Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 36 (3.9.1863)
- Date
- 1863-09-03
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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142 — Das neue Judengesetz für Holstein, das vor einiger Zeit in einem unserer Evrrcspondenzartikel erwähnt worden, ist nun erscbienen. Wir werden demnächst einen Auszug aus demselben bringen. ' , - „ Herr Adolf Eremieur a»ls Paris bat als derzeitiger Präsident der »Ilisuce israelite universeller einen Ausruf erlassen, worin er zu zahlreichem Beitritt zü diesem Vereine die gelammte isr. Welt auffordert. Wir stnd uns der Gründe nickt bewußt, die die Israeliten Deutschlands bisber. abgchalten haben, in großer Anzahl dieser segensreichen Bereinigun 7 beizutreten. Es find wohl von tonangebender Seite leider'jine Masse nichtiger Gründe vorgebracht worden, die zur Zeit der Erstehung das deutsche Publikum irre fübrten. — Was will die „allgemeine israel. Vereinigung-? Sie will vor Allem Schutz angedeihen lassen allen verfolgten Israeliten, welchem Laiche sie auch angehören mögen. Sie will durch alle ihr zu.Gebote stehenden Mittel dem Haß und der Verachtung entgegenarbeiten, welchen unsere Glaubensgenossen noch auf einem großer Theile der Erde ausgesetzt find. Sie will dem einzelnen Israeliten das Bewußtsein geben, daß, wenn man ibn um seiner Geburt oder seines Glaubens willen verfolgt oder zurücksetzt, seine Glaubensgenossen als geschlossene Macht nch seiner annebmen. Sitz will die Wissenschaft des Judenthums, insbesondere soweit fie zur.Verherrlichung desselben in den Augen der Völker dienen kann, und soweit ne verpflichtet ist, noch etwa der Entwickelung und Verberrli.rung. des Judenthums, entgegenstebende Vcrurtheile zu besiegen, unterstützen. — Um Mitglied dieser segensreichen Bereinigung zu werden, bat man mindester s l> Fr? dem Eaifier des Bereits (33 me d'Enghim Paris) zu übersenden. Dir werden später noch Ausnibrlicheres—zu berichten. die Gelegenheit" nehmen. Wollte Gott, es wäre uns vergönnt. die Wabpnchniung zu machen . daß bald dieser Verein eine seinem hohen Zwecke entsprechende Ausbreitung gesunden hätte^ - Paderborn, 1. August. In. unserer Stadt ist beute in bescheidener, aber erbebender Weise die Einwendung des-israel. Waisenhauses für Rheinland und Westfalen gefeiert worden. An der Hand ihrer verehrien Mütter,. der Gründerin und Vorsteherin der Anstalt, Fräulein Nathan, zogen die elternlosen Knaben und- Mädchen, begleitet von den- Spitzen, der Behörden, den Mitgliedern der Svnagogen-Gemeinde und auch auswärtigen Gönnern, aus den engen Räumen des prxvisori'cben Waisenhauses in das neuerbaute, das, vor dem KasselerTbore gelraen, sich als ein würdiges Denkmal der Humanität präientirt. Der verdienstvolle Landrath Herr v. Grass0 .öffnete die Pforten des Hauses und des Betsaales, dir Zöglinge stimmten das „Heilig" an, woraur der Herr Rabbiner Br, Ecbwgrz aus Eöln die Fesl- .rede dielt, die. ausgezeichnet an Gebalt und Vortrag, Herz und Geist der 3ubörer mächtig ergriff. D-em.Gebet für König und' Vaterland folgte ein entsprechender Dorttag" des Herrn Lehrers Alsbach aus EaMen, Mitglied des Euratorjums, der auch die Seelenfeier für die verstorbenen Wohlthäter der Anstalt abhielt. Vor Beendigung des Gottesdienstes und der Thora-Vorlesung — bei welcher Gelegenheit von den Anwesenden circa 500 Tblr. für das Waisenhaus gespendet wurden — beteten die armen Waisen das Kadisch, wobei sich ibre und Aller Augen mit Tbränen füllten. — Se. Mas. her König gerubten Allergnädigst Ihre Segenswünsche für das Gedeihen dep Anstalt unter huldvollen Ausdrücken an die' Vorsteherin .des Hauses auf telegraphischem Wege aus Gastein hierher gelangen zu kaffen. .(«- 30 Pensions - 4l«;eige. Nm den vielfach an mich ergangenen Ersuchen um Ausnahme von Pennonairen genügen zu können, habe ick meine bisherige^ Wohnung mit einem geräumigen Hauje vertauscht und bin nunmehr in der Lage, nnaben, welche eine der diesigen trefflichen Schulen, (Gymnasinm, Realschule. Provin;ial-o»ewerbcschule rc. > oder meine eigene Schule besuchen solle», in größerer Anzahl aufzunehme». Sorgfältige körperliche und geistige Pflege. sittlich religiöse Ueberwachung rc. werden zugesicheri und kann aus Verlangen Privatunterricht in der srauzösijchen und englischen Sprache, sowie in der Musik ertheilt werden. Bielefeld, im August 18t!3. 2. Blumcnau, kebrer und Prediger. Aufruf und dringende Bitte an s ämmtlichc isr. er und an alle Menschenfreund tn Israel! Ein israel. Lehrer, unweit von hiev, eiü hoher Siebenziger, ohne Weib und Kind und ohne Vermögen, ein edler, . fleckenloser Charccktcr, sehr religiös, n;n c".n -y mye.ijit seit 8 Wochen schwer erkrankt und seit drei Tagen erblindet. Unglücklicher Weise in einer sehr kleinen Gemeinde von wenig Bemittelten stationirt, ist es unmöglich, daß diese Wenigen und seht Braven länger die Kosten für Arzt, Apotheke, Krankenwartung, und Pflege bestreiten. Enorme Kosten sind schon entstanden, die sie gelegen, haben. Viel größere, durch Andauer dieses unglücklichenzZuftaffdes, stehen in Ausl sicht. Ich komme soeben vom Schmerzenslager dieses schwer Geprüften, das fürchterliche Jammern vor Schmerzen, das stete Weheklägen über das verlorene Augenlicht, ,-6«« r»v njfcp xb tn;:r« 'isr»! — Sein stöhnender Auf: „Helft, helft!" ist uiarkdurchdringend. — Ihre Colleaen von Nah und Fern, |P<m Osten und Westen! Ihr Edeln und Gesegneten in Israel! Ich bitte um ein kleines Scherflein für diesen Armen, Kranken und Blinden! Verchrliche Redaktion d. Bl. bitte ich um Entgegennahme. von Spenden, sie zu quittiren und aff den israe-1. Vorstand zu Büdingen (der unwoeit des genannten Lehrers wohnt» lffhufs richtiger Verwendung,derselben einzusenden. Wer und wo dieser Unglückliche ist? habe ich verehrt. Red. mitgetheilt, niit dem Aniügcn, daß Bnrgpreppach in Bayern sein Geburts¬ und bis jetzt noch sein Heimatholt ist. Schnelle Hülfe ist geboten. Wer schnell gibt, gibt doppelt! Gott segne alle mildthätigen Herzen! Büdingen, 24. August 1863. Llttcnsofer, Lehrer. Wir sind zur Entgegennaknne von Spenden bereit, und bitten darum. _ Wir werden die Liste regelmäßig im i s r. Lehrer veröffentlichen. ^(Zur Vereinfachung und zur Ermäßigung der Portokosten können bei nicht runden Zahlen, die durch Papiergeld zn decken sind, Freimarken eingesendet werden, die wir dann Umtauschen.) Odernheim in Rheinhessen, den 25. Aug. 1863. j Die Redaktion des isr. Lehrer. Verantwortlicher Redakteur: I. Kltaaenstein tji Odernhei« in Rhetnbcffe»; Selbstverlag der Redaktion. Für den Bnrbbar.dkl: tn Lommiffion bei L. L- Fritz sch e i» Leipzig. — Druck »on I. «attslebe» in Main,.