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Der israelitische Lehrer · 1863-10-29 · 44 (29.10.1863) · p. Seite 172

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
44 (29.10.1863)
Date
1863-10-29
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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I — 172 — fönnüt, ic nritffen di> (fitem davon gewahr werden. Noch ein Punkt, der keinem Erzieher gletthgjltig sein barfy sei hier erwähnt. ES kommen oft, ° besonders in den OberklajKn, zwischen Knaben und Mädchen Neckereien, Bekanntschaiste« und selbst uoch mehr Uebelftände-vor, deren Folgen weit über die Schule hinausreichen. Dem wachsamen Lehrer werden derartige Mßstände nicht lauge verbkWgen bleiben tonnen und er schreite allen Ernstes gegen solche ein. Aber er;eige hier seine größte Um- und Borsicht. Erstens sürd die Kinder zu berücksichtigen, die den Spöttereien ihrer Mtschüler nicht anheim gegeben werde« dürfen, dann die Schule, ift welcher kaum von Bekanntschaften auch nur geredet werden darf; endlich die Eltern, welche hierdurch leicht beleidigt werden können und wohl vor Allem düs Sittlichkeits- und Schicklichkeitsgesühl der Kinder, das durch 'unzarte Be rührung nicht abzustumpfen zu den ersten und heiligsten Pflichten des Lehrers gehört. Ost und ja solche Vorkommnisse io unschuldiger Natur und werben erst gefährlich durch unzarte und täppische Berührung eines, ungeschickten Sittenrichters. Hier ist die Wachsamkeit der Elter« vor allem geboten; auch sie müssen strenge daraus achten, daß die Kinder zu gehöriger Zeit von der Schule, nach Hause kommen. Es ist bekannt: die Straße reißt gar oft in einer Stunde wiederein, was die Schule so mühsam und schwer in vielen aufgebaut hat. ' Habt Acht aus eure Kinder, sie und euer Leben!! Ueber alte Syn^ogen - Melodie« und deren Erhaltung?) > Sic gehen, mein lieber College, mit dem Plane um, j unsere alten, ttaditionell-uns überkommenen Synagogenj Melodien aufzuschreiben, um ste der Vergessenheit und der ' Entstellung zu entreißen. .Ich erlaube mir, Ihnen hierüber ' meine Ansicht initzutheilen. - Rach der Erzählung.der Bibel war beim mos. Tempel- ' oieilst Gesang und Musik wesentlich, sso wie es auch bei weltlichen Festen nicht an letzterer fehlte? Durch David wurde Gesang und Musik ^vervollkommnet; Salomo zog, wie erlstlbst sagt, Sänger und Sängerinnen und Musiker aller Art an sich. Nach Zosephus hätten sich die dem Tempeldienft geweihten Musiker auf Tausende belaufen. Durchs die dabyl. Geiangenschait verschwand eine Zeitlang! jede Hpur von Äkusik; Esra und Nechenya aber stellten : den Gpttesdienft in seiner alten Würde wieder-her, wo in Chören und unter Musikbegleitung Loblieder gesungen wurden. Gesang und Instrumentalmusik waren bis zur Zer- > störung des zweiten Tempels üblich gewesen'. .'Seitdem aber hat man sich den Gebrauch der 'letzteren versagt und die Melodien haben sich von Geschlecht zu Geschlecht iorterhalten, da man damals noch keine Notenschrift hatte. Die emsigsten Forscher nach hebr. Alterthümern. haben nichts davon gewahr werden können, und wird. als sicher angenommen, daß die Noten von-Guido von Arezzo im anal Ä'cunb in .«urbeiitr.. l l. Iahrhunüett erfunden und vom Franco von Eöln im Jahrtzutzdert «eruatlkoHlchuet wurden. Forkel sagt: »Manche wollen die hehr. Accente für die smusikalischen Roten dieses Volkes halten. Dem Eaim aber nicht so sein, da die Accente erst später hinzukamen und einen Beweis der Unvollkommenheit damaliger Musik liefern würden. Daß die chebr Accente keine andere Art von Musik bezeichnet haben können, als ein musikalisches Lesen, erhellt auch daraus, daß sie in der Bibel nicht blos solchen Gedichten beigefügt sind, die zum wirklichen Gesänge bestimmt zu sein! scheinen - dergleichen vorzüglich die Psalmen und mehrere Loblieder sind, sondern auch den historischen und prophetischen Bücher«, und sogar solchen, die aus Namen von Personen bestehen, folglich auf keine Weise Gegenstände des Gesanges sein konnten." Fragen wir aber, wie Gesang und Musik der damaligen Zeit beschaffen war, so müssen wir nach dem Urtheile vieler Forscher! gestehen, daß beide sehr unvollkommen gewesen sein müssen, wie.überhaupt dieses Volk, in den schönen Künstesi außer der Poesie noch zurück war. Interessanter ist für uns die Frage: Sind Melodien aus jener Zeit bis zu uns gedrungen? Diese Frage m^ß verneint werden, denn schrift liche Auszeichnungen können wegen Mangel an Nokenkenntniß nicht statt gefunden haben, sie müßten-sich denn durch Gehör von Geschlecht zu Geschlecht fortgepffanzt haben bis auf unsere Zeiten. Allein beim Tempeldienst wurden nur Psalmen gesungen und gerade zu diesen eristirt heute keine Melodie, die als allgemeine bekannt angenommen werden könnte, während viele Melodien zu später verfaßten Gebeten und Piutim in ganz Israel heimisch sind Wollen wir die ersteren uralte und letztere alte nennen, io müßten-wir anuehmen, daß die uralten Melodien verloren gegangen sind, während viele alten noch im Bolke leben. Forkel gibt zwar in seiner allgemeinen Geschichte der Vtufik mehrere Psalm Melodien an, wie sie den Juden seit alten Zeiten bekannt sein sollen und diese könnten zu dem Glauben führen, daß diese Melodien wahrscheinlich aus der Zeit d>s Tempels herrühren. Diese Wahrscheinlichkeit wird-aber durch den Umstand gehoben, daß Forkel selbst die Melodien ungibt, wie sie den deutschen Juden bekannt waren, und wie den spanischen. Beide sind ganz verschieden und können darum nicht eine Quelle haben. Alte Gesänge haben wir aber in Menge und diese sollen und wollen wir zu erhalten suchen, aber nicht mit jener Aengstlichkeit, wie man ns 7x2s nnin ausgeschrieben hat. Wir haben solche zu den Sabbathen und zu jedem Feste, und sind sie durch ihren allgemeinen Gebrauch charakteristisch geworden. Hören wir uns einmal das sogenannte rnnei für diese Tage au, das rtvjv '2 zu n'i benschen, 27on und vsby :c. am 'm m: 7: am '2' und 1 so viele * andere Stücke zu den drei Festen oder das 2:2 nxv am N2un :c. so müssen wir ge stehen, oaß diese Melodien die Gemeinde in diejenige Stim muug versetzen, die vem Festtage eigen ist. Solche Melodion sind durch ihr Älter und ausschließlichen Gebrauch dem Volke lieb geworden, und dürfen wir sie daher weder durch andere verdrängen, noch entstellen Auf welche Weise können solche alte Melodien aber in den Gemeinden forterhalten werden, ivolste ihnen entsprechenden Gebetstücke aus der n7£r oder dem j Ttnc jetzt abgeschafft

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