Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 28 (9.7.1863)
- Date
- 1863-07-09
- Page
- Seite 109 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 101» — jüdischen Blättern die Ereirung jüdiscker Schulinjpektorate ein Gegenstand lebhafter Besprechung; von allen diesen mündlichen und schriftlichen Aeußerungen drückt, meiner Meinung stack, keine so getreu die bezüglichen Ansichten der Lehrer aus, als die des Herrn Dberrabbiners D. Hockmutb, welche er in der Nr. 24 der „Zeit" veröffentlichte. Der Raum, der mir im „iSr. Lebrer" zugemessen ist, gestattet mir nickt, jenen Artikel hier zu reproduzier» unk ick beschränke mick daher blos auf dessen Grundgedanken: „Die Institution eines jüdischen Schul-Fnspectorats ist nur ein einzelnes Glied eines aus Autonomie basirten Sckulorganismus. — Aber auch dieser selbst ist wieder nur ein Glied eines noch böhern Organismus, und das ist die israel. Kultusgemeinde selber."- Aus diesem und dem weitern Verlauf jenes Artikels seben wir es klar, was der praktrsche Schulmann nnd der mit den Gemcindeverbältnissen wohlbekannte Rabbiner.in Vorschlag zu bringen Kat, zur Verbesserung unserer im wirren Durcheinander sich befindlichen Verhältnisse. Erstens: Regelung der Beziehungen zwischen Gemeinde und ibrer Vertretung, um der Persönlickkeltsberrschgft. die fick oft zum Racktbeilc des Ganzen breit macht, ein Enke zu machen iür immer. Zweitens: Feststellung eines entsprechenden Sckulplanes und überhaupt eine völlige Neugestaltung unseres Schulwesens, das sehr krankhaft ist. Drittens: Müsste man den Lehrern Reckte einräumen, die ihren Pstickten die Wage ballen, so z. B. dürfte der Lehrer blos wegen eines Etiguetkeiehlers gegen den alleinherrschenden Vorsteber nickt verjagt werden u. m. dgl. Viertens: Der Einfluß des Rabbiners als Lokalschuldirektors muß gesickert sein, damit er seinen gereckten Anforderungen als solcher Geltung verschaffen könne, und nickt seine besten Anstrebungen von irgend einem gebildet sein wollenden Gemeindemitgliede päralnsirt werben. Den Schluß dieser Einrichtungen sollte das Sckulinspectorat bilden. We diese Einrichtungen sind notkwendiger Weise nur aus autonomem Wege vorzunebmen, denn sobald die Regierung wieder bei dem <le noi>U »ine nobi» verbleibt, werden ihre Verordnungen für uns keine Lebensfähigkeit haben. Zum Lobe der Ungar. Statthalter« können wir es jedoch sagen, daß wir wirklich hoffnungsvoll erwarten, sie werde in ihrer bewährten Freifinnigteir uns zur Autonomie in unfern Kultus- und Schulangtlegenbeiten in nächster Zukunft verhelfen. Jakob Weiß, Hauptschl.' I u m s a «. Bad Ems, 21. Juni. Heute hatten sich hier die Vor steher.vou 4f> israelitischen Gemeinden unsere- Landes versammelt, um über eine bessere Gestaltung ihres Schul- und Kirchenwesens, resp. Gründung eines Svnagogenrathes, gediegnere und gründlichere Ausbildung der Lebrer, deren zweckmäßige Verwendung :c. zu berathen. Zum Vorsitzenden dieser Versammlung wurde Herr Gemeinderatb und Eultusvorsteher!W. Hevmann von Diez, ein Mann, der sich sowohl Verdienste um das Gemeindewohl seiner Stadt, wie auch um da- Eultuswesen seiner Glaubensgenossen erworben, einstimmig gewählt. Derselbe legte eine Petition an herzgl. Landesregierung in obigem Betreff zur Besprechung vor. Der Inhalt derselben wurde genehmigt und wird der Landesregierung demnächst vorgelegt werden. Man sieht mit Vertrauen in dieser wichtigen Angelegenheit der Entscheidung dieser hohen Behörde entgegen und dieß umsomehr, da dieselbe in letzterer Zeit, bei ähnlichen Veranlassungen, vielfache Beweise ihres Wohlwollens gegeben hat. Pcstb,!■">. Juni. Um den Ungarn jüdischen Glaubens, die in neueren Zeiten sich dem Magvarenthum innig angeschloksen, zu zeigen, was sie von diesem (richtiger würde es heißen : von dem Pfaffentbum) zu erwarten haben, veröffentlicht ein W ener Blatt ein Schreiben des Kardinal Primas Scitowskv von 12. Februar IXiK> an den damaligen Minister Graien Thun, »orin es beißt: „Es ist mir bekanntgegeben worden, das auf.Grund eines Erlasses des k. k. Ministeriums des Innern vom 2n. September isr»*i das im Gesetzartikel 21» vom Iabre 184i I enth< ltene Verbot, durch welches den Juden in Ungarn das Halten ckristlicher Gesellen und Lebrj ungen untersagt war, aufgehober sei. Diese Verfügung traf gerade inl jener Zeit ein, wo man, i i Erwägung der beklagenswerthen Folgen, welche das Halten christlicher Dienstboten und Säuqammen von Seite der Iud n sür jene in retrgtös-moraliscker Hinsicht immer nach sich zrebmit dem Vorhaben umging, sich asif den ersten Artikel des Eoncordats stützend, bei der hohen Regierung einzusckreiten, damit das in den österreichischen Erbländern Bödmen, Mähren unk Galizien bis zu der Zeit bestanden^, mit den kanonischen Sa Zungen so vollkommen übereinstimmende Verbot, demgemäß Iudl n kerne christlichen-Dienstboten und SLugammen halten dürfen, cuchauf Ungarn ausgedehnt werten möge. Dadurch ist aber a rch das Wenige, was den Juden bei uns. durch das Landesgesetz , n dieser Hinsicht verboten war. ,mit. dem gedachten Ministerial-Erlasse aufgehoben worden. Ick kan i es nickt vor Eurer Ercellenz verhehlen, wie sehr diese den Juden zum Nachtbeile der christlichen Intereffen gegen alles Erwarten erwiesene Begünstigung mich schmerzt" und so weiter. israelitischen Almosenk Frankfurt, im Irni. Das Pstegamt des aste ns veröffentlichte hiesigen iber die Jahres- Wirksamkeit seiner Thäligkelt im Jahre l*t>2 seinen bericht unk entnehmen wir aus demselben, daß sich dte Theilnabme an diesem Institute hauptsächlich durch Gabei. welche zur sofortigen Vertheilung bestimmt waren, äußerte. Dieselbe» überstiegen die des Jahres, I^sil um 1471 st.: IStil Relief sich die Summe auf .'W3K fl7; 1SÜ2 aut .'iin!» st. Die regelmäßigen Beiträge verminderten sich leider gegen die der-früher m Jahre und betrugen dieselben 2< »»>.'> st. ',4 kr. Regelmäßig: Unterstützungen wurden bis zum Betrage von Hf!21 fl. gewäl >rt, während. solche im Iabre IHiil nur H.j2lI st. betrugen Die l? esammteinnahme belief sich auf t.SfilXi st., die Ausgaben auf 95HI> fl. 17 kr. ,, r J — Der Dberrabbiner von Konstantinopel, das Haupt der Reformpartei (?) wurde abgesetzt. (F. I.) ZLiscetlen. Interessante Analelktew zu Pierers Unjversal- Lericon. 1. Band. Seite 7!)!». (uorx) Asckamnu („Iudmthum") ein von Juden, am Morgen des Pfingstfestl s und während sie im Wasser stehen und sich gegen pie Brust schlagen, gesprochenes Sünden bekenntniß. 27. Band, Seite 2.'i.-„Scked" (~v) 2) Name des Teufels, welchen ls die jIuden allen Unbescknittene« geben. j 27. Band, Seite 2>< (l^mp) „Sckehechionu" Z egen, den die Juden bei ungewöhnlich« Erscheinungen, z. B. lwim Er