Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 44 (29.10.1863)
- Date
- 1863-10-29
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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173 sind' Dadurch, daß Gesänge entsprechenden Inhalts deutsch bearbeitet und wo möglich diesen alten Melodie» angepaßt wiirden, wie B. das f„0, Tag des Herrn" von Stein zu der >*n: 22 Melodie.*) Solche deuttche Gesänge würdm uns willkommener sein, als die deutschen Choräle aus de« verschiedenen deutschen (Gesangbüchern, die noch immer in der Synagoge nicht heimisch werden wollen. Uebrigens sind mehrere solcher' alten Melodien und vieles vom m;in in der-Münchener und Wiener Ausgabe enthalten und wollen Sie die Zahl derselben vermehren, >ö tft dieser Plan ganz löblich. Wimmelbacher in Wolfenbüttel. Conespondenz. Ans Kurhesssen. Wenn seit meinem Referat über die am IN. Aug. v. I. in Cassel stattgehabte Versaurmlung isr. Lehrer in Kurhessen »och nichts weiter von mir eingesandt worden,' so hat das seinen Grund darin, daß etwas Wichtiges zu berichten nicht oorlag Obgleich nun auch jetzt noch nichts derartiges vorhanden, kann ich dennoch nicht länger anstehen, wieder einmal eine Correspondenz aus nnserm Hessenlande einlanfen zu lassen. Bringt sie auch für unsere diesseitigen Gemeinde« und Lehrer nur Bekanntes, so wird sie doch ausländischen Gemeinden und College« nicht ganz ohne Interesse sein. Zunächst erwähne ich, daß unsere am vorigen Jahre bei Kurfürstlichem Borsteheramtc zu Casiel eingereichte Petition, um Bewirkung unserer Gleichstellung und Gleichberechtigung mit unfern christli College«, von dieser Behörde mit einer-kräftigen Befürwortung an Kurf. Regierung abgegeben worden ist. Diese letztere hat die Sache nicht ad acta gelegt, vielmehr vorläufig einen i Bericht von den Landrathsämtern über die Zllstände der zsr Schulen ihres Kreises und das Einkommen der Lehrer y. ic. eingefordert. Ob und was noch weiter in dieser Angelegenheit geschehen, ist nicht bekannt. Da auch die christl. Lehrer irm Besserstellung petitionirt und diese Sache bei den Landständen z. s. Z. zur Verhandlung kommen wird, dürfen wir erwarten, daß auch die isr. Lehrer dabei nicht, ign^rirt werden, zw ,nal die christl. College,, in manchen Bezirken in ihren Petitionen die isr, Lehrer mit eingeschlosstn haben Mit der Unterstützung, welche, wie unser College aus Oberhessen erwähnt, wir iSr. Lehrer de« Provinz Riederhesien im verwichenen Winter aus der! Provinzial-Casse erhalten haben, verhält es sich so. Als wir Lehrer deS Kreises Eschwege W 1 j. Sept. v. I. in Eichwege zur Conierenz Behufs Unterschreibens der oben erwähnten Bittschrift an Kurf. Vorsteheramt versammelt waren, bemerkte der Vorsitzende, Herx Kreisrabbinner Golk mann, daß votzaussichtlich wir auf einm günstig», Erfolg noch lange warten müssen, die Noth der Lehrer erheische aber eine augenblickliche Erleichterung, und um eine solche sollten wir Kurf. Vorsteheramt angehen, daß sie uns einstweilen aus der 'Scbulfonds- oder der Provinzial - Casie gewährt *i >111(1' juits r>’C und ju nn’Ctu. d.il. sindenstprcchmdc dculjaic »«ciän.ic von -Stein verbanden. Liehe, Bolkslehrer und dessen (''ebetbuel'. i Red,i! werde. Dieser Von'chlag wurde mlgenommen und tnfojt von den Lehrern des Kreises Eschwege ausgeführt, und demnächst auch die Lehrer der übrige« Kreise der Provinz davon in Kenntniß gesetzt, daß auch sie solche Blttichriftm an fragt. Behörde um augenblickliche Abhülse des Nothstandes der Lehrer eingeben sollten. Hierauf erfolgte denn auch Mitte Jan. d. I. die Verabreichung einer außerordentlichen Unterstützung aus der (isr.) Provinzial - Casie, indem von Kurf. Regierung ^der bei ihr von Kurf. Vorstcheramte gestellte Antrag, den in hiesiger Provinz angestcllteii isr. Lehren, in Berücksichtigung ihres grösttentheils unzureichenden Einkommens eine außerordentliche Unterstützung ans der Provinzial - Casse zu beivilligen, genehmigt worden." Dergleichen Unterstützungen und Theuernngsznlagen si«d uns schon mehrmals in Jahren der Theurung der LebenjSmittel zu Theil geworden, und werden auch alljährlich lin Folge der über unsere Schulen eingelaufenen Bisitatioqsberichte der (christl.) Oberichulinspekloren und des Herjr» Landrabbinen Prämien und Gratifikationen vertheilt — ei» Beweis, daß die Behörden sür uns isr. Lehrer .Kurhessaw besorgt sind, und unser Wirken uud Streben nicht ohne Anerkennung lasten. Ferner haben wir uns auch ,'der väterlichen Fürsorge von denselben Betrests der dessni tiven Bestellung zu erfreuen; denn nach besmndsnem Exanlen wird der Lehramts-Candidat von Kurf. Regierung angestellt, und nach zweijährigem Provisoriun, hat er sein zweites d. h. praktisches Eramen abzulegen und hierauf wird er wenn gegen seine bisherige Amtsführung nichts Erhebliches einzuwenden, definitiv bestellt, und so heißt's hinführo von ihm ,'v' ^>2 'NbL- «2- Dieser Punkt ist's, der den isr. Lehrer Kurheffens an sein.Vaterland fesselt, daß er sich lieber mit einem geringen Einkommen hier begnügt, als durch "ein bedeutendes Mehreinkommen verlockende Stellen im Auslande mit deinem ewigen Provisorium zu übernehmen. Wir hierländischen Lehrer sind in keiner Weise in unserer Wirksamkeit gestört, und stehen in jeder Beziehung — nächst Gott — unter dem Schutze der Behörden. Auch Uebergriste und schädliche Einwirkung auf unsere Schulen Seitens der christl. Oberschulinspektoren sind nicht zu befürchten, da diesen ihre Grenze bei den Schulvisitationen von der Regierung genau abgesteckt ist, und sie alles, war die Religion nur im Entferntesten berühren kann, zu vermeiden haben. Wir begegnen zumeist auch recht humanen Schulinspektoren, die sich der schönen Leistungen der isr. Schulen freuen, und nicht selten offen öußern, daß sie dieselben gewöhnlich ebenso gut, und oft genug besser, als die der christl. finden. — Erlangen wir untetz Gottes Hülfe unsere Besserstellung aus Staatsmitteln, so iß unsere Stellung gewiß noch mit unter den besten unter' den Lehrern anderer deutschen Staaten, so lange diese solche Einrichtungen für ihre isr. Lehrer noch entbehren. tt m f d) « u. — Das füaTcicbifd'e Herrenbaus bat ras Gesetz über die Jutai'iung der Jude» zu Rotariatsämlern auaenommen. — Die „Rat. - ^tg." beriwiet: Ist einer Proceßsacke, die vor dem Kreisgeriä't z» Bergen (Rügensverbandest wurde, in nackttebendes Erkeiintniß ergangen, das Aufseben erregt, weit >> '