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Der israelitische Lehrer · 1863-06-18 · 24/25 (18.6.1863) · p. Seite 95

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
24/25 (18.6.1863)
Date
1863-06-18
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
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95 ist keineswegs absolut richtig«»), kann vielmehr geradezu auf Abwege führen, und zwar aus mehreren Gründen, von denen ich nur zwei anführe: 1) Die Durchführung jenes Grundsatzes ist unmöglich; denn ein Kind von 1 bis 9 Jahren wird gar häufig auch bei deutschen Wörtern, sow.it solche ihm nicht wirklich bekannte, sinnlich wahrnehmbare Gegenstände bezeichnen, sich nichts denken. Man forsche nur einmal in der Seele des Kindes nach, was cs sich unter Land, Meer, Quelle, unter Jahr, Monat oder gar unter den nicht zu umgehenden Partikeln denkt, und wird sich überzeugen, daß ihm dies unklare Begriffe sind uyo es eben nur die körperliche Schale für einen künftigen geistigen Kern zn lernen hat. 2) Die Form würde aber auch durch das Streben, immer bloß den Inhalt zu erfassen, allzusehr zurücktrcten, Auge und Ohr des Kindes bei weitem nicht genug geübt werden. Ich wiederhole daher, und zwar mit Bcnekc'ö Worten-): „Beim Sprachunterrichte muß die Sprache sclbf immer als Hauptsache, der Inhalt des Gcicf.ncn, obglei keineswegs zu vernachlässigen, doch nur als Nebensache betrachtet werten." Und hiernach muß der Unterricht if.i der hebräischen (wie in jescr) Sprache doppelter Natur sein, die sich einfach mit den Ansprüchen Form und Inhalt bezeichnen läßt: Die Religion fordert die Sprachkenntniß (den Inhalt), die Schule bedingt eine gründliche Behandlung der Sprache an/sich- (die Form), und damit freilich auch eine andere „Metboeik dcS hcbr. Unterrichts" als die von Herrn Klingcsistein/verlangte. »Aber eine Methodik schreibe ich hier nicht,/und muß mich darauf beschränken, einzelne spcciclle »Punkts herauSzngreifcn und an ihnen praktisch meine Ansicht') /näher zu begründen. I 6) Hier mag ein Wort Cfrnjt Rictsckel's, des großenKünstlers, ein« Stelle sinken, das leinen „Jugencerinnerungenenpionimen ist: .Es ist thöricht," schreibt er, „wenn Eltern glauben, sie dürften »linder erst dann beten lassen, wenn diese begreifen können, was sie /beten; es wird dies bis zu einem gewissen Alter fast nimmer der Fall kein. Der Begriff andächtigen Betens bei einem guten Kinde beschränkt /sich darauf, langsam das Gebet berzusagen, und es erfüllt damit alles, was man von ibm fordern kam. Zollte dies nun adbalten, das Kind/früh damit vertraut zu machen? Gewiß nicht. Das, was äußerlich/Gewohnheit und erst Mechanismus ist, wird Bedürfniß und gebt gleichsam odne Wissen in Blut und Leben über, wird bet vollem Lei/bstbewußtsein aktives innerliches Denken und Fühlen.' ■>) Erziehungs- und Unterrichtslehre. Tb. 2, S. iCtk 8) Daß diese Ansicht auch sonst nicht so fremdartig/ist, wie Herr Kl. annimmt, daß namentl. das Studium der klassischen /sprachen nickt bloß .von vornherein wissenschaftliche Bildung des Sckülfrs beabsichtigt' (a. a. O. S.l 6), ist daraus erfichtlick, daß die lateinische Spracke in sämmtlichen höheren Bürgerschulen Preußens gelebrt/ Gerden muß, offenbar wegen ihres Einflusses auf die formale Bildung. Und wenn Herr Kl. der Grammatik jeden selbstständigen Zweck amprickt, sy konnte er dies mit fast gleichem Recht« von der Matbematik hrbaupten. Trrwendt's Üfecett Jugendbrbli r i o i»«»♦ >thek. 1. Der Henkeldukaten. Frisches Wagen. Der S hiffdruck. — 2. Der blinde Kuabe. Der kleine Robinson. Widerspänstlge — 4. D X Der treue Wächter. Der r sollst nicht stehlen. Mobr und und Weißer. Erzählun;en von Franz Hoffmaim. Verlag von Eduard Trewendt chens 7 Rgr. Es gestört mitunter ^u den sugendlektüre zu finden. So in Produkten ähnlicher 'Art ist ivirklich passend/ Entweder /angeschlagen, und die Sprache /verständlich, oder die Autoren baderei, in mystisch-pietistischcm zeichnen sich in jeder Beriehun auch 'iür uns war die Leetur, dürfen insbesondere unsere jü in Breslau. Preis des Bändgrößten Schwierigkeiten, paffende reich die deutsche Literatur auch so sind doch nur äußerst wenige ist der reckte Volkston dock nicht nickt einfach, bündig, klar und gefallen sich in schwülstiger Salfrömmelndcm Tone; man merkt, die Absicht, und wird verstimnft. Die vorliegenden Sckristchen rortheilbait aus. Die Sprache ist kl^r. bündig, fast- und kraft eoll; es ist Estarakter drin, und erfrischend und erbauend. Wir ischen Leser darauf aufmerksam macken, daß in. diesen Erzäffl» ngeu auch nicht die Abnung von dem schon genannten christlichen Tone herrscht, und daß sic von humanem, allgemein religiösen Odem durchweht, sich zur Anschaffung für jüpiscke Kindernnd Scbulbibliistbcken durchaus eignen. — Bei dieser Gcleg -nffcit wollen wir nicht verfehlen, aut die Sckrist unseres Frcunt es und Mitretakteurs aufmerksam zu macken: i 'Seite; eilt Mortara des sec!szeffnten Jahrhunderts; von A. Treu, Seminarlehrer in Münster. Oevnbausen, Perlag von Eßmann Ec mp. Indem wir bitten, unser rvollständigsten Unparteilichkeit auch bei diesem Erzeugnis uns res Freundes sick überzeugt halten zu wollen, und indem wir uns aus das Uribeil vGn uns nabest bcnten Leiern berufen, wollet wir auch nur dies Urtbeil wiedergcvcn: „Die Erzäblung „Seite" ist spannend, in edler Spracke und erbebender Diktion gesckrie en, und darf sich kühn den besten Erzeugnissen auf diesem Gehie c an die Seite stellen." Dasselbe Urtbeil fällen mehrere der vor.zi glichsteu Zeitschriiteu, und, da ein Tbcil des Ertrags zum Besten der Lehrer. Will wen- und Waisenkasse des israelitischen Lcbrerve:eiiis iür Rheinland nnd Westfalen bestimmt ist. dürren wir, obue unbescheiden zu sein, die Lebrer bitten, tapfer zur B.'rbreitun dürfen sick des Dankes der Lser versichert halten*). Kl H f (fl e dieser Sckrist beizutragen. Sie meines. Corre 'pondenz. Dömitz a. d. E. (ui Großherzogthum Mecklenburg) Pfingstserien 1863. Hochgrschätzter Herr Nedacteur'. Wenn denn gar Niemand von den ca. 48 jüdischen Lehrern unseres Großhcrzogthnms in Ihrem, eigentlich nnscrm allgemeinen dentich-iSraclitischcn Lchrerb attc Etwas von sich hören lassen will, so will ich mip das Vergnügen machen, einige freie Stunden damit auSzufüllm, die Leser des ,Isr. Lehrer" auch einmal Etwas von de - Stellung der jüdischen Lehrer, wie der finden des Großhcrzagthumö Mecklenburg-Schwerin überhaupt wissen zu lassen. , Vor »Allem jcdcch must ich Ihnen, Herr Nedacteur, meinen warmen Dank dafür auSjprcchen, daß Sie überhaupt einen so edlen Gedanken gefaßt und ein Organ zur Hebung der jüdischen Schule, der jüdischen Lehrer, zur- - ") I» ncbme Bestellungen muf .Seite" k li Sgr. das Exemplar an. Klingenstein.

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