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Der israelitische Lehrer · 1863-06-11 · 23 (11.6.1863) · p. Seite 90

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
23 (11.6.1863)
Date
1863-06-11
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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90 womit wir Schüler behandeln,, diese uns in doppeltem Maße eutgegentragen; daß der Schüler sich schämen würde, schlechter zu sein, als für das, wofür man ihn behandelt. Um die Seminaristen einizerm affen mit der Leitung de» GvtteSoienstes vertraut -zu machen, muffen sie beim SeminargotteSdienste abwechselnd fungiren. Sie werden auf diese Weise mit dem Rituellen bekannt gemacht, und das Lesen der Thora mit Regina wird ihnen zur Uebung. Als dankensiverthe Unterstützung sind die von Herrn Prof. Bispiag von Zeit zu Zeit stattfindenden Gesangübungen nach den »draunschweiger Gesängen* za betrachten. (Fortsetzung folgt.) X(tenfi0n. . I. G„ Scher; und Aler.-Junghänel, '.200 auSgeführtr Stylarbeiten für Oderklaffen. Dem deutschen Lehrerverein gewidmet. Chemnitz. Verlag von Eduard Focke. - l8C^. - - ' Die vorliegende Schrift ist vorzüglich für tie höheren Klassen von Töchterschulen bestimmt, und enthält nicht sowohl eine methodisch geordnete Stylistik, als vielmehr ausgefübrte Arbeiten, geeignet dem Lehrer viel Mühe abzunehmen, und-das oft undankbare, Suchen paffender styiistischer Beschädigung zu ersparen Sie entbält: Beschreibungen, Schilderungen. Erzählungen, Vergleichungen, Befrachtungen. Charakterzdichnungcn, Briese, kleine Abhandlungen. Zekem Thema stehen eine Anzahl von Fragen und Notizen voran, die als Anhaltspuntte bei der Ausarbeitung die- - nen und dem Lehrer die Vorbereitung erleichtern^ Die einzelnen Themas sind theilweise sehr gut gewählt, führen das Mädchen j in seinen Berusskreis ein »nd lehren es Nachdenken über die Zwecke seines Lebens. Nur einige,' wie: der Hagestolz, das Leben geschiedener Eheleute, find durchaus, ungeeignet, und wir bereifen nicht, wie die Herren Verfasser solche Themas in den öherm Klassen der Mädchenschule behandeln wollen. Die jeder Periode voranzestelltc stummer hätten wir übrigenweggewünscht, weil dadurch das Fließende "in der Diction vielfach beeinträchtigt wird. . ~ Kalligraphische V orlegeblätter. N Die elementarischen Schreibanfänge in deutscher Schrift; I) deutsche und englische Vorschriften in Sprächwöytern; kleine Kinderdriese und Adressen; ij). Kleine Aufsätze, Briese. Quittungen, Atteste: 4) Zi'ersckriften. Langelsalza. Berlagscomptoir. Preis von 8' Heften 1 'Tdlr. 41, . Sgr. Das Verlaqscomptoir versorgt die Schule, allezeit mit praktischen. guten und billigen Schriften: und so find auch die gegenwärtigen elementarisch geo'kneten,,sau -er ausgef hrten Vorlagen zu emp'eblen, insofern der Lehrer-nicht die neuesten Methoden — Liniennetze, Taktfchreivübungxn — -ein;ttfn6reit gesonnen ist Aber auch da werden dieletzteren, zugleich-stvlistische Zwecke 'örternden Heftchen noch gute Zwecke tbun. & f f g e m_c t n e s. Correfpondrnz Mannheim, 29. Mai. 14. allgemeine deutsche Lehrerversammlung (Fortsetzung). Der Redner (Herr Pastor Riecke), stellt schließlich 7 Thesen auf, deren Ausführung die Schule als Denkschutt charakteristren würde. Herr Oberlehrer Spengler von-Mannheim gibt als Hinderniß des denkthätizen Unterrichts in der Schutt die Sucht der Lehrer an, auf ver Prüfung zu glänzen; das Wirken wird dadurch ein äußerliches, mechanisches — ein Aulernen. Er fordert daher Fachmänner als Eraminatoren und Beauffichtiger für die Schulen. Er weist darauf hin, daß , eben auch der geistige Umgang mit den Fachzenossen den i denkenden Lehrer bilde, und daß der darum auch kein Denker l und kein Lehrer sei, der keine Schnlzeitung liest. | Mehrere Redner präcisiren das Denken als Quelle richtigen j Fuhlens und Wollen«, was der Herr Referent schließlich als selbstverständlich erklärt. Nur ein richtiges, vorurtheilfreieS Denken führt zum richtigen Fühlen und Wollen. — Nach dem Schluß dieser Verhandlung sprach Herr Professor J Stoy aus Jena über die Pädagogik UhlandS. | Der zweite Tag zeichnete sich durch ein erfreuliches 1 Eretgniß an». Der Grobherzog von Baden hatte die Ber- 1 sammlung mit seiner Gegenwart beehrt. Beim Beginne der Verhandlungen wurde Hochderselbe vom Präsidenten ehrfurchtsvoll begrüßt, und,diese Begrüßung in edler Weise erwidert. Die Begeisterung, die dttser edle und dem Fortschritte zugeneigte Fürst hervorgerafen, zeigt die Liebe des deutschen Volkes zu solchen Fürsten, die als wahre Bäter des Volkes wirken. Herr «Seminardirektor 8Hbea von Bremen sprach nun über: Die Naturkunde in Seminarien. Ausgehend von der Erfahrung, daß die Naturkunde, welche schon ourch ihren formalen Werth da» bedeutsamste ErziehunzS- und Bildungsmittel genannt werden sollte, noch rnsbesondere durch ihren materiellen Werth, — da sie alle materiellen Verhältnisse der Welt regiert — für die Schule besonders wichttg , ist, fordert er ein gröprresMaaß von naturkundlichem Unterrichte in dec Schule, und demgemäß in Seminarien. Der naturkundliche Unterricht in seminarien muß ein umfassender, planvoller sein, der fich auf Botanik, Mineralogie, Zoologie, Chemie, Physik, Anthropologie und Physiologie erstreckt, ebenso müssen Geologie Und Geoznosie in ihren Grundzügen mit oer Mineralogie verbunden werden. Das muß der Lehrer wissen, damit in ihm Sinn für Weiterbildung auf diesem herrlichen Gebiete erweckt werde. Dazu muß natürlich auch der Semtnarlehrer die rechte Methode anwenden und die näthigea Kenntnisse haben. Er muß eine richtige Auswahl unter dem vorliegenden Ungeheuern Material zu treffen wissen, dies in angemeffener Anordnung und naturgemäßer Entwicklung vorführen. Es dürfen ihn hierbei nicht untergeordnete Rücksichten — gewöhnliche Erscheinungen, Nutzpflanzm. Giftpflanzen rc. rc. — leiten, sondern er muß vor allem dahin streben, daß der Seminarist eine Idee von ,ver Weltjchöpfung bekomme. — Herr Lüben givt nun seinen Lehrgang, der überall von der Anschauung auszchk, und richtige eingehende Kenntniß zum Ziele hat. (Wir verweisen auf seine diesbezüglichen Lehrbücher.) — Herr Schulze warnt vor llebermaß. — Schnell aus Prenzlau sagt: die Naturkunde soll nicht nur die Grundlage der realen, sondern auch der idealen Bildung sein. — Schulrath Dr. Schmitt: Die Naturwissenschaften sind die wahren Prediger der Toleranz und Freiheit. Das Wiffen soll keine Schranke haben, als, die es sich selbst setzt. — Dr. Schröder will, daß der Lehrer viel wiffe; man fürchte keine Ueberhebung. Der Hochmuth hat immer seine Quelle in der Unwissenheit, Einsicht führt zur Demuth. Einige (Lorrer aus Mosbach, Petersen aus

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