Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1863-09-03 · 36 (3.9.1863) · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
36 (3.9.1863)
Date
1863-09-03
Page
Seite 141 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4896751-5428748-5431280--0592-4897241
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

141 erfahren würde, zu schiveigen und konnte um so leichter an diesem Vorsatze sesthalten, als glücklicherweise die sämnitlichen Besprechungen, die bisher über das Stück erschienen, im Ganzen und Großen dasselbe in, der Dichtung wiedergefunden zu hab^n scheinen, was ich durch sie darzustellen versucht hatte. Erst durch die Kritik eines Herrn R., welche die 27. Nr. d. Bl. über den B. K. brachte, sehe ich mich leider genöthigt mein Schweigen zu brechen. Insofern dieselbe das Buch nicht vom ästhetischen, sondern fast ausschließlich vom religiösen Stande puukte aus lbesprach, hat sie zu meiner Betrübniß und in Verkenn nng hi ein er besten Absichten geradezu das Gegentheil derjenigen Anschauungen rmd Auffassungen, die ich in dem Stücke .niedergelegt habe, ass die Tendenz desselben hinczestellt, niolri ich zugleich versichern will, daß ich überhaupt nicht im Entferntesten daran gedacht habe, ein Tendenzstück zn schreiben. J Wenn ich nun auch nicht! glaube, daß der Bs. dieser Kritik mich nur niemes Ehnstesithumes willen, welches ich natürlich' auch in dem Stücke inicht verläugnete und nicht verläugnen wollte, angegriffen habe, so scheint er mir doch um so gew sser von der Meinung befangen, daß mich die Liebe zu m iner Religion zur Ungerechtigkeit gegen die seinige verleit >t habe.! Er bekundet dieß durch die unerwiesene Annahme, laß ich Die Fehler und leidenschaftlichen Berirrungerr, die in dem Stücke dargestellt werden, dein gesammten Iudenthuml, nicht aber, wie es doch wirklich geschehen ist, nur den eiilzelnen auftretenden Personen aufzubürden beab-, sichtig! Halle. Und doch hatte ich, um mich gegen jeden ähnlichen Vorwurf! zu sichern, in der ehrwürdigen Person des Akiba, als eines ächdep Priesters der jüdischen Religion, mir einen Vertreter derselben, zu verschaffen gesucht, dessen Handlungsweise und Aussprüche, weil am allgemeinsten gehalten, auck am ersten geeignet sein könnten, meinen eigenen Ansichten über das wahre Jüdenthum als Dollnietscher zu dienen. Sn strebte ich auch dem etwaigen. und von Herrn R. wirklich erhobenen Vorwürfe, als ob ich, indem durch die (wenn auch nicht iubjectiv, so doch objectiv) sich als falsch herar sstellende Messianität des Bar Kochba das Ansehen des Akiba leiden konnte, eine Berkleinerung depelben beabsichtigt )ätte, durch eine Vergleichung des Akiba mit dem Saniuel zi begegnen und legte ihm deßhalb (p. 145) die Worte in den Mund: „Doch mußte Samuel bereuen, Daß Saul dem Volk als König er gegeben, So reut auch mich, was ich in gutem Glauben Für Israel an Simeon gethan." Dabei bitte ich zu bemerken, daß meines Wissens noch von Riemaud in Wirklichkeit dem Akiba ein Vorwurf aus seiner bekanntlich durch die Geschichte beglaubigten Anerkennung des Bar Kochba, so sehr man früher, und zwar gerade jüdiiijerseits, diesen selbst als Lügensohn herabsetzte, gemacht w, >rden ist. Erst mir, der ich mich als Christ, wie gezeigt, noch wärmer denn jüdische Schriftsteller, des Akiba angenomm n, will Herr R. zum Dank dafür diesen Jrrthuni des ehrwürdigen Priesters (?) entgelten lassen. an jenen beiden, als den vermeintlicher! Vertretern der Ansicht , daß der Ghtt des Indent »uins ein Gott der Rache u. des Hasses sei, an diesem, als dem angeblichen Repräsentanten der dem Iudenthum so o t zum! Vorwurf gemachten Geldgier. — Hat denn aber de bei der geehrte Kritiker wirklich ganz übersehen, daß ich du Rahel,! um eben jede etwa mögliche Verletzung zu vermeiden, ausdrücklich und zu wiederholten Malen (p. 10:) u. 116) von sich erklären lasse, sie sei keine Jüdin mehr, sie^ könne einjeit Gott nicht mehr fürchten, der auch ihrem Feinde feinest Schutz verleihe? Könnte nicht mit demselben R'chte auch! ein Christ mir es zum Vorwurf machen, daß i h durch Nabels Person daS Christenthum herabgesetzt, da ti e ja, die Braut eines Christen, von diesem schon in den: Chr stenthum Unterrichtet worden war und an den christlichen 'Versammlungen bereits Theil genommen hatte? (p. 118 „r or meinen Augen"). Ebenso aber wie von dem Judenthun hatte sie sich (p. 110) auch von dem Christenthum losgeso gt; die Ungeheuerlichkeit ihres Schmerzes hat sie aus allen j ittlichen und religiösen Fugen losgerissen; und cbeni'oimnug oie man wegch der Krimhild des Nibelungenliedes das Ehr stenthum verklagen wird, daß es eine Religion des bluchierizsten Hasses iei, ebensowenig glaubte ich, daß man es mir Nach dem Auftr. des 4. Aufz. nachsagen würde, ich>h itte durch die Erscheinung der Rahel auch nur den Schein eines lincuinftuyn Lichtes auf das Judenthum fallen zu lassen beabsichtigt. (Schluß folgt.» u m a u. Vorzug Baruch, d:r sweise hat jedoch Herr R. an den Personen des Rahel und des Jonathan Anstoß genommen, — Herr Rabbiner l*r. Geiger,, der am 10. August seinen Einzug in Frankfurt hielt, wur« arst l!>. d. M. vom dem älteren Herrn Bürgermeister Or.-Mnller.ali3 Senatsbevollmächtigter in Pflicht genommen, und bat Samstag den 22. seine (Antrittsrede in der neuen Synagoge gebalten.j itF. Ich — Aus München wind berichtet, daß die Forst sckrittspartei an die Kammer den wichtigen Antrag ans svol (ständige bürgerliche Gleichstellung der Angebörigen hämmtlicher Relsgionsgenossenschaftcn gestellt bat. Im Antrag svird eventuell'auch die Einführung «k Zivilehe verlangt. ^Gotba, 1<>. Aug. Durch ein vor Kurzem erschiesrcnes Gesetz wird das Verhältnis »der Knickt protestantischen und nicht katholischen Religionsgse lisch asten für unser innd geregelt. Es werden durch da selbe für diese Gesellschaften die EivilstandSregister, damit auch die Civiltrauung eiugeführt, -Zum Austritt aus der alten f irche bedars^es nur einer (Erklärung vor dem betreffenden Civi gerechte des Auslretenden^) — Ein Ausruf an d e Bewohner Lembergs, fordert die Bürger der verschiedenen Confessionen auf, den der nationalen polnischen Sache gefährlichen Consticten ein Ende zu machen, und in einem Augenblick«, wv die gemeinsame Mutter, das polnische Vaterland. das'H r; und den Arm aller ibrer Kinder' braucht, den Aufreizungen der Feinde entgegen zu wirken.! Die polnische Nation verkünd:t der Welt offen und rückhaltlos die Grundsätze, die sie als dgs Fundament ihres socialen und! poli- und zu diesen Grundsätzen gehört die Gleichheit und Brüderlichkeit aller Stände und Glaubensbekcnntntffe u. s. w. *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.