Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 28 (9.7.1863)
- Date
- 1863-07-09
- Page
- Seite 110 (sequence 4)
- Language
- German
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110 Auch in der Gegenwart hört man zuweilen neck von durch die Polizei anaeortncren und durch Polizei gebandbabten Synagogenorknungen. Etwas Widrigeres^ ich tnöchte behaupten — schandbareres läßt siet' wobt nicht denken. Also — die chrisltiche Bebörde soll den Juden vrrmitteist polizeilicher Maßregel zwingen, wäbrent seines Gottesdienstes, io seinem Gottesbause ruhjg zu sein, die Würde und die Feierlichkeit des £ ries lr.dt durch unanständiges Benehmen zu entweihen? Ein größeres Armutbszeugniß könnten, wir.uns und unserem Geklesdi.nste wabrlich nicht geben. Hat man. je etwas Aebn!ick>es auch in christlichen Gotteshäusern-uktbig? Und daoei ernillen selten solche Peranstaltungen ihren Zweck, 'ükren im Gegentbeil durch oftmals lächerlich strickte Handtabüikg-der geschriebenen aber nicht iii dem Bewußtsein der-Gottesdienstbesucher lebenden Verordnungen zu Unordnung und Streit.' ' - V- Ein Beispiel: In einer gewissen Synagoge wurde das Bedecken des Köp'es. mit Hüten, zur Pflicht' gemacht. Ein reiches Gemeinde-Mitglied protesrirte; da der Protest nichts nützte, blieb der fromme Mann mehrere Zabre der Svnagoge fern. Mittlerweile batte die Praris. des-.Huttrngens die anfängliche Strenge verloren, und das Gesetz WLr fast in Vergessenheit geratbcn. ") Tae bcigefügte „gehen" beweist nichts, da wir dieses Wort in ähnlichen Reccnsarrcn überbaupk gern gebrauchen; g, B. verloren gehen, auf Reisen gehen. ' . . , blicken eines Regeubogens, ho der Pcteltatsn, Zwerge, Mohren :c. re. sprechen. . z- Wenn alle Worterklärungen' des Piererfrben Lerieons der Wahrheit so schnurstracks ins Gesicht 'schlagen,, und dabei in einer >o gebäsfigen, der jüdischen Religion 'ieintscligcn- Weise lügen oder von immenser Unwisiendeit zeugen, so wäre cs geboten, gegen den Ankauf des so sehr tbeuern Werkes (XI fl.) so laut als möglich zu warnen. .- (Wirdfortgesetzt.) Lehrer ^tt'ensoser von Büdingen. Ein Wort über die ^sprachliche. Rotiz" in Dir. IO dieser Zeitschrift. — £cr Versuch, .die Redensart „flöten gehen" durch das jüdisch-drutscke „pleite gehen" zu erklären, ist nicht, neu, möchte indessen wie viele andere nur einem zufälligen Gleichklange entspringenden Etymologien nicht' gerechtfertigt erscheinen*». Es wird daher die meisten unsrer Leser interresfiren, hier;n vernehmen, was'die Gebrüder Grimm in ihrem deutschen Wörterbuche unter dem Worte „flöten" hierüber sagen. .Flöten gehen,^verloren geben, schwinden« dabin tönen in die.Lust, wie der verbauende Laut .einer Flöte,.— heute sebr üblich, koch nicht vor der zweiten Hälfte des ix. Iabrdunterts aufzuweiscn (Run »olgeu Beispiele aus verschiedenen Schriftstellern). Diesem ilö'ten geben gleick't, daß man sagt sortgeblason, weggeblasen werden, die Irene, ist durch ein Jägerhorn aus der Welt geblasen' worden, verloren gegangen. Weigand sWkrterb. i. l-ä'>4)hält bin;u das jüdischdeutsche pleite gehn, sich iertmachen; in der Gaunersprache bedeutet biete (pletbe) holcken duLilstzebn,- bletc scherten, verschwunden sein. Andere dachten ans Pleiten gaan, vor Gericht gebn, processiren-und verderben. Diesen fremdeii. Redensarten opfert maa^koch ungern die. natürlich ichrineute und schönere Deutung aus dem sich verlierenden Flörenlauk. Der Ausdruck hat uns freilich einen gemeinen Bcischmack und.es ist auffallend, daß er nicht trüber verwandt wirk. Diie aber wird bieten, pletzen gesagt, sondern flöten, immer nach dem Instrument." Der Zufall führte den irübereu Hutseind einhs Saboatbs ins Gortesbaus —j mit der Mütze. _ Er wird dennoch zur Tora gerufen! Beim ^Austritt aus der Synagoge war sein erstes Wort: Was ist das rür eine Haushaltung? Ruit man am Samstag auch Jemanden ebne Hut an»? L. T ya st.! Pon 8. 8tkinhard, Srminartebrer in Hikl^urghause». Pp' Es lebe Wie er stck' Sowohl rn Geschriebenen, Als in den > Oder angcstr stalozzis Geist. ,n seinen Werken erweist, gen uns Hinterbliebenen , >cn ihm geübten und ge leb len ■ :bten: j ■ Ich meine den Geist der Humanität. Ter all' seine Worte und Dbahen-durchweht, Den Geist, »er die Menschheit, die vielian' gegliederte, Doch bei all:r Gliederung ii.nig verbrüd.rte. s Biit n icht-jerclusivischer Liebe uniiaßt Und olm' aste Elausel nur liebt, nie baßl. ' Am Baume der Menschheit, dem bimir elan ra.ielchen.! Allwärts in der Erke Wurzel schlagenden Und über -dest Erdball die.Zweige tragenden. Sind die Blsitben und Blätter gar mannjigialtig Unk vielgestaltig: > ' Doch g'radc das bunte Farbenjpiel War des Pflanzers Ziel, Tenn das Pslättergesäusel, der Blüthendust Das schönstes viclstimm'ge Halleluja rn'k Wenn nur der Liebe milder Geist Versöhnend, ob dem. Baume lreist Und die sck'vnc Mannigialtigkeit Zu um so schön'rer Einheit weiht. Drum, wertlc Brüter in Pestaluzr. (Dem Meister in der Kunst zu liehen Und die Liehe in Prari methodisch ui ü'ocrt Allen Richt-Pestalozzianern zuni Trutz,! Sag' ich: Es lebe der Geilt der Humanitäk, Der des Meisters Leben und Wirken durmwebr. Verantwortlicher Redakteur:. I. nger; sl ejr. in Odernbeim in Loin»isfic« bei lä. L. Fritz sch t in Leipzig. Er lebe iort und fort in Alle». Die aus Penalozzl's Beru'swegen irallen. In allen Lehrenden - Und Kenntnis; Mehrenden,! i In allen Erziehenden > \ Und am Baume der Mensckbeit pflegend sich Viübchiden, Daß Jeder, in Lebre und Liebe treu, Ein-ächler Pestalozziauer sei. Der; in Formend Zabl und Wort erbachick' Tie Liebe durch Thaten macht anschaulich. Drum nock einmal — mein Sprüchlein heißt: AI lebe Pestalozzi'« Geist! j j Berichtigung. .In der v. R. 2. 105, 2. s2p-f 3- •> ». C. Nack: auf's Wärmste, fehle: dieFreundeshand. Rheiubeffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den d'.i 'I'nrtbfl: in — Truck von I. Gott sieben in Mainz.