Vorderpsalz ist das Blatt.wohl bereits stark verbreitet, was übrigens unsererseits den Wunsch einer noch größeren Verbreitungnicht ausschließt. Hoffen wir, daß auch in anderen Gegenden ein Gleiches für die Erhaltung unseres Blattes geschehe; daß die einzelnen Aufstellungen ein Hinderniß für die Werthschätzung des segensreichen Ganzen nicht abgeben. und daß insbesondere die Lehrer aus dem jenseitigen Bayern nicht anstehen wollen, für die möglichste Verbreitung des Blattes Sorge-zu tragen, damit unsere Bestrebungen behufs Hebung und Sicherstellung unseres bayr. isr. Lehrerstandes hier veröffentlicht.und dadurch zu gemeinsamen werden können. (Fortsetzung, folgt) Analogie der hebräische« Sprache mit andern Sprachen. Von Lehrer Morgenstern in Gedern. Es ist schon vielfach daraushingewiesen worden, in welchem niangelhaften Zustande sich in den meisten isr. Schulen noch der Unterricht in der hebräischen Svrache be- ' > Zrs ist uns leider nickt bekannt acwSroen, welcher Art die iadottidon^Aeußerungen gewesen seien. die hier gefallen sind, und eb sie uns selbst galten. Was-wir. dosten, ist, daß dieser Tadel Nicht die «''esammlbalkung aiusercS-Blattes,. Princip und Tendenz betreffen. Offenheit, rrlarheit und Wabrheit war jederzeit unsere Derne. und fcir halten cs als die.erste Ausgabe eines Blattes, wre bas unsrige, ungesckeut 'hie-Eigene Meinung auszusprechcn gegen streund und Feind. Dürften wir das nicht mehr, worin beltändc dann die Aufgabe deS - »verantwortlichen" RedattcurS? Lieber wollten wir auf die fernere Leitung eines Organes, verzichten, daS wir jederzeit als ein gemeinsames Organ des gesammten Lehrerslandes, ohne Unterschied der religiösen Richtung, betrachtet haben. Die Wabrheit gebt. uns über Alles; sic offen auS'vrechen zu dürfe», ist.der einzige Lohn, die einzige Genug- Ibmlng. die wir iowobl für das gewiß .höchst schwerliche Geschäft des Redlgirens, alö für-die großen Opfer verlangen müssen. die wir der Erhaltung dieses LereinSblattes gebracht haben und nock bringen: Opfer, wie sic unter ähnlichen oder gleichen Bcrbaltniffen vielleicht nie ein Lehrer feinem Berufe oder -Stand gebracht hak; O pfcr die wir jederzeit, mit freudigem rstfuth auf die Zukunft bauend, allein gebracht haben, und wie sie Miseren zahlreichen näbercn Freunden und Bekannten wohl bewußt 'sind. Aussetzungen über einzelne Panieen und Aufsätze treffen nicht uns; wir erhalten 10 Mannigfaltiges, mituuscr so Mittelmäßiges, daß wir nickt Allen gereckt werden können, wenn wir auch, wollten. Ucber diesen Punkt öffentlich zu reden, wolle man uns übrigens erlaßen. Mögen die rcckren Arbeiter recht arbeiten. Hann wollen wir auch immer Tüchtiges liefern. — Ilebrigens. die Gesammlhastung und Tendenz, die Einigung der Lehrer -durch ein ihr Jntereffe voll , und ganz, wahrendes Organ das ist die Hauptsache. Kl. I findet, uud es hat zu gleicher Zeit auch nicht an Anleitungen gefehlt, wann dieser Unterricht beginnen, wie er ertheilt werden'sollte, und welcher Nutzen alsdann aus demselben entspringen muß. Man erwarte daher von mir nicht ein abermaliges Lamento über diesen Gegenstand, noch weniger eine wiederholte »Anleitung zum Unterrichte in der hebräischen Sprache," da ich am Ende doch nichts Anderes würde - bringen können, als was viele Andere vor mir schon gebracht, und sicherlich gründlicher gebracht haben, als ich es zu thun im Stande sein dürfte. Auf einen Zweig des Unterrichts in dieser Sprache inochte ich jedoch meine, geehrten Herren Kollegen, sowie alle diejenigen Nichtgelehrten, welche an dem Studium der hebräischen Sprache Gefallen finden, aufmerksam machen, und dies um so mehr, als dieser Zweig bis jetzt noch keiner (?) Berücksichttgung gewürdigt worden ist; wenigstens ist mir davon noch Nichts bekannt geworden. Ich meine die Analogie der hebräischen Sprache mit anderen Sprachen. L Was ist die Sprache, und wie ist sie entstanden? — Dieses ist die erste Frage, welche wir uns bei diesem Gegenstände vorzulegen -haben, und ihre Beantwortung ist nicht schwer. — Die Sprache ist der Ausdruck der Gedanken und sie entstand durch das Bedürfniß, diese Luderen verständlich mitzutheilen. Sie ist demnach io alt, wie das Menschengeschlecht und von ihm selbst gebildet. >Es versteht sich von selbst, daß hier nur von der Tonsprache, d. i. die Art, seine Gedanken durch Worte hörbar auszudrücken. die Rede ist. Die Schriftsprache,, d. i. die Art, seine Gedanken durch Worten sichtbar auszudrücken,! ist eine Erfindung deS Menschen, „der Stolz seines Ber- , stand es"! (Rotteck), hervorgerufen durch das Verlangen, das gesprochene Wort nicht verhallen zu laffen, sondern es oem Gedächtnisse bleibend zu bewahren. Sie ist mithin viel jünger ajs die Tonsprache.j Es ist zwar schon von Bielen behauptet worden, die Sprache sei dem Menschen an ge-! boren; allein Diese halten Sprache und Sprachver- 'mögen für identtsch. Das Sprachvermögen ist allerdings! > dem Menschen angeboren; allein es muß durch äußere Veranlassungen entwickelt und ausgebildet werden. ‘ Die älteste Urkunde des Menschengeschlechts, welche wir besitzen, die Bibel, spricht von einer Sprache, deren sich die Menschen in der ersten Zeit ihrer Entstehung bedient haben, (1. B. Mos. 11,* I.) und es widerstreitet diese Annahme auch durchaus nicht der Vernunft. Die Menschen vermehrten sich jedoch, und sie konnten es unmöglich für - gerathen finden, für die Dauer, an einem Orte beisammen wohnen zu bleiben. Sie mußten sich also von einander ' trennen, und es ereigneten sich Völkerwanderungen, wodurch die Menschen in alle Gegenden der Erde zerstreut wurden (ebendas. V. V.), und ihre erste Sprache von dem Orte ihrer Entstehung mit fort in fremde Länder nahmen. Die menschlichen Sprachorgane mußten durch diese Wanderungen nothwendig wegen der Verschiedenheit der Klimate, der Lebensweise x. einer Veränderung unterliegen, „ und auch die Sprache konnte natürlich nicht davon verschont bleibe«. Es entstanden sofort verschiedene Sprachen, und diese Verschiedenheit ist folglich Kur durch diejenige des Klimas, der . Lebensart und des geistigen Kulturzustandes der verschiedenen Völker bedingt. p .