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Der israelitische Lehrer · 1863-10-22 · 43 (22.10.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
43 (22.10.1863)
Date
1863-10-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JLHrlich S2Nmm«ern Preis M Jabrgasg» 1 Lhlr. — 1 fl. 4L kr. Bei frcmkirter Ausendüng unter Kreujbanv 2 fl. 12 kr. BeKellnoge» »ehmen «ür PoftLnter und Buchhandlung«, a». Der IkKrer. . iaen ,il 1 Egr. die Petitzeile. Aufnahme in die kehrervacanzenliste2>-rSgr. Einsendungen ennveder direkt an den verant» worrliibkn Redakteur oder an die Verlagöhandlung. Krselitisekw Organ für die schule, die Familie und das Gemeindeleben des Zudentbums. Herausgegeben von I. Klingeuftein, Ignaz Lehmann Und A. Treu. N° 4» Mainz, den 22. Oktober 1863. - (Dritter ^LlrrxLUK.) 0r. ZNichaet Hess,! mit besonderer Berücksichtigung des denselben betreffenden Aufsatzes von Dr. Stern in Diesterwegs Jahrbuch 1862. (Fortsetzung und Schluß.) ' | , Wir sind gewiß weit entfernt, das redlich und geniale Streben und die hohe Bedeutung des seligen Oberlehrers L)r. Heß für die Entwicklung der Schule und den Fortschritt des geistigen Lebens der isr. Religionsgemeinde Frankfurt irgendwie zu verkennen; aber wir glauben im Sinne des vor wenigen Jahren Verstorbenen, — den auch wir, wenn auch nur wenig, zu kennen die Freude hatten, — zu handeln, wenn wir die seinem bescheidenen, anspruchlosen, immer auf die Sache, uie auf den Schein gerichteten Thun entgegenstehenhen Aeußerungen abweisen. Wir thun dies hu Interesse der deutsch-isr.. Schule, des deutsch-israelitischen Lehrerstandes, der deutschen Judenheit — und der Wahrheit. Oder, sind wohl solche Satze, wie der in beregtem Aufsatze S. 10 ausgesprochene wahr und begründet, wenn es heißt: „Seiner rastlosen Thätigkeit und seiner ausdauernden Beharrlichkeit ist es gelungen, diesen Boden vollständig für die neue Bewegung zu gewinnen, und die „gesammte" (I) Gemeinde mit einem Geiste der Bildung und Gesittung zu durchdringen,'der sie zu-cinein der vornehmsten Mittelpunkte des geistigen und religiösen Fortschritts im ganzen Westen Deutschlands macht." — Ist das wahr, ist es begründet? Man frage einmal nach ip diesen Gemeinden, in welche Beziehungen sie zu Frankfurt oder , Frankfurt zu ihnen trat, die diese ganz und gar dem Zeit-! dewußtsein widerstrebende Aeußeruug begründen könnte Eine solche Aeußerung ist eine arge Mißkennung unserer; Zeit überhaupt, eine Phrase, die dem ein Phänomen der! Zeit mit psychologischer Einsicht erkundenden Oberlehrer , nicht entwischen durfte, wollte er nicht damit, indem er eine gewiffe Glorie seines Vorgängers auch auf sich überzutragen ' gedachte, sich statt desien eine Blöße geben. Ein Mann kann wohl das Werkzeug erhöhter Bildung in einer Gemeinde sein; aber — in der Gegenwart ist das Streben nach Bildung und Gesittung, nach Fortschritt auf allen Lebensgebieten so tief begründet; die Gegenwart hat so viele Propheten dieses Gesammtfortschritts, daß wir einem bescheidenen und anspruchlosin Oberlehrer, wie Heß, eine so überaus hohe Stellung in diesem Streben wohl nicht cinräumcn dürfen, — wenn die anderen Behauptungen des Satzes, die Prämissen, auch ganz begründet wären, — was sie jedoch nicht sind; Befremden mußte uns auch in einer Lebensgeschichte von Heß die mit und neben ihm wirkenden Männer, wie Jost, C reize nach, Johlson^ Schlösser, Bechhof, — von den jetzt noch Lebenden abzusehen, — gar nicht erwähnt zu finden. Mehreren von diesen wird die jüdische Ge- , sammtgeschichte, Jost und Creizenach vielleicht auch die Geschichte Frankfurts ihren Rang gleich neben, wenn i nicht gar über Heß anweisen müssen. Wir möchten Herrn 1)r. Stern hier auf den Vortrag Wichard Lange's in der Mannheimer Lehrerversammlung aufmerksam machen, möchten ihn erinnern, daß der Oberlehrer eben doch. nicht I allein Alles ist, und daß die größte Kunst des Oberlehrers einer Anstalt wohl.darin besteht, einen tüchtigen Lehrkörper zusanlmenzusctzen, hohles Phrasengeklingel von wirklicher Tüchtigkeit zu unterscheiden, unberechtigte Anmaßung i eines jeden Gliedes des Schulkoipers alsbald abzuweisen, : und gleichsam mit dem Worte Friedrichs d. Gr., der „erste Diener des Schulstaates" zu sein. Es mag wohl der deutlichste Beweis von der Einsicht des L>r. Heß als Oberlehrer gewesen sein, daß - er sich mit Männern wie die obengenannten zu umgeben wußte, und daß er bei der Wahl seiner Lehrer weniger auf Titel und Flamen, als auf die praktische Befähigung achtete, daß er, wie man sich erzählt, lieber tüchtige Schulmeister als sogenannte „Literaten und diplomirte Lehrer" wählte. Wir können auch nicht unerwähnt lassen, daß so Manches, was in diesem Aufsatze ausgesprochen ist, mit dem gegenwärtigen Usus an der Frankfurter Bürger- und Volksschule nicht übereinstimmt; daß wieder anderes in den andern Schriften vr. Etern's ganz anders aufgefaßt wird, und wieder anderes als ein Fortschritt aufgefaßt, wird, was., da es sich nicht erhalten konnte, und in der Gegenwart entweder gar nicht mehr oder doch nur sehr vereinzelt vorkömmt, faktisch nicht lebensfähig war oder doch nicht als Fortschritt aufgefaßt werden kann. So sagt der Verfasser S. 24 daß, „eine gründliche Erlernung der biblischen Schriften und ihres religiös-historischen Inhalts, mit methodischer Erlernung der hebräischen Grammatik eingesührt wurde." — So viel wir jedoch wissen, ist der Unterricht

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