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Der israelitische Lehrer · 1863-04-23 · 17 (23.4.1863) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
17 (23.4.1863)
Date
1863-04-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Jährlich S2 Nummern. Preis d«S Jabrgangs 1 Lhlr. — 1 fl. 4S kr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband 2 fl. 12 kr. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Ienrer. Anzeigen zu 1 Egr. di« Petitzeile. Aufnahme in die Lehreroaoanzenlisted^rSgr. Einsenrungnientweder direkt an den verantwvrrlickefl Redakteur oder an die Vkrlagsbandlung. ' Organ für die Schule, die Familie und das Gemeind« leben des Zndentbums. HerauSgkgeben von I. Klingenstein, Ignaz Lehmann und Ä. Tr^tt. IXo. 17. ' Mainz, den 23. April 1863. (Dritter Jahrgang.) Die israel. Neligionsfchnle imjGro^herzogthum Hessen. ' , 1 Von Lehrer Dttenfostr zu Büdingen , (Schluß.) Anders die profane (?) Schule. Ihr Feld variirt! in sechsfache Ablhcilungen: 1) Gott, 2) Sprache, 3) Zahl als nvthweudtge, —4) Mensch, 5) Natur, 6) Kunst als nützliche Lehrgegenstände (?) „Gott"—worunter Rrligions lehre und biblische Geschi^.tc zu begreifen sind, figuriren als der sechste T h c i l ihrer p'ehrthätigkeit. ihrer Wirkung weiht sie dem materiellen Welt-Bürgerthum. Ich will uichlS destoweniger hiermit weder ein striktes Axiom, noch gar eine Geringschätzung der Elementarschule ausgesprochen haben Jedem das Seine. Eben deshalb und eben darum aber auch will die iörael. ReligionSschulc nicht ähnlich einem aus morganatischer Ehe erzeugten Kinde fürder nur geduldet werden. Die israel. Religionsschule will nicht cominiren, sie will aber auch nicht dominirt oder gar als daS fünfte Rad am Wagen hintenan geworfen werden. Rühmt sich die Elementarschule, dem Materialismus die besten Opfer zu bringen, so erhebt die israel. ieligionsschule ihr Panier mit der Devise: „sitttlich - religiöse Menschenveredlung." *) •) Unser gesch. Freund wir» uns erlauben, l hier unsere, der seinigen nicht entsprechend« Ansicht auszuiprechen. Einmal daran, Gegensätze (so zwischen Schul« und Synagoge) auszufinden, kömmt es ihm auf rin paar mehr nickt an, und er bestrebt sich, eindn solchen.auch zwischen NeligionS- und Elementarunterricht (denn von den Schulen rann doch im Ernste nickt die Rede sei», da ja in det Volksschule: auch der Religionsunterricht ertheilt wird) auszustellen, her aber pädagogisch und jüdisch durchaus nicht gerechtfertigt ist. Die Pädagogik stellt den Grundsatz auf: aller Unterricht in der Volksschule sei religiös, und sie hat bet irgendwelcher Disciplin nie eine einzelne Kraft des Menschen, sondern immer und überall den ganzen Menschen im Auge. So aufgefaßt— und es ist die« die einzige nach den Gesetzen der. rationellen Pädagogik mögliche Auffaffung — bezweckt aller und > jeder Unterricht schließlich di« Hinsührung des Menschen zur Religion. (Siehe unsere Bausteine Wollt ihr nun, Israeliten 1 pure dem Materialismus >■ als eurem Moloch dien n, bedürfet ihr freilich keiner Religionsfchule, verzichtet | aber zugleich auf euere JSraclitcn- Würde und euere Mislsion als Israeliten. Betrachtet ihr hingegen die sittlich-religiöse Mcnschenveredlung als Hauptaufgabe eueres Lebens^ dann leiht euern rechten Arm der Anstalt, welche sich die sittlich-rrligiöfe Mcnfchenerzichung zur Hauptaufgabe gefiept hat. — Ich will nicht noch! einmal rekapituliren, wie im Gegensatz zu Lrtzterm die israel. Religionsschule mit einer unverzeihlichen Nonchalance behandelt wird. Ich will nicht Einem oder dem Andern unter euch die Schamröthe in's Gesicht treiben, wenn er die israel. Religionsschule als entbehrliches oder höchstens als nothwcndigcs Uebcl dcclarirte. Ich will nicht hie eine oder die andere Gemeinde an den Schandpfahl stellen, weil sie die Religionsschule aufgibt, um Mittel zum!§ynagogenbau zu gewinnen. Noch viel weniger will ich dm Unsinn brandmarken, eine Synagoge nach neuestem Styl zu bauen und darin das altmodische Summen und Brummen vernehmen zu lasten, oder sie gar nicht zu besuchen. Ich will euch nur hmführeu zum geistigen Zion, kur ReligionSschulc, daß ihr nicht zu einer allgem. Unterrichtslehre vor. Jahrg. Nr. lü). Aber auch.die echten Lehrer des Judenthums Hab,» nie in solcher Weise „weltliche und religiöse" Lehre, profane und heilige Wissenschaft unterschieden, neck vielweniger in Gegensatz gebracht. Alle währe Wissenschaft führt zum Einzigen und Höchsten hin. Nie und niuunermehr darf man endlich die Bibel als die einzige Quelle der Religiosität des Judenthum« ausgeben. Des ist Gott, d er sich aber nicht allein in der Bibel ionssckriften I), sondern auch in der Natur, in der Geschichte und im Benschen — allüberall offenbart. Wir könnten wohl allgemeine Religion und specifischesJudentbumtrennen; aber auch dieser Unterschied ist kein wahrer; für uns muß alles Religiöse mit dem Judentbum identisch sein. Darum — nicht Gegensätze, sondern Einheit schaffen ist die Aufgal« der Religionswie der Elementarschule; beide zusammen Hand in Hand führen den Menschen zu« wahren menschenwürdigen Dasein — zur Religiosität —, den Juden zum Judenthume. Es gibt keine profane Schule. (Red.) Judenthums einzige Grundlage (und im Talmud, in den Reli

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