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Der israelitische Lehrer · 1863-07-16 · 29 (16.7.1863) · p. Seite 113

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
29 (16.7.1863)
Date
1863-07-16
Page
Seite 113 (sequence 3)
Language
German
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113 gcldes. — Wollen Sie Beweise? Sie werden sie auch in Ihrer Gegend finden!*)! In Unterfranken falls noch weit schauerlicher kausseheu, i besonders in der »nteren Maingegend! Dort hat die Obscuj rität ihren Hauptfitz aufgeschlagen. Nun aber, was anfangen? Was anfangen n»it unser» armen 200 fl.? Wahrlich, Rath und Hülfe th-ut Noth; Am besten wäre freilich es, wenn alle tüchtigeren Kräfte sich dem Lehrerstande entziehen würden**).! Ich mache dabei noch eine Erfahrung, und ich glaube, •. ich finde diese Erfahrung auch von anderer Seite her in ihrem Blatte bestätigt. Das Religion--. und Elementarschulwescn ist von der bayrischen Regierung vor mehr als 30 Jahren ganz genau geregelt worden. Die Regierung legte Zwang an, und es bildete sich dadurch ein Gegensatz zwischen Lehrer und Gemeinde heraus, der üble Folgen haben inußte. Die Gemeinde sah im Lehrer einen Feind, einen ihr von der Regierung aufgedrungenen Menschen, der Lehrer sah in den Gemeindegliedern fast nur seine Gegner. Die Regierung hatte einmal ein Gesetz gegeben, sie hatte ihre Schuldig feit gethan, uuo regiert nun fort; die Liebe zur Reform des Judenthnms ist ins Gegentheil umgeschlagen, die Verhältnisse haben sich geändert; aber der Gegensatz zwischen Lehrer und Gemeinde ist geblieben; die Freundschaft will nicht einkehren. Roch heute zwackt man dem von der Regierung geschickten Lehrer ab, wo man kann, und der Reibereien zwischen Beiden ist kein Ende. Ein tüchtiges Schulwesen kann sich nur herausbildea aus dem Bedürfniß und der freien Entschließung der Gemeinde ***). U « s eh a «. Am 1K, Juni hakte die Gesellschaft der „Allianc Uraolic. uui* THrUe" ibre dritte Jabres-Keneralvcrsammlung.' Die I» *) Ja gewiß, leivck Gotte», obwohl gegenwärtig in«b«soai>e>e in Rdeinbeffen die Lehrer «esik besser gestellt find, als bei Ihnen. Sir haben Lebrer, die jährlich mebr als 3U0 fl. Gehalt haben; und einschließlich der Gratifikationen au« der Gemeinde. I-H.'kbita, Gold schaatedüiftung 400—500 fl. jährlich verdienen, bei eenen es aber mit Wiffen und (»baraller »och außerordentlich .flau" .»»»liebt, di«, weder so gut schreiben, wie ein tüchtiger Klementarschaler von l: Jahren, noch llblp stir« oder di- 5NVP übersetzen können. — Menschen ohne alte Borbildunz, eie nicht» wisse», qd.'r unk er» ist, Gott erbarm, da» schlimmste, auch nichts wiffen wollen l gn Rheinhessen ist ihre Zihl wohl gering, aber in den anderen Provinzen find's, glaub' ich,' die Hälfte, oder gar noch mebr. Daß Gott erbarm! Das find dt- Mischeberachmacher, und diesen thuts keinen Abbruch an der Würde! Leioer gibt« aber auch ordentliche Lebrec, die, weil» jene tbun, auch dazu genöthlgt find. (Red.) **) Da find sie auf dem bösesten Wege, lieber Freund! (Ree.) *•*> Dieser Äedanke wurde auch in Mannheim gelegentlich der all gemeinen rehrerversammlung geäußert, aber dort im Allgemeinen »iel-ach ekämpst sollte er mit Bezug aus oic Juden richtiger leint Die iärsährung bestät gt e« noch nicht. Im Gegcntheil sehen « r eor:, wo die Regierung die suche in die Hand nahm, wenigsten» ein forrschriti» fähiges Institut (Bao-n, Würiexibeg, Hannover, Mecklenchirzj, manchmal sehr gute Verhältnisse sbanr. Plulr), anderwärts aber (in Helsen, Preußen ir. ,c. > weiß heute noch Riemutd, wer Kock oder Kellner ist. Ueberall, wo stillst >nd ist, va ist Verderben; wo aber Leben und Bewegung ist, da ist auch der Fortschritt möglich, und bessrre' Zustände im Anzuge. Darum, n»r immer frisck arbeiten, nie rasten, nie die Hoff nung aulgebcn, nie versauern. ' _ s Rek.) «teilten Frankreichs habe» sich hier eine Verbindung geschaffen, berufen und geeignet, in allen bedeutungsvollen Zeitfragen de» 0 Judenthnms ei« entscheidendes, Wort zu sprechen. — Herr Louis KSnigswarter erSffnete die Sitzung mit einer eben so glättenden, als durch edle Gesinnungen getragene» Rede, die, Bedeutung und die Aufgabe, die Mittel und den Fortschritt der Gesellschaft zeichnend! Außerdem statteten der Rabbiner Astruc. der Professor Manuel und Herr Saint Paul Jahresberichte über die Arbeiten, den finanziellen und Personenstand der Gesellschaft ab. Znm ersten Male theiltc die Gesellschaft Prämien aus, und zwar: einen -Preis von kl>00 Fcs. an Benamozegh, Rabbiner und Prediger in Livorno, für eine Abhandlung über die Moral des Judenthnms, verglichen mit der seiner Tocbteroeligionen, und eine Ermuthigung zo»o»ur»ix,-«,. »t> von 5ooFrcs. dem Herrn Levv. Rabbiner von Luneville. Für das Jabr 1804 bat Die Alliance folgende Preisfragen gegeben: 1) Die Geschichte der Literatur der Einancipation; eine Zusammenstellung und Besprechung desjenigen, was seit dem letzten Viertel devor. Jahrhunderts (Dohm. Gregoire, Mirabeau) zu Gunsten der Emancipation geschrieben, oder in den gesetzgebenden Versammlungen geivrocken wurde.?c. rc.: eine Medaille von Gold im Werthe von 1500 F.cs. wird Dem besten. Beantworter der Frage zuertannt werden. 2) Eine sociale und criminalistilche Statistik der Inden in Frankreich seit 1830; ibre Betheiligung an dem öffentlichen Leben, die vorzüglich von ihnen ergriffenen Lebenswege — andrerseits ihre Theilnahme an den Verbrechen der Gegenwart rc. rc.; — eine goldne Medaille von 1,000 Frcs. Wcrtd wird dem Autor zuorkannt werden, welcher das bene Memoire in dieser Frage vorlegt. Wir bedauern, aus dem Berichte in ten Archives nicht zu ersehen, wie groß die Anzahl der Mitglieder jetzt, und wie viele Teilnehmer diese nach ursprünglichem Plane sich über die ganze Welt hin erstreckende isr. Gesellsckast gegenwärtig in Deutschland zählt. — Vor wenigen Tagen tagte ei» sehr bedeutungsvoller iSr. Eongreß auch in Ferrara in Italien. — Es hatten sich dort 22 Deputirte der verschiedenen Gemeinden Italiens versammelt, um über gemeinsame Angelegenheiten des italienischen Israel sich zu berathen. Die Sitzungen dauerten iünl Tate. Unter den Beschlüssen dieses Eongresies heben wir hervor: 1) Die Negierung zu bitten, den Bekehrungen junger, unmündiger Menschen Ei »hast zu tdun. und Vorkehrungen zu treffen, daß unter allen Verhältnissen (in Spitälern und Zuchthäusern) der Verkehr m't den Angehörigen nicht gestört werde, damit den Bekehrungen durch Zwang und Neberredung ein 'Ende gemacht würde. i, 2) Bon den Israeliten, welche öffentliche Schulen besuchet», sollten Neligionszeugnisse vorgelegt ,verden. wie. dies bei den Katholiken der Fall ist' ' 3) Die Spenden für das b..Uge Lausollt-» unmittelbar an die betreffende» Gemeinden o.-rsendet werden. 4) Es soll eine Gesellschaft zur Veröffentlichung »ut r isr. Bücher gebildet werden, und wird zu kieiem Bebn-e vorläufig jeder Gemeindzur Pflicht gematzt, jährlich t"*' Fres" jit diesem Zwecke beizustauer». Eine lebhafte Debatte erhob sich .">> über die Frage: oe ^»'chäsie zum ls' '^»llnswesen von der Negierung zu verlange» sind? Man ging kheilweise von dem Grundsätze ans, daß die Unterstützung des Staates an Kirchengenoffenschasten üb'rhanpt der vollen Parität und Gewissensfreiheit nicht zuträglich wäre; entschied, sich jedoch schließ;, lick dahin, solche Unterstützung von der Negierung iür die Zeitdauer zu verlangen, als auch andere Eonsessionen solche erlan»

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