Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 43 (22.10.1863)
- Date
- 1863-10-22
- Page
- Seite 168 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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168 im Hpbräiicken in Dor frankfurter Schule gegenwärtig nur für die Knaben, und auch für diese fakultativ und höchst unbedeutend. Wenn schon an und für sich jeder Ünterncht in einer Schule, der nicht rnit demselben Ernste und Eifer wie alle anderen Fächer betrieben wird, für die Schule selbst sehr nacktheilig wird, so muß das Spielen-mit einem Gegenstände, der nur durch seine Bedeutung für das religiöse Leben einen Sinn gewinnt , ..pädagogisch verwerflich sein. Wir ballen es als eine Aufgabe einer vielklaffigen Schule, alle llnterricktsgegenfiände Mit gl eichem Ernste zu betreiben, und glauben nickt, dies erweisen zu müssen Dan die i. g. Ändächtsstnnde unzeitgemäß, und ihre äußere Erscheinung dem stetigen Fortschritte aus dem cnltuelleu Gebiete nicht förderlich war, dürfte schon, dadurch erwiesen i'eiiu, daß- Unseres Wissens' ähnliche Verbotene, weil wohl auch nicht eine einzige jüdische Gemeinde, nicht eine einzige jüdische Schule in Deutschland sein mag,' die etwa gesonnen sein möchte, den Vorgängen Frankfurts zu folgen. Wir wollten nur das Bewußtsein des Selbststrebens in den jüdischen Lehrern der Gegenwart kräftigen, das Bewußtsein des Fortschreitens auf gegebenem Boden, nn engen Anschluß an die concreten Verhältnisse in Synagoge und Leben. Jeder auf seinem Platze; fortschreiten vom kleinsten Punkte aus, das fei unsere Devise. Und dabei wollen wir uns nicht überbeben, Phrasen weder für Thatiachen nehmen noch geben, und in unserem bescheidenen Wirken für Judenthum, Humanität, Bildung und allem ivas es Großes, Edles und Zeitgemäßes gibt unter der Sonne uns genügen lagen. K. anstaltuiigcn in ganz Deutschland - nicht mehr bestehen. Selbst die Reformgemeinde zu Berlin nutz der Tempel tju Hamburg haben dem historischen Lebenselement des Juden thums eine höheren Einfluß auf ihre Gestaltungen vergönnt und — die Andachtsftunde ist eingeschlafen; sie war aus Mangel an Theilnahme tobt, längst bevor ihr Todesschein ausgestellt wurde Hat ja selbst Jost im Fahre 1845, ge. legentlick der Frankfurter Rabbinerversammlung f ü r die ' Beibehaltung der hebräischen Sprache beim Gottesdienste sich ausgesprvchen! . . Wenn, wie der Herr Verfasser weiterunten (€L 26) sagt ..Die Berufung eines der Reformpartei mrgehörendcn Rabbiners und Predigers und eine' dem entsprechende Reform des GcmerndegottesdiensteS die ynzweifelbafte-n Resultate der von der Schule und ihrem Leiter ausgegangenen Bestrebungen war" — sy -muß uns das Auftreten dieser selben Schule gegen diesen ' Reformrabbmen nicht allein befremd m,- es muß noch mehr wundern, wie der Herr Verfasser sein Wirken in dieser-Schule mit seinen Ansichten über das „Neurabbinenthum," die er anderwärts *) äußerte, vereinigen kann. Wir haben es'immer als ein ganz absonderliches Verdängniß betrachtet, daß der Mann, der von dem Verfasser dieses Aufsatzes an der-- unten genannten Sckr:ft als der bedeutenstr Vertreter des nach seiner Ansicht nir die Entwicklung - des Jüdenthüms der Gegenwart „unfähigen und bedeutuiigSlosen Renrabbinen- 'thums" gehalten wurde, mit-demselben nun in einer Ge meinde muckt, nachdem man aus Haß gegen dies Rabbinenthum einen anderen edlen und für jeden Fortschritt begeisterten Vertreter desselben io-'lange 'nralträtirte, bis er abtreten mußte. - - -- ■ Rach vieles ist in dem beregtm Aufsätze, das wir nicht miter'chreiben und dem wir widersprechen möchten. Aber eswar uns eben io wenig darum zu thuiu der von > uns hochgeachteten und jedenfalls bedeutenden Persönlichkeit des verewigten Oberlehrers der -is'r. Real' nud Volksschule zu Frankfurt, I)r. Heß, nahe zu treten, als wir irgendwie den berechtigten Anfprüci»en des derzeitigen Oberlehrers etwa entgegen iein wollten.. Für die Gegenwart des Fudcnthums bat weder Frankfurt noch seine Schule eine höhere Bedeutung als di^. durch - das -Zahlenverhältniß ge- Ueber den Vorsängerdienst und dessen Reform. (Schluß.) Das Ziel ist: die ganze Gemeinde bilde den Ehor. Für die sich nicht betheiligenden Zuhörer ist der Chor ein Schauipiclertrupp, und sie selbst betrachten sich als das Publikum, das recensiren muß. Darum muß aber der Chor einfach und kein Kunstgesang sein und ist der Unisonogesang mit Ausnahme der eigentlichen Festgesänge — allein anivendbar. Die Gemeinden müffen die Erscheinungen der Tonkunst auf gottesdienstlichem Gebiete anschaffen und dem Lehrer (;in) zur Verfügung stellen. Mir scheint diese Verpflich tigung ebenso berechtigt, als die, ein -nur: anzuschaffen. Will man einmal eine Eultur im Gotteshause, so läßt sich diese Forderung nicht beweisen. Die kirchlichen Behörden*) müffen sich auch ihrerseits des Gottesdienstes annehmen, müffen sich Kunde verschaffen von dem Geiste den die Gemeinden in Schule und Synagoge bethütigen, müffen belehren, ivarnen, ermuntern u: s. m. Wir haben aber in Kurheffen nicht einmal eine Synagogenordnung, sondern nur Bestimmungen über Aufrechthaltung der äußeren Ruhe (Synagogenpolizei). (Und das ist nach unserer Ansicht mehr als genug. Eine Gottesdienstordnung, die nicht aus dem Leben der Gemeinde herausgewachsen ist, wird nie genügen. Red.) Nur dann besahen sich die Kirchenbehörden mit dem Gottesdienste einer Gemeinde, wenn Neclamalionen wegen Wachsstpafen eintr.effen. Nordeck. Plaut. Receustonfn. rr.piH Tprp’in „Wir bauen in einer ganz neuen Zeit aus den uralten Grund." Einweihungs-Rede über Jes. 4!», 14 23 bei der Reuweihe-Feier der Meisel- Synagage zu Prag von Dr. Leopold Stein. Zum Besten des Baufonds der Meisel-Synagoge. Prag 1X63. nur ' > I>>. i. 'tc-.i: iu;icv< - stl. d. Xuccntbumij von Mendelsohn bi3 In tznrhesien die Provinzial - t-orsteherämier und das Lanoradbinat. , «Zinsender.