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Der israelitische Lehrer · 1863-06-11 · 23 (11.6.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
23 (11.6.1863)
Date
1863-06-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JLbrltck S2 Nummern. Preis des Jakrgangs 1 Lblr. — l'fl. 45 fr. De, frankirtcr Zusendung unter Kreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Der r Anzeigen;u 1 -gr. t\t Petitze'le- Auf« n -bme in die llehreriiucänjenlille'V r^zrt'insendungen entweder virekt an' den veranr« worilieden Redakr ur oder an die Pcrlagebandluna. Lrgün für die Scbulc, die Faryilie und das Gemeindelebcn des Iudcnlüums. von . Hcrausgegcbcn Z. Klingenstein, Jgna; Lehmann und A. Treii. >'o. 2». Mainz, den 11. Juni 1863. (Dritter Jahrgang1.) Professor Pr. Äleran-cr Paindorf und das israelitische Lebrrrseminar zu Münder (Fortsetzung aus Nr. 22.) rx. s-r^ s In Ansehung des edlen Zweckes der Anstalt und vermittels: der Verbindung des Prof. Haindorf mit dem'intelligeniesten Theile der Einwohner Münsters, mußts es dem Dirigenten ctn Leichtes sein, mit der Zeit noch anderweitige Lehrkräfte für einzelne Fächer zu gewinnen, ohne daß dadurch eine Mehrausgabe entstanden wäre. ' .; Eine Reihe von Jahren unterrichtete der (dtzrch seine streng katholischen Schulbücher) bekannte Annesiarn an der Anstalt. Desgleichen der Oberconsistorialrath Daub (ein Schüler von Denzel); er hielt wöchentlich ersten Vortrag über Pädagogik. Daub starb im Jahre 1846. — Der Direktor der Taubstummenanstalt zu Münster, I)r. Weidner, ertheilte, wenn auch nicht streng der Anstalt anpasscno, doch in höchst anregender und interessanter Weise den Unterricht in der Mathematik und phys. Geographie. — Etwaigen Bemängelungen über dieses hochbegabtest Lehrers und scharfen Denkers Unterricht können wir nur mit der Frage begegnen: Was hälte rn diesem Fache bchstfü realer Kenntnisse geleistet werden können, bei den meiste geringen Vvrkcnntnissen der Seminaristen und der unbestimmten Dauer der Scminarzcit? Viele Seminaristen gingen in damaliger Zeit nach einem Jahre zum Examen, andere mit zwei Jahren, und wieder andere wurden schon nach kurzem Aufenthalte im Seminare von Seiten der Verwaltung auf eine Privatlehrerstelle geschickt. — Dr. Weidner erlag im Jahre 1848 einem tragische» Geschicke; der große Denker schloß seine irdische Laufbahn in der Irrenanstalt!; — die berühmte Taubstummenanstalt zu Münster wurde nach Soest verlegt, — aber^ Weidner« Schüler, besonders diejenigen, welche in der Mathematik rin „obligatorisch« Fach" erblickten, werden in ihrem, ehemaligen Lcbrcr das Bilv chtfö’ gerechten, anregenden, psychologisch scharfblickeiieen Schul mannes dankbar bewahren. Hainwrs ei kannte und schär/tc in Weidner, seinem Freunde, den -tüchtigen Lehrer; und wenn ein Schüler von Klcingeistern gcmaßrcgelt und ct'ikanirt, — .dekretier dir das Mittagessen' — den Zorn dcS Professors fürchtete, und im Lcwnj tfein seines Rechtes Herrn Weidner einen Wink gab, dann durfte er sich darauf verlassen, daß Weidners Scherz oder ^Ironie vor dem Professor oas dramatische Hundcgebell der. Kläffer zum Schweigen brachte. Voreingenomnrcnhcit Haindorfü gegen einen Seminaristen hat nicht selten Weidner durch eine komische Anekdote zu zerstreuen gewußt, und dis Letzteren Unheil über einen Seminaristen war dem Erster en das unbedingt Richtige. Rach 1)r. Weidner unterrichtete ebenfalls gratis 1>r Hittorf^fProf. der Raturw. an der Akademie zu Münster) in der Mathematik. ' _ Im Zeichnen unterrichtete viele. labre hindurch der Maler Herr Welch,- und nachdein dieser dei i Unterricht sorizusührcn gehindert, der Bildhauer Prange, dessen liebevolle und humane Behandlung jetzt noch seinen Schülern in dankbarer Erinnerung ist. Bcrufgeschäste gestatteten diesem Biedermanne nicht länger als bis 1859 den erfolgreichen Unterricht zu ertheilcn, und hat ihn stitdcm der Herr Frede, Zeichenlehrer an der hiesigen Real- und Gewerbeschule, mit bestem Erfolge versehen. Seit einer Reihe von Jahre r leitet der Herr Prof. BiSping — durch seine auSgczeick rctc Violin-und Clavierschulen weithin berühmt, — Lehrer <m Gymnasium uno Vorsteher eines Musikinstituts, den Ges anguntcrricht, mit dem er, und zwar mit dem besten Erfolge - Ijiolin- und Klavierspieler: verbindet, während vor ihm Musik plane stand. Auch in dem Verhält» iß dieses eben so tüchtigen als liebevollen und humanen Lehrer« zu seinen Schülern dürfen wir die Wahrheit unserer früheren Auslastung über „Behandlung der Schüler« erkennen: daß die Achtung,

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