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Der israelitische Lehrer · 1863-07-23 · 30 (23.7.1863) · p. Seite 116

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
30 (23.7.1863)
Date
1863-07-23
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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I 116 immer erfrischt, wenn -in der Hitze, des Kaiitpsis mit dm Leidmichasten, der Verführung, seine Krgfte erliegen wollen. Will der Lehrer seinm Unterricht recht'anziehend niachen, io verfehle er nicht, hier und da eine midraschffche Erklärung, wovon der Commentar Raichi's so reich ist, einzulegen. Ich erinnere mich an den schönen Midrasch zu 2. B M. t'->, 4. Die tiefpoetische Schriftausleguyg de» Midrasch spricht das Kind besonders an und öffnet ihm zugleich die Halle zu dem wäkdrn Schrfftthui» des Iitdenthiliils. Der aus diese Wesse ertheiltc. Unterricht im Pentateuch wird den bisher üblichen, s. g. Unterricht ist der Religion ent behrlich ,?Red.» machen, wenigstens bietet er die beste Concen> tration für denselben, zumal wenn solche -stellen, worin von dein Berufe Israels, von wichtigen Lehren und Geboten, von andern gesetzlichen Einrichtungen die Rede in, znmVor wuri genauerer Betrachtung gemacht' werden. ' Bei der -gegenwärtigen Einrichtungunserer einklassigen Schulen ist eine solche Zissammendrängung der verschiedenen Gegenstände, abgeseheit von der durch die methodische. Behandlung derselben 'chon gebotenen Nothwenhigkeit, unabweisbar. Wir leinen daher dem Geiammtuntexrichte - einen dedeittenden . Borichub, wmn wir den Unterricht, im Pentateuch als ein lebendiges Glied de»l Organismusder Schule^ einreihen. Beriet» t nbcr die IX. Uerlammmlung isrsrlrt Lehrer in Uheinhellcn abzebalte» - zu Alsdeim am 'Ui. Inli isi;:;.. * -Jliid) langer, drückender Sonlinerhitze bedarf es nur eines erauickenden Regens, mit die lechzende Erde zu siitti gen. uilv das ängstlich verzagende Nkenschengemüth irisch hoisend und erfreut ausblicken zu.lassen zum Segmipender! Der Lehrerberus läutert ' dm-, der sich chm mit ganzer Seele Inngibt. Das Streben und Wirken des Lehrers hat allzeit nicht die im Stande kriechende Selbstsucht, sondern die zur Hohe führenden heiligsten Zwecke der Menschheit zum Ziele. Die Weihe,-die dem Unterrichte und der Erziehung ausströmt, erhebt seinen Geist -undsein Gemüth, daß er 'ich mit ganzer Seele her Gesiunmtheit, dem Wir ken iür diele hingibt. Tie freien Eonsirenzen sind zumeist ein Zeugnist des edlen Strebens, der hingebenden '-Begeisterung, die dem Leh rerberuie entströmen. Wo nch Lehrer aus freiem Antriebe zusainmennnden, da ins nur-äußerst selten ein selbstisches persönliches Interesse, das sie zusämmmsührt, und die Lehrer hättm doch fast allüberall so gar. viel zubesprechen, was dieses Interesse, was ihre-äußerliche, durchaus nicht beneidenswerthe Stellung betrifft', ja,-.sie hätten entsprecheich andern Ständm das Recht, vor Allem diese ihre äußere Stellung im Lebm zu wahren und sscher Zu stellen. Wo-ist dieses noch geschehen? Wo hätten chte Lehrer vergessen, in ihren Benammlungen nch mit. dm höheren Interessen ihres Berufes zu beschäftigen, ihre'Ideen über'Erziehung und Unterricht auszutauschen, chre Opfer zu bringen den höchsten Ideen der Menschheit, nud wo'wäre es Ihnen je eingefallen, wenn sie ja von persönlichen Interessen sprachen, für sich mehr zu fordern, als sie vor Gytt und Mmschen zu fordern berechtigt sind, und zu gedeihlichem Mirkm unumgänglich nöthig ist?-- Alzey und Alsheim! Welche Gegensätze I Am 19. Juli des vorigen Jahres zogen wir mit freudigem Gemüthe stach Alzey! Wir durften einen echten Lehrertag, ein freudiges Willkommen erwarten! Wir wollen die Todten ruhen lassen; aber, nach dem wir auch in dem von uns vor Kurzem gebrachten Berichte über die Cölner Conferen; *) über Man gel an Theilnahme klagen hörten, da „zerschmolz das Herz in unserem Innern"; wir befürchteten, als wir uils znm Gange nach Alsheim rüsteten, es wäre der Coiiserenz j — seliges Ende! Aber, wie hertlich wurden wir enttäuscht! Die Eonferen; in Alsheim, von der wir vor wenigen Stunden erst zurück gekommen sind, war in allen ihren Dheilen erbe bend und beglückend. Eine zahlreiche Versammlung — 24 Berussgenossen — interessante Verhandlungen, und vor Allem, das unvergleichliche Entgegenkommen der AlSheimer Gemeinde, an deren Spitze der für Iudenthum und Bildung begeisterte Vorstand, Herr Ferdinand David, macht die Elin nernng an diese Stunden zu einer glückliaien und herzerquickenden. Es waren als Gäste aus der Pfalz zugegen unsere Freunde, die Herren: Bärmann aus Mutterstadt, Ignaz Lehmann aus Neustadt a.'d H., Vorsteher eines-Handels instituts und Mitredakteur v. Bl., Singer aus Frankenthal, Schloß aus Speyer, Sulzbacher aus Kirchheimbolanden, Strauß aus Obermoschel.! Aus Rhcinhessen waren zügegeii die Herren Or. Aub, Rabbiner aus Mainz, und Dr. Rosenfeld, Prediger aus Worms**) und die Lehrer: Herr Aaron aus Essenheiin, Blumenthal aus Podenheim, Brandeis ans Wörrstadt, Fnedberg a. Niederwiesen, Hirsch a. Guntersblum, Hauseir a. Abenheim, Klingensiein a. Odernheim, Lebrecht .a. Bingen, Levi a. Fürseld, Marx a. Alsheim, Montag a. Gimsheim, Oppenheimer a. Flonheim, Seligmann a. Osthofen, Sonneherg ans Bechtheim,Sonüheimer aus llliederolm, Wertheimer aus Schornsheim. (Irrthümlich Vergessene Vorbehalten.) > Die Conferenz! wurde eröffnet um 10 Uhr durch eine Ansprache des Presidenten, Herrn Marx, worin er sinne Freude aus'prach über. den zahlreichen Besuch, und daran erinnerte, I>aß vor 5 Jahren von hier aus die Eonferen; gegründet wurde. Möge sie sich fort und fort bestreben, ein höheres Ziel — das Beste der" Schule, des IUdcnthums, die Entwicklung der Menschheit im Auge zu behalten. Wenn Manche der Versammlung den Vorwurf machen: was! ist in dieser langen Zeit für die äußere Stellung der Lehrer geschehen, was ist! für uns bei unseren Zusammenkünften gewonnen, so liegj gerade darin für uns ein ehrender Be weis, kein Vorwurif. Wir haben in dieser Beziehung gethan, was wir konnten, j Das Höchste, das Erste war aber immer *j i'titäufijj wollen wir bicr die Biere anfügen, die zret-iten Riest renken aus jener ltonferen; möchten dock ihre Referate uns gefälligst zur Veröffentlichung in diesem unfern, gemeinsamen Organe einsenden. s **) Herr Dr. Rotbsckild aus Äl;er> batte uns früber schon sein Pd dauern ausgewrocken,. durch eine längere Reise am strsckeincn verblndert zu sein. > rr e

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