Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 41 (8.10.1863)
- Date
- 1863-10-08
- Page
- Seite 161 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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161 samsten Hebenüttel der Jetztzeit, und wenn sich der erste Faktor der Volksbildung — die Schule, dieser Hebemittel in vollem Maaße erfreut und mit ganzer Kraft bedient, da gibt es keine Macht der Erde, die ihre, der Schule, Entwickelung und damit die.Entwicklung des Volkslebens auf die Dauer zu hemmen im Stande wäre. Noch sind der regelmäßigen isr. Lehrerconferenzen nur wenige in Deutschland. Aber sicher ist es, daß für die meisten unserer Leser aller Gegenden die Berichte über diese Versammlungen das größte Interesse haben. Und das mit Recht. Denn was Ihr in der Pfalz erringet, wie Ihr sieget in dem Kampfe für das Recht der Schule und der Lehrer — für den Fortschritt, das gebt für kein Land verloren, weder für Baden und Curhessen, noch für unser Großherzogthum Hessen oder Hannover; früher oder später wird Euer Beispiel so es ein nachahmenswerthes ist, von andern nachgeahmt werden und überall lebendige Früchte tragen. .ni^cn E’S-'j? Wir möchten beifügen: Die idealen Interessen der gebildeten Welt sind überall die ähnlichen und gleichen, Principien ergänzen sich einander und was dem Einen Recht ist, ist dem Ändern billig. Was Ihr also für Euch thut, das thut Ihr auch für Alle. Und so wollen wir denn, so wie wir von Euch die kräftige Förderung unseres Blattes mit' Sicherheit erwarten, nicht "aushörcn, Eure Sache zu der unsrigen zu machen! Einer für Alle, Alle für Einen.!_)■ - Gebe Gott Euch einen jener bekannten Neustadtcr Tage — einen Tag wo die Geister auseinanderplatzen, aber das Ende sei — Licht und!Frieden Klingenstein. Aus Ungarn, Anfang September. Das Stadium des Werdens und Entstehens, das so viel frisch pulsirendes Leben innerhalb der ^deutschen) isr. Gemeinden zu Tag kommen läßt, ist in Deutschland vorüber. Eilt besseres Streben und ein regerer Sinn für das Wahre, Gute, Schöne und Zeitgemäß^ ist in allen*) Schichten der deutschen Juden zu finden) und einem eifrigen Arbeiter „im Weinberge des Herrn? ist Spielraum für seine Thätigkeit genug geboten. Der Terrorismus in der jüdischen Volksschule gedeiht nicht wie bei uns, und Jndifferentismus wie Jelotismns geht bei Ihnen nicht Hand in Hand, wie man es bei uns findet. Doch wir wollen inehr anschaulich wer den, bevor wir uns oluf die Kritik Anlassen. Im Anfänge des jetzigen Jahrhunderts, wo vom Hauche der modernen Zivilisation auch das Judenthum angeweht wurde, sah man in unserer Mitte die Bildung allmälich keimen und c.s *l Allen? Ter Herr üerrcdpvndent keimt' die deutschen Vcrbältnisse Nicht Diese Blätter sollten ihn eines besseren belehre»; auch in Dentickland siehts noch lange nicht so rojensarbcn aus. Das deutsche Iudenlbum leidet an einer deutsche» Krankheit — der Zersplitterung. Tie vielen Lausende von Gemeinden und Geincindebcn. in welchen wir wahrhaft in der Diaspora leben, stellen der kräftigen Gntwicklnnz unübersteigliche Hemmnisse entgegen. Bsobl gibt cs viele kleinere -nd.iniltlere (Gemeinden, in welchen das Gute feste B.-»r;el geschlagen. Aber die ganz großen Gemeinde» mit ihrem Parteihader, und die Kleinsten — in-beiden können wir leider nickt das Gntc so gefestet find)», wie der .<?err (5orreöpondent glaubt, ggied.) > ' t traten m diesem Prozesse auch praktische Bestrebüngen hervor. Zwar stitd unsere Verhältnisse mit denen Deutsch lands nicht zu vergleichen, denn der Kaistpf der/Religion begann bei uns schon frühzeitig in 5as isr. Gem/indeleben sich einzunisten und hat noch heute nicht auSgetübt. Wir wollen aber hier nicht die Geschichte der jüdischen Schule in Ungarn schreiben, denn diese könnte uns in ein Labyrinth führen, wo wir auf viele Kreuz und Qucrwege stoßen würden, wohin uns aber die geneigten Leser nicht folgen könnten; denn wer hat sich bis jetzt bei uns daran erinnert die Localoerhältnisse dieses Schlaraffenlandes zu beschreiben? da viele trotzdem sie hier als Lehrer wirken, dennoch sich wenig um die Stellung der isr. Schule nach Außen bekümmern. Darum erlauben wir uns, die jüdische Schule in Ungarn zu beschreiben,, wie sie jetzt ist, zu bemerken aber auch, wie sie sein sollte! Die jüdische Schule in Ungarn leidet erstens an JndiffcreNtismus von Seite der reichen Juden die für daö^ Judenthum kein.Opfer bringen wollen; die orthodoxen^ Rabbiner unterwühlen das Gebäude der Schule, indem sie sich in den Deckmantel der Religiosität hüllen und behaupten, sie könnten deshalb schon die Schule nicht unterstützen, weil hierdurch die Jüdischkeit aufhört, d. h. der Jargon in der Schule nicht gesprochen wird. Dieser Sprache halben wird die Schule geopfert. Wenn die Gemeinde durch Entschlossenheit einzelner Individuen eine Schule gründet, ihre Lehrer ansiellt, so sind dies meistens solche, die keine Klugheit besitzen, und sich stets isoliren, wie cs nämlich viele Lehrer hier in Pest machen, die vom Landcsfonde besoldet werden. Diese Herren pochen auf ihredecrctlicheAnstellung und sind gegen das Schulwesen im ÄUgemeinen indifferent, indem sie den Fortschritt im socialen Leben nicht anerkennen wollen. Also die reichen Inden, die orthodoxen Rabbiner und die unpraktischen Lehrer gehen Hand in Hand gegen das Bestreben der Neuzeit. Die Letzteren sind aber noch die gefährlichsten, indem sic den Terrorismus heraufbeschworen haben, und dieses sich zur Ehre anrechncn. Belegen wir dies mit Thatsachcn. So Haben diese Menschen die Schulbücher, die im österreichischen Ähulbücher-Verlage erschienen sind, für unersetzlich erklärt. Aus der Fabrik der hiesigen Musterhauptschule ging ein isr. Lesebuch für die vierte Klasse hervor; und wahrlich, da haben sich diese Leute nny gewesen; sie lieferten den besten Beweis,'daß sie durchaus keine Kenntnisse des Judenthums haben.*) Zu b/daucrn ist cs, daß die h. Negierung den Bücherverlag in/Händen hält, und andere Bücher in isr. Schulen verbietet. Ter Lehrer kann nie dadurch sein Talent entwickeln, das immer währende Einerlei macht den Gegenstand dem Lehrer fad und leer. Unter allen Büchern, die die hohe Regierung v für die jüdische Schulen veröffentlichte, ist kein leinziges rationell pädagogisch, außerder biblischen Geschichte von Sr. Hochwürden dem Herrn Rabbiner I >r. Pöw; dis übrigen tragen in sich das Gepräge des vergangenen Jahrhunderts und sind vom Hanchej dieser finsteren Zeit im Allgemeinen durch weht- Und >o kämpft die jüdische Schule in Uiiatrrn gegen '»Zn dem rejestück .Mchcs Mendel ob»- sage Lea- Gettesdieuff lag darnieder -:>e I