Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 36 (3.9.1863)
- Date
- 1863-09-03
- Page
- Seite 140 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Dr. JUicfjupf ijess, mit besonderer Berücksichtigung des denselben betreffenden Aussatzes von I»r. Stern in Tiesterwegs Jahrbuch 1882.*) II. ' (Fortsetzung.) „ .. Heß batte nun gesunden',? woniach sein unablässig strebender Geist vertaigte: eine Stätte des Wirkens. — Der (finftuK eines fo irischen.anregenden und schöpferisch gestal kniden (Geistes wie .Her; .gah. sich in dev Gedeihen der Anstatt bald nach allen Richtungen Zu erkennen. — Die erste öffentliche Prünuig, -u welcher .Hes; durch -ein Programm „Heber den Unterricht in der Religion und der Moral" einlud. ergab ein io glänzendes.Resultat, daß die Zahl der bezahlenden Schüler, .welche nach dem Statut die der Freischüler nie übersteigen durste, bededoutmb wuchs und als- -bald eine dritte Klaffe eingerichtet werden mußte. — In raschem und -unnnterbrochenenr Fortschreiten entwickelte sich nun der. äußere Nnlsäng der Schule und die innere, Organisation des Unterrichts -zu immer höherer Bedeutmrg, io daß die Anstalt schon'im Fahre 1809 aus 5 Knabenklaffen bestand und int Jahre islo eine Mädchenschule mit derselben verbunden werden konnte, für welche die Thrilnabme w groß war., daß sic alsbald, in drei-Klaffen getheilt werden konnte, zu denen im folgenden Jahre eine vierte kam. — Die Umwandlung Frankfurts in ein .yerzogthuin unter der Regierung des Fürsten-Primgs Talberg hatte dem „Philathropin" die lebhafte Theilnahmedieies Fürsten'zugewendet, und dieser gewährst dez südlichen Erziehungsanstalt aus der Staatskaffe cüsbald eine Fäbresunkerstützung von 1000 ff., die später bei einer allgemeinen Organisation des Unterrichts aus 2000 ff. exlwht nnirde, nachdem die Fuden durch Ablösung des - iogmannt-zl Eonceisionsgeldes mit tB>,>x>0 Gulden die Gleichstellung mit ihren christlichen Mitbürgern erlangt hatten Die Schule war gleichzeitig untk-r die Aufsicht einer öffentlichen Staatsbehörde gestellt worden, hie Wirksamstnt des Vernvltniigscomite's jedoch ward susvendirt Fn dieser scbwierigm Zeit gelang es dem Oberlebrer, in deffen .Hand alles lag, ein notwendig gewordenes neues Lokal in Besitz der Schule-zu bringen und auszubauen Am 13. Juli 1813 wurde die Anstalt unter dem Namen.„Real- und Volksschule-der israelitischen Gemeinde" als öffentliche Schule eröffnet und, einerseits unter der, Schutz des Staats, andererseits wieder unter die unabhängige Leitung des früheren Verivaltungscümite's gebracht... Als Frankfurt im Herbste des Jahres 1813 eine Zeit lang das Hauptquartier der Verbündeten war, erhielt Heß am 15. Nov. von der österreichischen Sanitätsbehörde plötzlich den Befehl, das kaum gewonnene. Schullokal sofort zu räumen, da es zum Lazareth bestimmt sei; und eine Stunde später wurde der Befehl von der Militärgewalt inichonungs- ** Tie Randbemerkungen zu diesem Aussätze in voriger Rümmer, n»d, was wir anzüdeuten vergaßen, was aber aus dem Inballe erncbllich rst, rem Berichterstatter für diese Blätter, während wir eben bisher ian wörtlich einen AuözNg aus jenem Auffaye liefern. losester Weise darchgesührt. Es mußte für Unterbringung der Schule nothdürstig Rath geschafft und nach etwa 6 Wochen dss geräumte und verwüstete Lokal mit vielen damals schwer aufMbrinaendm Kosten wieder hergestellt werden. Mit der Rückkehr Frankfurts^ in seine früheren politischen Verhältniffe kehrte leider auch die Ausnahmsstellung der Juden mit ihre« mittelalterllchen Beschränkungen wieder. Damit hörte auch der der Schule von der Staatskaffe bisher geleistete Zuschuß von 2000 fl. auf, und es gerieth dieselbe in die schwierigste Lage, io daß die nothwendigen Mittel zu deren Unterhaltung wieder durch Prioatsubscriptionen ergänzt wecken mllßten, und mehrere Jahre hindurch die Forteristenz der Anstalt in Frage gestellt schien. Erst im Jahre 1819 gestalteten sich die Verhältniffe wieder gün-- stiger. — Der vm» dem Senate zum Regierungskommiffär der jüdischen Gemeinde ernannte Schöff Ihm, ein Mann der ffür Aufklärung, Fortschritt und Humanität nach allen Richtungen wirksam war, wandte seine Thätigkeit mit besonderer Liebe dem Schulwesen zu, setzte sich in enge freundschaftliche Beziehungen,zu Heß, und es gelang den gemeinsamen Bemühungen Beider, dem SchnlfondS zunächst die aus früheren Zeiten für ähnliche Zwecke bestimnlten milden Stiftungen und Vermächtnisse zuzuwenden, und endlich im Jahre 1822 das geeignete (?) Verhältniß der Schule zur Gemeinde herzustellen. Hiernach übernahm diese die Verpflichtung, für die Geldbedürfniffe der Schule Sorge zu tra-- gen, insoweit dieselben nicht durch ihre Einnahmen gedeckt würden, wogegen den Gemeindebehörden das Recht der Zustimmung zu allen neuen Ausgaben zugetheilt, und drei Mitglieder des Gemeindevorstands den sechs Mitgliedern des Schulraths zugesellt wurden. *) Der so zusammengesetzte Schulrath behielt jedoch seine volle Selbstständigkeit in der inneren Verwaltung und Leitung der Schule.- (Forts, folgt.) einige Bemerkungen über das Trauerspiel Bar Kockba. Bei der einem jeden Schriftsteller drohmdm Gefahr mißverstanden zu werden, würde ein solcher gewiß eine mißliche Arbeit sich aufbücken, wollte er den verschiedenen Kritiken gegenüber, die über seine Schriften veröffentlicht werden, sich zur Erklärung oder Berichtigung auf Antikritiken einlaffen. Wo vollends das Urtheil ästhetische Gegenstände betrifft und daher trotz aller Kunstregeln doch immer hauptsächlich auf die Subjectivität des Schreibenden angewiesm! ist, da bleibt ein Streiten um daffelbe in dm meisten Fälle« ziemlich erfolglos und lohnt nur seltm die etwaige Mühe, dje ein Verfasser auf die Vertheidigung seines angegriffenm Werkes verwmdet. Eben deßhalb hatte auch ich mir gleich von vornherein vorgenommm zu dm öffentlichen Besprechungm, die etwa das von mir verfaßte Trauerspiel Bar Kochba *) Ist dies noch jetzt bestehende Berhältmß wirklich das „geeignete", da die „lebenslänglichen" Lchulrathe >uh durch Kooptation ergänzen? PH. 33.)