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Der israelitische Lehrer · 1863-04-16 · 16 (16.4.1863) · p. Seite 63

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
3 (1863)
Issue
16 (16.4.1863)
Date
1863-04-16
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 ttn'b Uebeneher dieses Buch« Dank schuldiA weil diese ein in England, — dem Lande Ver praktischen Erktkntntß, der eigentlichen GeburtSstitte der populär wissonschastlichen Schriften — weitverbreitetes Buch der -deutschen Schule zugänglich «achten. Der Verfasser hat es verstanden, das Wichtigste aus dem reichen Gebiete dieser Wissenschaft dem Anfänger! einfach und klar hinzustellen , und dem Leser die Kenntnih der Elemente, aus welchen die materielle Welt bestebt, und der hauptsächlichsten Perbindunzen, in welcheAene miteinander treten, zu eigen zu machen. Dabei ist däS Buch vortrefflich ausgestattet, durch eine Masse von Bildern möglichst anschaulich und zweckdienlich geworden, und dürste insbesondere auch Lehrern und Laien, welche sich seldstständig in diese Wissenschaft einsühren wollen, warm?u empfehlen sein.!; w. Haestcrs' Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde für die Oberklassen her Volksschule. Für israel. Schulen bearbeitet von Dr. Emanuel Hechts Zweite - verdefferte Auftage. Essen, Druck uiid Verlag von G. D. Bädeker 1603. Preis uizgeb. >10 Sgr. Herrn Lehrer Blumenfeld in Essen, bjem durch den Tod unseres der Schule leider zu früh entrissenen Freundes Hecht von der Verlag-Handlung der Austrag geworden, dies Buch in zweiter Auflage zu bearbeiten, können wir yas Zcugniß nicht vorenthalten, daß er seine Aufgabe begriffen, und in höchst anerkennenswerther Weise viele, ja die bebeutienstcn Mängel, die >vir an dem Buche früher zu rügen hatten, beseitigte. Es unterliegt keinem Zweifel — der Streit über den Inhalt des Schul lesebuches ist noch nicht abgeschlossen. MosmeMane, durch äußeren Druck herbeigesübrte Verhältnisse dürste» es angemessen und selbst nothwendig machen, von individuellen Anschauungen, von den wahrhaft pädagogischen Anforderungen an das Lesebuch, das eben nur Lesebuck sein sollte, abzustehe», und die dem realeii Wissen zur Unterlage dienenden Bücher in den Vordergrund zu stellen. Nach dieser Richtung ist das Haesters' Hechtjckc Buch unbestritten eines der Vorzüglichsten. Dabei hat es Herr> Blumenfeld verstanden, an Stelle verschiedener Lesestücke, welcke uns durchaus nicht zusagten *), andere mehr dem Geistütbe zur Nahrung dienende, erheiternde Erzählungen u. dgl. zu bieten, überhaupt den poetischen Stoff zu vervielfältigen. ES hat dadurch das Buch an Anziehungskraft und Brauchbarkeit in zweiter Auflage sehr bedeutend gewonnen. ’K. & f f g e m c i n e s. j Correfponderrz Trelicktlingen (Bauern), 25. März. Im Monat April v. I. erkrankte ein Handwerksbursckc (Pesack) in Pcchpenbeim, welche israel. Gemeinde zu diesseitigem | Nabbinate gekört; derselbe ist in der Näh« von Meklenburg zn Hause Raa» wenigen Tagen seines Krankenlagers, als ihn einige Israelitest im dortigen Krankenbause besuchten, stellte er die dringende Bitte, man möchte den Rabbiner kommen lassen, um mit ihm eine wichtige Rücksprache zu nehmen.!Man entsprach seinem Wunsche, und als Trostworte und was zur Seelenderuhigunz! beitragen konnte , fruchtlos war, gab derselbe am Ende weinend das Geständniß ab, er sei vor einigen Jahren in der Fremde, wo er «Arbeit stand, - (aus Ueberredung) zur protestantischen Kirche Lbergegangen, er bereue es, und habe nun keinen sehnlickern Wunsch, als zrbr israel. Religion wieder zurückzukehren. Man fand sich veranlaßt, dem Protest. Dekanat der Stadt Pfippenheim hiervon Kenntniß zu geben, und nach dtm der Klempner-Geselle Leo aus Meklenburg, >m Beisein des Hochwürdigen Herr» Dekan und deS Rabbiners abermals umständlich seinen Uebcrtritt er- *) Auszüge hus den asoetiscken Sckrift«!« u. dgl. zählte, und die herzliche Bitte beifügte, ihm zum Rücktritt in den mosaischen Glauben zu verhelfen, wobei auch noch der christliche Krankenwärter und ^wei israel. Zeugen gegenwärtig waren, fand sich das Dekanat veraulabt, ein Königl. Protest. Konsistorium davon in Kenntniß M setzen, wornach wenige Tage darauf folgende Verfügung eintras. Mbschrifst.) Im Namen Er. Maj. des Königs! Auf den Bericht vom 21. l. MonatS wird dem kgl. Dekanate erwidert, daß, da die Berfaffungsbestimmungen auf Ausländer keine Anwendung- Habens der Rücktritt des Klempner-Gesellen Leo auS Meklenburg in bas Judenthum - an keinerlei formelle Bedingung gebunden i'ts und daß namentlich die Ausstellung eines Austritts-Zeugnisse > »ach sj. ln der II. Beriassüngsbeilage nicht nothwendig ist. So lange übrigens der Rücktritt nicht erfolgt ist, ist Leo als der! Protest. Kirche angehörig zu behandle». Ansbach, den 22. April 1802. K. protestantisches Konsistorium, Dr. R u h e r. An das K. Protest. Dettnat Pappenhcim^s Wenige Tage hernach, als Leo seinen Rücktritt, wie eben erwähnt, vor zwei israel. Zeugen umfassend erklärte, erfolgte vom kgl. Dekanat folgende Verfügung zurück. E- N. 11)8. Durch Protokoll zurück an das Rabbinat inXTrcucktlingen, mit der Erwiderung, daß, nachdem dasselbe untermal, d. hieher mitgetheill hat, daß Leb im Beisein des RabbinersXund zweier jüdischen Zeugen seinen Rücktritt in das Judcnthum umt Protokoll vom 20. kl. erklärt habe, seiner Behandlung und Beerdigung . nach lüdischcm Ritus von diesseits ein Hinderniß nickt mehr entzcnsreht. — Hochachtungsvoll. Pappenheim, den 20. April 1602. I Kgl. Stadtpfarreramt. Leo wurde vor wenigen Wochen wieder gesund, und tritt jetzt, gestärkt im väterlichen Glauben, seine Rückreise an. I. S k u t s ch, Distrikts-Rabbiner. Büdingen, 2!) März. Dem Vernehmen nach soll im April a. c. eine Religionslcbrer- Prüfung in Darmstadt abgebalten werden. Ick kpnne zwei kurheff. Bübckcn, welche in ibrem Heimathlanve im Eramen durckgesallen sind, sollten diese wohl in D. bestehe»? dabei bemerke ich, daß dieselben als Bacherchen in der bekannten Spelunke wohl Placement finden dürsten. Sie befassen sich mit Verbreitung von Traktätchen unter die Frauen bezüglich der weiblichen Pflichten: ,1' N" 2, sic selbst aber haben das männliche Alter noch nicht erreicht. Und diese Jüngelchen als Vermittler fragl. Traktätchen? O, Israel! siche auf der Warte, daß tu nicht durch solche staumdärtige, unreife Jesuitensendlinge. um dein Bischen Errungenschaft in relig. Erkenntniß gebracht wirst. Schmeißt sie hinaus, diele nichtsnutzige Menschen, sie betrügen euch und euere Kinder, — Wenn die Provinz Rheinhcssen so glücklich ist, einen Leopold Goldschmidt zu besitzen, welcher durch seine Schulstiftung sich wabrhait verewigte, sollten die Provinzen Starkenburg und Oderheffen so verwaist sein, daß auch nicht Einer von gleicher Hochherzigkeit darin zu finden wäre?*) — Der „ira.ü. Lehrer" findet in hiesiger Gegend immer mehr Eingang bei Privaten. Wollen denn die Lehrer nickt erkennen, daß "je mebr sich dieses Blatt ihres besondereis Interesses Eingang in die Familien Jraels erwirkt, hguptsächlich der Nutzen ihnen zu Statten kommt? Ist cs daher nickt eine selbstverständliche Aufgabe deS iraelit. Lehrers des Gr. Hessen, daß er, um durch dieses Blatt die allgemeine Ansicht über Schule und Lehrer heben zu können, das- *) Die Leute, die solches können und jw ollen, sind nickt sehr bäusig. - Red.

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