Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 41 (8.10.1863)
- Date
- 1863-10-08
- Page
- Seite 162 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/4896751-5428748-5431290--0622-4897266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I — 162 — den JndifferentiSmus, die Rabbinen der Orthodoxie und die dekretlich angestellten Lehrer weisen ihr den Rücken. (?) (Fortsetzung fei.lt.) C. Pollack, Rabb.-Kandidat' in Pesth. — u m f <h a u.! Polen. Am‘23.Sept.wurdenfmStäbenDzialeszvcedieisraelitiscben Kaufleute geplündert. Der israelitische Sd'neikcrmeister Jsac Earna würbe förmlich gefoltert (man zündete idm Haupthaar unk Bart an) um von..idm das Geständniß ru crpresien^ wer die Anicrtigung von Blouscn -für die Jnsurgentcnarmee bcsabll Bern, 17. S.pt Die Rdgicrnng von. Aarga»» bat dem Bundcsratb Anzeige gemacht-von dem Beschlüsse des targauifchen -e—großen :'iatbes über tie Iukcnfrage-vom 'W. August^d. I.. so wie von tem durch ibn am 11. September d. I.- erlassenen Bollziehungsbccrete. Sie macht geltende daß . die Juden in Aargau nun bereits neben den '.politischen- :Kcd'ten audi ein Ortsbürgerrechl baden und ihre Bertbeilung auf. die aargauischen Gemeinden alte nidt notbwendig sei. Zugleich wünscht .sie, daß Pen schweizerischen Juden die freie 2dieberlast'ung in der - ganzen Schweiz eingeräumt werde.' Der Bundcsratb trüdt in der Antwort seine Befriedigung darüber..aus, daß der Ä^rrcau den Juden tie politischen Rechte und das V'.anlcnsbürgerredt nidt länger vcrentbält. Tie Frage des O.rtsbürgerrechtes ist dem Iustizdepartement überwiesen und die Regierung von Aargau wird eingcladen, ein Drstglied zur Tbeilnabme an der betreffenden llnt.rt'ud ung :u keligireu- Tie 'Frage der freien Niederlasiuna ist dem Iust>;dkvartenrcNt zur Begutadstung überwiesen. — Ter niederlänknd'e Gencralconsttl bat std' Bericht über Dasjenige erbeten, was in' süngücr Zeit.'zu Gunst.n der Israel ten gesd'eben sei. -Ter Bundesratb -crtbeilte ibm Auskunft über die Sachlage mit dem Beifüge», laß tie Israeliten, wo sie sid' nictcrlaffen dürfen, auch freie Ausübung des Got'esdienstes genießen und daß.'nur wenige Gantcne sid' der freie» Niederlassung der Juden, widersctzcnwogcg-n der Btind.sratb aus ecnst:tuticnellcn Bedenken nicht intervcnire. Pforzheim, 2l> S.pt. Sdwn lange,. namentlich aber seit der Gleichstellung der -Juden mit ihren christlichen Mitbürgern. tritt das- Bedürfnis einer NcMn aticn der jüdisd'cn ,,Kirche" dringend hervor. Diciem Bcdumyiß will nun der großb. Ob errat I_der Fsrae ilen babgrd' sntaegen konimen, daß er eine von ibm enlivoriene neue lLerfgsjung der gütad'tlcd en Beratbung vrn fünizebn aus dem ganz w - Lande .ein;ubcru>enten Bürgern unterbreitet. Bei den.tb ilweise -entgcgengci.r-kei» Ansid'te», Weldw sid' iunerbalb der bedeuleptsten israelitischen Gemeinten zeigen, wird zwar kaum zu erwartest'sein, daß die Bcrjassung vollendet a»S dieser Bcratbung bervcrgebcn werde; vielmebr wirb zur endgültigen Retacticn derselben eine Svnode, die aus der gleichen gtabl gewäbltcr -Rabbinen und Bürger bestünde, einberufen werden müsscm Rur'aui diesem Wege dürste eine . zeitgemäße Umgestaltung erzielt rnzd Friede unk Gintracht wieder hergestellt werden. (P. L.) Arch. isr. berid ten von weiteren lumultarisd'en Vorgängen in der isr. Gemeinde zu Goirstantinep.-t Dieselben bab n cincsthcils wohl einen sebr ernsten, anbxr ntheils aber wieder e-ren so possierlichen Gbarakter, daß man sich nnwillkührlicb fragen muß: wig kann beim all gen einen Fort ckreiten der Mensd'bcit derartiges in einer Gemeindt. epn’eidffidt mebr als 4(i.iN:0 Israeliten Vorkommen? —.Pcraangeucn Sommers, etwa Mitte Juni, als sich der Sstltan auf seinem Sommerfchlosse befand, zogen einige^ Tausend I Juden, an ihrer Spitze etwa 40 Gbachamim vor die Frockte des kaiserlichen Palastes,' setzen sich weinend auf die Erde^ stimmen dir Kinoth von 3co"L3 an, und übergeben dem beraustretenden Kämmerer des Sultan ein Stück Papier, eine Petition, welche ans fast unklaren Gründen die Absetzung des nid't genug fanatisirten edlen greisen Chachambaschi, Herrn Aviadolr, verlangte. Obwohl auf frühere Anklagen derselben Manuer, die Oberrabbincr von Smyrna. Seres und Adrianopel ihren Gollegcn frcispiachen, genehmigte der Sultan die Bitte der Petenten, und die Menge wählte einen anderen unbedeutenden und kenntnißle.rcn, der Aufgabe, eine solche Gestiemte würdig zu repräsentircn nid't gewachsenen Rabbinen. Allein der Sultan aenehmigte diese Wahl nid't, und berief den Großrabbinen von Adrianojpcl, Herr Jakir (Preciada) zum Kaimakan- SteUvertreter des Gtoßrabbinals von Konstantinopel, denn die zahlreichen. Geschäfte Ics bedeutenden Großrabbinats v. K. erlauben keine Unterbrechung. Aber nun gebt die Aufregung der fanatisirten Menge von Haß-Keui, des bcdeutensten Jud'nquaticrs v. St. erst red'tlos: sie verkündigen, daß Diejenigen, die sidt ibrcn Rabbinen ansd)ließen, nach der hoben Pforte geben, um nochmals dieselbe Geschickte autzusübren. Dort ängekommen, setzt ihnen der Großvezier auseinander, daß es unmöglid' sei, einen Bcscbl des Sultan zu wideriufen, daß sie niindestens einige Monate warten müßten; cs scheint, daß die siebe», weldw in den Palast cingcdrizngen und vor dem Großvezier gekommen waren, unziemlich antworteten, denn — Soldaten säuberten den Hof, indem sie die Menge durch Kolbenstoße und Säbelhiebe vertrieben, während die sieben Rabbinen ins Gesängniß gebracht wurden. — In Folge der Anstrengungen der aufgeklärten Männer — meistens Ausländer, die gerade von diesen Fanatikern gröblich beleidigt und mißhandelt wurden, sind diese Rabbinen — die sid' einem Befehle des Sultan witersctzten, etwas Unerhörtes in der Türkei, wohl nur zeitweilig — in andere Stätte der Türkei verbannt wurden; der siebente wurde in der Gqu-qage eines Banguicr, den er am meisten beleidigt batte, in sein Haus zurückgesübrt. Hoffentlich werden nun derartige Borkommnisse in Konstantinopel vom heuchlerischen Fanatismus nicht mehr angezctkelt werden. Die! Vrnldrls-Ncbrailstrllt <2T I von | J. I^ehniaun in Nenstadt an der Haardt (Rheinpfalz)! war auch im verflossenen Schuljahre von über 100 Zog! lingen, 5? Pensionären aus dem In- und Auslände! (Amerika, England, Frankreich, Schweden), Katholiken, Protestanten und Israeliten,' besucht. Sie verdankt solche Erfolge den Leistungen eines sorgfältigst gewählten Lehrer- Personals, ihren schönen und höchst zweckmäßigen Einrichtungrn, ihrer Lage in einer, der reizendsten und gesundesten Gegenden Deutschlands, vorzüglich aber der wahr hast mütterlichtn Liebe mit welcher die Frau des Hauses für die Zöglinge sorgt und sie zur Wahrhaftigkeit, Ordnung, ' Reinlchkeit, Sitte und Anstand mit erziehen Hilst. Das Winter-Semester beginnt anr 8. Oktober. Verantwortlicher Redakteur: -I. tiktisi^enn.in in cüdcrnt-e.m in Rheinhessen; Selbstverlag der« Redaktion. Für den Buchhandel: tn Evmtniffon bei C. L.'Fr ttzscke in Leipzig. — Druck von I. ütoctsleben in Main». . ' ■ . - i 1