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Der israelitische Lehrer · 1863-07-09 · 28 (9.7.1863) · p. Seite 108

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
28 (9.7.1863)
Date
1863-07-09
Page
Seite 108 (sequence 2)
Language
German
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108 Zwar hat Die Entfernung des Vorstandes einer derartigen Anstalt von derselben immerhin etwas Mißliches. Wie leicht kann es geschehen, daß sich unberechtigter Einfluß, sei es aus den niedrigsten ehrherrsch-, oder gewinnsüchtigen Motiven geltend und breit macht — manche Mißverständnisse,- Mißstände, sind zuweilen nicht zu vermeiden ic.: indeß bewachte Haindorf immerfort mit väterlicher Liebe das Kind seines Herzens und Geistes. Seine letzte Bemühung in, Angelegenheiten d?s L.reines war die Anstellung eines. Lehrers un Jahre 1857, da ein Lehrer Behufs Annahme 'einer begern, einer Gemeindelehrer-Stelle. ausschied und Herr Ca h m länger den Unterricht an der Elementarschule nicht ertheilen konnte. In dieser Sache scheute der geschwächte und'sehr leidende Professor Paindorf nicht Sturm und Gewitter, um nach seinem Gutdünken zu handeln^ obgleich sein'Zustand derartig war, daß er keinen Satz sprechen konnte, ohne von schmerzlichem Krampfhusten unterbrochen zu werden, ein tief ergreifender — in mehrfacher Beziehung bewegender Umstand. Dann kam deir Leidenve noch einmal, nämlich 1658 zur Prüfung und später, 1856. zu einer Berathung mit den Lehrern'nach Rtünster. Immer mehr schloß er sich von det.Welt ab; in den letzten Jahren mußte er sogar aus Gesundheftsrücksichten feine zahlreichen Besucher. zurückweisen lasten. Regelmäßig fuhr er den Nachmittag nach dem üahe bei Hamni gelegenen Heesten und zu seiner Familie auf Caldenhost, und zwar bis noch einige Tage vor seinein Tode, obgleich er sich schon feit Jahren in den Wagen und wieder heraus mußte heben lassen. Am U».Oktober 1861 schied der Edle aus der Welt, in der er io viel des Schönen, Guten und Wahren zu befördern stch zur Aufgabe gestellt hatte, —jer schied geräuschlos und wurde geräuich- und prunklos am l ft. in aller Frühe, nur van Wenigen zur Gruft begleitet, -zu Müchter, wie er ausdrücklich gewünscht, neben seiner-, ihm so früh vorangegangtnen Gattin zur Erde bestattet. Haindorfs Name in feinem Werke zum Segen! -- , .' ä ’■»--- Die Erziehungsmittel des Molsismus. (Fortsetzung.) . » k. Tie Lehre. Die Erkenntniß des Einig-Einzigen und die ungetheilte Liebe zu ihm, sollen dem Israeliten die heiligste Herzens angelegenheit sein'); darum wurde dem Vater die Unterweisung seines Kindes, in Gottes Wort zu einer beständigen Pflicht gemacht, der er früh und spät, in und außer dem Hause eingedenk sein solle -). ■ Wo stch nur zum Ver ständniß der Gottes-Lehre . Gelegenheit därbot, sollte sie ergriyen werden; denn sie-ist die wahrhaft beglückende Richtschnur, die hellstrahkenve Lebensweisheit, die den Geist erleuchtet, und das Herz befriedigt, Gott und Menschen vereint ). Alles was in dieser Hinsicht gelehrt wurde, >) 5>utfron 0. X'air.bi 1, 7. •) Dmtrrcm 30. II mußte dem Verstände verständlich und dem Gedächtnis, scharf eingeprägt werden. Zu diesem Behufs mußten dre bedeutsamsten Momente der Lehre, nachdem sie hinlänglich erläutert, in Lieder» auswendig gelernt werden, damit sie. als ein lebenvolles Zeugniß der Gottangehörigkeit unverlüschlich j im Geiste niedergeschrieden sei. Deuteron 31, >6.! Schulen ordnete das mosaische Gesetz für Israel nicht i an, und so war das Kind selbstverständlich in allen Beziej Hungen der Erziehung, zunächst dem verwandtesten Lehrer,! dem Bater, anvertraut. Erst Samuel rief Schulen, aber! nicht für Kinder, sondern nur für strebsame Jünglinge ins i Leben. In diesen wurde neben.der Gotteslehre hauptsächlich : Gesang und Musik, Naturkunde, Geschichte des eignen Bol- > kes und die der Nachbarvölker vorgenommen. Die Schüler i wurden Kinder der Propheten genannt 0’«’2J '), und; in kindlicher Weise finden wir auch die Anhänglichkeit Beider. so daß sie ihre Mahlzeiten gemeinschaftlich hielten und die . Schüler überall ihren Lehrer begleiteten ), So würde der j Unterricht in Israel fortgesetzt, bis zu den Männern der ' großen Synode, die mit Esrah und Nehemia den An- ' ' fang zu nehmen scheinen'). Diese beiden Männer hatte» ' sich unter Unterstützung einer Anzahl unterrichteter und weiser Leviten die heilige Lebensaufgabe gestellt, die bedrohte Lehre Mosches mit neuem Geiste für den Ueberrest des; Lölkes zu beleben. Mit dem wärmsten Eifer waren sie beflisten, diese Lehre in öffentlichen Lolksoersammlungeu! wieder zum klären Sachverständniß zu bringen, ihren Inhalt i dem Volke ans Herz zu legen und ihre öffentlichen Instituttonea | mit aller Kraft wieder herzustellen, zu wachen über Reinj Haltung vor Vermischung mit den benachbarten Heiden, s über Beobachtung des wöchentlichen Sabbaths, sowie über i die Feier der sämmtlichen Festtage-'-. Immer aber fehlte es noch an Kinderschulen. ErstJ e-! hosua, Sohn Gamlah, ein angesehener hoher Priester, führte sie ein. Er bestimmte, daß die Kinder zum 6. oder 7. Jahre ihn»» anvertraut würden. Die späteren Rabbiner wußten dieses Werk so hoch zu schätzen, daß sie diesen Priester als den Schalter der Thora betrachteten"). Dem pünktlichen! Schulbesuch wurde von ihnen eine so hohe Bedeutung beigelegt, daß man ihn wichtiger hiett, als den Bau eine* Gotteshauses"). Dahingegen sahen sie auch die, Vernachlässigung der Schule von Seiten des Lehrers als so sündhaft am, daß sie den Fluch des Pröpsten auf den Betreffenden geltend machten : rrn-o 'n rosoo n»y in,'« (Fortsetzung folgt.) Allgemeines. Co rrefpoudenz Wcszprim, in Ungarn, den *4. Juni. Seit jüngster Zeit ist in öffentlichen wie in Privatkreisen, in jüdischen und nicht- -♦) Samuel l».. I. 10. f) »önige I. 19, 20. Daj. ll. J, 1—10. Das. 4, 38—43. >>) (Äerab 7, K, 10 und 11.“ ' J Rebemia 8 und 13. yerrm iib1? erwn lnix'ioi 012 21 10« 728 nrenarj «1.1 10018«» io» rOoi p mpon r*2 -328 O'e« npinr.;ÖB20 jf»

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