Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 38 (17.9.1863)
- Date
- 1863-09-17
- Page
- Seite 148 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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148 hoben kann, wenn alle an seiner. Hebung und Fortbitdung Mitwirken, alle es als ihren Freund betrachten? Sind auch die Verhältnisse in einem oder. dein anderen Lande etwas verschieden, io bindet doch alle ein höheres Band, und allen sind wir jeder Zeit mit gleicher Liebe, 'mit "gleicher Hinget i bung and) für ihre besonderen Interessen entgegengekommen. \ Von wo auch uns Nachrichten über gemeinsame Angelegen j beiten eines Lebrerkrei'es zi,gekommen / man iviisü uns n cht ' stigen können, daß wir sie.nicht-mit gleicher Liberalität, mit i gleicher' Freude auiqenommen batten.- 'Sollen wir jetzt, wo wir mebr als 2 - gab re mit Hingebung" an der Kräftigung unieres "Blattes gearbeitet, dasselbe mit grossem, sehr bedeu- > lenden und nur durch warme Begeisterung, ermöglichten Oviern bisher erbalten bäben-. imter dem Hohngflächter unierer Feinde und der ewig.m gerchworne» Feinde des iorl 'schreitenden r brerftandes eie. Segel ürefchei:? Sollten wir i uns, und mit uns dem derrrich-isr-aeliti'chen Lehrentande die einzige Waise aus der Hand reinen lassen,' die uns zur Wahrung unierer heiligen Rechte als Genossen des im Judenthum der alten Zeit io hoch geachteten Lebrerslandes geblieben ist? Wir werden, io lange noch Äthem genug in uns ist, ' um das Feuer unierer Begeisterung vor dem Erlöschen zu , bewahren, io lange wir die Kraft haben und die Unmöglichkeit uns nicht eine unnbersteigliche Schranke entgegenstellt, treu bei unierer Fahne ansharren. Thue Jeder von ieiner 'Statte aus desa-"id>en. .lind io müssen -wir , trotzdem es uns id>merzlich berührt, in liniere Fei'tbetrachtung den iehr uniestlichen Wnn'ch, ja das Verlangen. einkleideir: dass unsere Collegen keine Gelegenheit veriaumen' mögen, für die Ausdr'eitung ihres Lrganes m wirfens— j Lebe wohl, du scheidendes' Fahr! Und mm neuen — es ist ein einziger' Wunich. in dem sich alle vereinigen, der um'erm Herzen entquillt, der nii'ern Lirwen entschwebt, er lautet: vr-i. Leben! Lebtmmber sst''Fortschrijt, ist Begeisterung, ist Wirken und Scharfen, bis der-Tag zu Ende geht. Allen theueim Freundenerber ans stäah. und Fent, al- . len braven College,! und begeisterungssähigen Lehrern, allen ' wahren Israeliten un> edlen Men'chen noch, einmal zum Schluß ein warmes Odenibelm, zur Jahreswende, T ’i3Tp j Hier hilft keine Bemäntelung. *) Dies Beispiel spricht zu laut; es könnte nicht deutlicher sprechen. — — Wenn wir uns aber des Glückes erfreuen f Weih und Kind unser zu nennen:! muß nicht jeder Blick auf diese eine gräßliche Angst in uns wach rufen, wenn ein Leiden uns trifft — und ach, das Leben in der Schule, die oft ungesunde Lust derselben, der Mastgel an hinlänglicher Bewegung (der sitzende Beruf, wie stmu gewöhnlich sagt), die Anstrengung der Athinungsorgane, per ungesunde Schulstaub, der Zo,m und die Aufregung aus dem Umgänge mit ungerathenen und taleutlo en Kindern, mit dummen, anmaßenden Eltern, mit bö.'cn Gemeinden und böswilligen Vorgesetzten, ganz abgesehen von der io off unzureichenden Nahrung, führen ein Heer körperlicher Lehrerleiden nach.sich — wir jagen: alle di eie Leiden verdoppeln sich in der Angst bei dem An blicke unierer Liebem! Ach, was soll aus diesen werden, wenn wir nicht mehr sind! <- Hier muß geholfen werden! Die beste Hülfe aber ist die Lelbfrkülfe! Gelegentlich der iColner und Mannheimer Lehrerveriammlnng machten wir den Vorschlag zur Herausgabe eines „Kalenders und Jahrbuches für Israeliten'^, zum Besten der israel. Lehrervereine! Unser Vorschlag fand dort kein geneigtes Gehör. Hiergegen hat die allg. deutsche Lehrervewammlmtg **) in gewohnter freundlicher Beurtheilnng unserer Bestrebungen diesen hlos so allgemein angedeuteten Vorschlag, wohl um uns anzuregen, als einen bereits bestehenden Plan anfgegripen, nnd fügt bei, daß derselbe iehr beachtenswerth sei, und daß dessen Ausführbarkeit aus dem durch solche Mittel sich aufbauenden, reichen Pestalozziverein in Sachsen ersichtlich ist. Gestützt auf dies gewiß competente Urtheil und auf andere in uns reif. gewordene Ueberzeugungen haben wir nun das feste und unumstößliche Vorhaben, und werden mit Gottes und unserer Freunde Hülfe selbstständig vorgehen, um der deutsch-israelitischen Lehrerwelt eine Unterstützungskasse zu verschaffen. Um alles Hin- und Hergercde, das doch zu nichts führt, ein für allemal abzuschneiden, und um ferner die sichere Ausführung nicht durch unfruchtbare Discusston aufzuhalten und zu gefährden, finden wir uns zu der Erklärung ver-i Die SelMMe Der in Rr. :i(i d. Bl.'erlassene Animi für einen ar men. kranken uno blinden Lehrer har das ganze Elend, dieilber alles Man traurige-Lage'desweitaus größten Theils un'erer deut'ch-israelitiichen Co liegen uns w.ieder. einmal — wohl mrfit znin ersten und wenn nicksts geschieht, and) nicht zum 'einen Male — vor Angen. genchrt. Cs ist leider nur zu wahr - rin Leben voll Hingebung an.den heiligsten Berns , voll Rechtschaffenheit und.edlem Willen, voll sorgsamster Ausbeutung der eigenen' Kraft im Dietlsie des Fudentbnins der Gemeinde und.der Menschheit, schützt nidjt vor bittrer Roth, vor der gräßlichsten Verlassenheit'und der ver zweiielndsten Lage in den Tagen der.Krankheit, der Schwäche und des Alters. - ' *i Cl,, Rabbiner, über einen dies betreffenden Artikel im v. I. d. Bl. erzürnt, schrieb uns: »Und die Rabbincn r cychts diesen nicht ebenso?"" , Wir wollten das Porto der Erwiderung sparen; sonst würden wir ihm gesagt haben, daß dies doch selbstve,itändlich kein ««rund ist', gegen die Wahrheit unserer Behauptungen, die <«ercchtigkeik unserer Wünsche; andrcllcits aber sind die Rabbincn in * großen Gemei >den, welche die Mittet haben und gewiß zumeist auch io kiel Rechtögefühl. daß sie ihre verdienten <^e>nemdebea»iten und deren Relikten'gewiß nicht darben lassen; abgesehen davon, daß der älebalt eines Rabbinen dod) jedenfalls eher i"-rspan>jsje oder mindestens den c-l»tritt in eine kebensversichernng ermöglicht, als der des rebrerS: daß der Borns des Rabbine» nicht so aufreibend, und daß endlich den Raobinen m der allg. Rabbinen,- Wittwcn- und Waiseukaise die Mittel geboten waren , für die Ihrigen zu sorgen, wenn nicht Parteizerwürsuiffe und kleinliche Reibereien die große Mehrheit vom äintrirte abgehalten hätte. **■ Wir machen hier wiederholt darauf aufmerksam. daß die ausführlichen sehr interessanten Protokolle der Mannheimer allg. deutschen kehre,"versammlniig in dieser vortrefflichen Zeitschrift zu lesen sind. J