Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 3 (1863)
- Issue
- 17 (23.4.1863)
- Date
- 1863-04-23
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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66 zerstörende Hand daran, leget. Ick will cucst das Blatt unserer Geschichte aufschlagcn, woraus ihr/vie Lehre ^entnehmen und beherzigen möge!: die wunderbar sittlich-religiöse Starke unsrer Alwordern hat das 'Judcnthum vor Schaden bewahrt unk es zu euch gebracht. Eüch und euern Kindern ist es anvertraut. Ihr 'habt cs wie euere Erblasier mittelst der Lehr Häuser aus euere Nrchkommcu zu übertragen. Vernachlässigt ihr dicffe oder brechet sie gar ab um darauf ein Milo der Fortuna zu errichten, so bedenket die Millionen Ankläger vor dem Rtchterstuhle des Gottes Israels'. Wollet ihr anders,-so gebet der^ligionsschule ihre frühere Lebensfähigkeit wieder zurück. «tacket sie und ihre Inhaber aus mir solchen Kräften, 'daß sic l'ebinsthätig unv lebenskräftig wirken können. Dazu, zchörr gründliche Beseiiig nz rer Mißstä ike. Nicht daß das Kind, auf der Gasse bei der Ai.kunfr eines Lehrers schon weiß, auf wie lange er_ctccinot ist. Ihr unt.-rgrabok.hiermit bas pävaaogi:cb ncthweneige Vertrauen und die Achtung der Schüler zu ihrem Lehrer. Entb.bct den Lehrer der knechtischen Stellung, der Laune und Willkür. Schaffet ihm eine seines Berufes würeiae Eristcuz, tan in ihn riukehr« dag nothwendige Bcwußkieiu ienicr beiligeu Ausgabe. Suchet den Lehrer nicht in der WohlfeUbeit seiner Ansprüche.,, sondern in der Tüchtigkeit;u seinem Berufe. Gebet ihm dann die freie Bewegung ein's Schulmannes z eene strenge Disciplin, wie sie auch die k.einste Schule fordert, kann unter een bedauernswert, en jetzigen Verhältnissen' nicht geübt werden. Ohne Gehersar, sei cs durch Achtung vor .dem Lebrer oder Furcht vor der Strafe, laut.sich selbst bei der geringsten Anzahl von Schülern nichtsauöricl'trn. Hört man dennoch so viele Klagen über die israel., Religionssckulcn, — sic fallen nickt auf den Lehrersondern ansdie Gemeinden und die Anftellungöark dcrILchrer zurück. - . _ Teck wie zu helfen? - Lehr leicht! Berufet eine Synode, bcstchene ans Vertretern' der Gemeinden sei nach Krcisbezirten, aus Rabbincn und Lehrern *). Eimgct euch über einen, der Zeilrichung, dem Bedürfnisse 'und den Verhältnissen angcmcitcneu Orzanisationsvtan, 'leget ihn der Regierung zur Laukrionirunz. von. Das ist der einzige unr der sicherste Weg, welcher-dem Ucbcl za Schule und ^Eultus steuert und Besseres schafft. .Möchte cs bald geschehen zum Heile Israels und zum Heile seiner Institutionen! Büdingen, 3. Febr 1863. ' Ol teysoser, Lehrer. tl t t g e m e i n e 8. x Correspondenz Bielefeld. im April. :7i27!7! r&y syt Diese schöne rabbinifcke Senken? wirk leider nur zu öst umgekehrt angewendet. Rur zu eck wird in'guten und edlen Dingen viel, sehr viel geivrocken: gilt es aber die irische Tb'at. ein geringes Opfer, eine kleine Mübe — fo binkt die Ausnibruiigj den schönen Vorsätzen langsam nach und bleibt wöbl'gar ganzzurück, sich mit *) Man sckc jftotf die tzorrespcnteaz' aus Gxrnskkim in Rk. 15 d. Bl. n»r unter« heutige Umschau.. - . ' - dem stolzen Bewußtsein beruhigend, viele schöne Worte gesprochen zu haben. — Länger als sechs Jahre hat der Verein israelit. Lehrer für Westpyalen und Rheiuprovin; in jährlichen Eonferenzea an der Gründung seiner „Unterstühuugskasse" gearbeitet, und nach vielen Mühen und Kämpfen ist das Werk endlich zu Stande gekommen, hat die Genehmigung der Kgl. Ministerien erbaiten und große Befriedigung erregt, nicht nur unter den zunächst Belheiligten, sondern unter allen Freunden der Lehrer und der Schule überhaupt. Die Hoffnung war gewiss berechtigt, daß die Lehrer sich nunmehr beeilen würden, das so mühsam geschaffene Werk nun auch zu fördern und zu stützen. Dem gegenüber müssen wir leider constatiren, daß im Berhältniß zu jener Begeisterung, zu jenen Mühen, Sorgen und Kämpfen, die Bctheiligung bis jetzt eine geringe ist. Manche Lehrer mögen! die erforderlichen Papiere nicht so rasch beschaffen können, manche i mögen auch die Bedeutung des Instituts unterschätzen, viele! aber werten durch kleinliche Selbstsucht und Laubeil zurückge-! balten. Gleichwhhl ist die Lebensfähigkeit der Kaffe nicht mehr anzuzweisetn, und haben bereits manche höchst achtbare Gemeinden, sowie Privatpersonen, durch Schenkungen rc. ihre Sympathien zu crkeimea! gegeben. Auf den Haushaltsctat haben namentlich jährliche Beiträge übernommen: eie Gemeinden zu .Eisen, Bielefeld, Münster, Aachen, Rheda, Reuenkirchen; ergiebige Eollect.n dapcn rußcrdcm Statt gehabt in Eleve, Bielefeld, Menden, Aachen, und stehen, wie uns mitgetheilt wird, noch in vielen Orten in 'Aussicht. Die Lehrer aber dürfen bier nicht Zurückbleiben — ihre Betheiligunz muß cjiiti baldige, eine allseitige sein. Aus der amj.27- und 28. Mai c. in Eöln Statt findenden Eonferenz wird Abänderung einiger wichtigen Paragraphen desi Ltatuts mit zur Sprache kommen, und es versteht .sich von! selbst, daß hierbei nur wirkliche M i t g l i c d e r der lliitcrstützungstasse Stimme 'Habers rönnen. — Wir hoffen, bis dahin noch! zahlreiche Anmeldungen registriren' zu können^! Der Vorstand. , Aus der Pfalz. Der durch den (unfreiwilligen) Umzug des Herrn Bezisksräbbiners Selig mann von Kaiserslautern nach Kirchheimbvlanskcn verwaist gewesene ^Religionsunterricht der isracl. Zöglinge am kgl. Seminar zu Kaiserslautern wurde nebst dem israell Re fgionsunterrickte am kgl. Eentralgesängniffe und au der kgl. Kreisgewerbschute durch Ministerialentschließung —i so vernehmen wir — dem Herrn Rabbinatsj Eancitaten Seligpnaiin aus Landau übertragen. Das Ministerium bat hiermit eine neue Stelle geschaffen, den Lehreernailllt und bezahlt,' ihn. Freuen wir uns einerseits über dies, Fürsorge in einem I für das Iudenthum der Pfalz so wichtigen Gegenstände und erkennen wir es dankend an, daß der Gehalt aus Staats- resp. Kreismitteln ohne alle neue Belästigung der Juden gedeckt wird, so müssen wir uns koch wunder», daß, allen Präcekenz-Fällen entgegen, die Stelle ohne Ausjchreiben, ohiw öffentliche Eoncurren; besetzt wurde — wenngleich wir geriie zugestehen, daß Herr Seligmann gewiß die gehörige Befähigung zu seinem Amte besitzt und der Behörde nachgcwiesen habckr mgg. Da nun das Rabbinat nicht mehr,, wie früher, mit'dev Sjelle verbunden und Hr. S. vom besten Willen bese-lt ist, io darf die Pfalz erwarten, daß die aus dem kgl. Seminar hervorzcbenden istael. Lehrer in Zukunft, auch in dem wichtigm Punkte der Religion und hebr. Sprache die nöthige Befähigung mit in die Gemeinden bringen werden. Wird Hr. Seligmann auch für den, den Gemeinden oft sehr am Herzen liegenden und für einen würdige« Gottesdienst auch wichtigen Vorsängerdienst etwas thun können? - * | Aus der Pfalz. Unsere Gemeinderathswablen sind nah vollendet. In recht vielen Gemeinden wurden Israeliten durch - das 'Vertrauen ihrer christlichen Mitbürger zu Vertretern i ab